Bambule

4. Dezember 2016
12:00bis14:00

Zum 40. Todesjahr von Ulrike Meinhof

Die Chefredakteurin und Kolumnistin Ulrike Meinhof, verheiratete Ršhl, in der "Konkret"-Redaktion Max Ehlert / DER SPIEGELDer Film von 1970 unter der Regie von Eberhard Itzenplitz kritisiert die autoritäre Fürsogeerziehung. Ulrike Meinhof hatte den Auftrag des Südwestfunks, filmisch die Entstehung einer Rebellion in einem Mädchenheim zu erzählen. Sie recherchierte dazu u.a. in Deutz und in Berlin. Der Film spiegelt authentische Zuständen in einem Mädchenheim wider: Er zeigt Alltag, Fluchtversuche, Bestrafung und einen Aufstand der Jugendlichen.
Am Ende der Dreharbeiten im März 1970 distanzierte sich Ulrike Meinhof vom Film und plädierte für einen realen Aufstand. „Ich habe keine Lust mehr, ein Autor zu sein, der die Probleme der Basis, z. B. der proletarischen Jugendlichen in den Heimen, in den Überbau hievt, womit sie nur zur Schau gestellt werden, (…). Ich finde den Film Scheiße.“ (zit. nach Spiegel 1996) Die Ausstrahlung des Films war für den 24. Mai 1970 geplant, wurde aber wegen Meinhofs Teilnahme an der Befreiung von Andreas Baader 10 Tage zuvor abgesetzt und erst 1994 im Fernsehen ausgestrahlt.

Einleitender Vortrag von Dr. Ingrid Strobl, Diskussion zur Entschädigungsfrage an Frauen, die wegen „lesbischer Neigungen“ in Heime oder psychiatrische Einrichtungen gesperrt wurden, und zum politischen Werdegang von Ulrike Meinhof von einer kritischen Journalistin bis zur militanten Untergrundkämpferin.

Eine Kooperation mit der LAG Lesben NRW, Feminale e.V. und Bücherfrauen e.V.

Termin: 4. Dezember 2016 um 12 Uhr
Ort
: Filmpalette Köln, Lübecker Str. 15
Eintritt für Film und Vortrag: 8 Euro

Vorführung mit freundlicher Genehmigung des SWR