Pressemitteilungen

Unsere Pressemitteilung zur Förderung von Frauenarchiven

Der Kölner Frauengeschichtsverein freut sich, dass Kristina Schröder, die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Notwendigkeit erkannt hat, bedeutende Zeugnisse der Frauenbewegung zu erhalten. Mit der Finanzierung des FrauenMediaTurms ist ein wichtiger Anfang gemacht. Allerdings wird damit nur ein Bruchteil der Überlieferung zur Frauen(bewegungs)geschichte gesichert. Dass die Frauenbewegung ihre gesellschaftsverändernde Kraft entfaltet hat ist ihrer Vielgestaltigkeit zu verdanken. Keine einzelne Einrichtung wäre in der Lage, die Vielfalt einer so bedeutenden Bewegung in ihrer ganzen Fülle zu dokumentieren. Deshalb hat sie kein Universalarchiv, sondern eine Vielzahl autonomer Einrichtungen hervorgebracht, die in ihrer Sammlungstätigkeit inhaltliche, regionale oder dokumentenspezifische Schwerpunkte setzen und sich damit in dem gemeinsamen Interesse, die Frauengeschichte zu dokumentieren, sinnvoll ergänzen.

Der FrauenMediaTurm sammelt laut Selbstdarstellung auf der Homepage in erster Linie veröffentlichte Materialien und hat sich als Spezialbibliothek um die inhaltliche Erschließung von feministischer Literatur verdient gemacht. Dass die hier geleistete Arbeit fortgesetzt werden kann begrüßen wir. Jedoch: Wenn die Geschichte der Emanzipation bewahrt werden soll reicht es nicht aus, Frauenbibliotheken zu fördern. Unverzichtbar ist das eigentliche Archivgut, sind die Nachlässe von Protagonistinnen und die Unterlagen der vielen Frauengruppen, -vereine und –verbände, wie sie im Archiv der deutschen Frauenbewegung Kassel, im FFBIZ (Frauenforschung-, -bildungs- und -informationszentrum) Berlin, im Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek Berlin, bei ausZeiten Bochum und in vielen anderen der 37 im i.d.a – Dachverband deutschsprachiger Frauen / Lesbenarchive, -bibliotheken und –dokumentationsstellen zusammengeschlossenen Einrichtungen gesammelt und nutzbar gemacht werden.

Auch der Kölner Frauengeschichtsverein sammelt seit den 80er Jahren Schriftgut der Kölner Frauenbewegung und ist die Instanz, die die Geschichte der Kölner Emanzipationskämpfe sichert. Wir fordern daher die institutionelle Absicherung ALLER Frauenarchive und –bibliotheken und die Beendigung der jährlichen Zitterpartie um Zuschüsse.

Das Programm zum 25jährigen Vereinsjubiläum

Das neue Programm zum 25jährigen Jubiläum des Kölner Frauengeschichtsvereins, der Ende letzten Jahres mit dem ‚Beginenpreis‘ 2010 ausgezeichnet wurde, kann im Vereinsbüro angefragt werden. Darin werden 30 verschiedene Führungen und Stadtspaziergänge in der Innenstadt und  einzelnen Stadtvierteln, in Museen, Kirchen, auf  Melaten und auf dem Rhein angeboten. Das Jubiläumsjahr steht ganz im Zeichen der Geschichte von Migrantinnen – ein bislang wenig beachtetes Thema. Die Historikerinnen bereiten einen neuen Stadtrundgang zur Migration von Frauen vor, die aus wirtschaftlichen, politischen oder religiösen Gründen nach Köln kamen und auch aus Köln weggingen. Die wichtigsten Anliegen sind: die Identitätsentwicklung von Migrantinnen in einer Stadt zu fördern, die seit Jahrhunderten von Migration geprägt ist und einen Beitrag zur Debatte um Multikulturalität und Mehrfachidentität zu leisten. Des weiteren sollen auch deutsche InteressentInnen für das Thema sensibilisiert werden. Darüber hinaus organisiert der Kölner Frauengeschichtsverein dazu im Mai 2011 ein Kolloquium, um eine breitere Erforschung des Themas anzuregen. Neu im Programm ist außerdem eine Führung im Frauenmuseum Bonn zu der Ausstellung MONETA, über Frauen und Geld in der Geschichte und Gegenwart.