Termine

Als Gerichte die Kinder wegnahmen

5. Juli 2017
19:30bis21:00
Kirsten Plötz

Kirsten Plötz

Lesbische Mütter ohne Sorgerecht

Bundesdeutsche Gerichte entzogen bis in die 1990er Jahre Elternteilen das Sorgerecht bzw. die elterliche Gewalt für ihre Kinder  –  wenn den Gerichten bekannt war, dass diese Elternteile gleichgeschlechtlich liebten. Das betraf offenbar vor allem lesbische Mütter. Diese Form der Repression ist bisher kaum bekannt. Die Historikerin und Expertin für die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte, Dr. Kirsten Plötz, stieß während ihrer Forschungen  über die Diskriminierung und Verfolgung weiblicher Homosexualität im Zeitraum der 1940er bis 70er Jahre im Bundesland Rheinland-Pfalz auf bislang unerschlossenes Quellenmaterial. Mit Blick auf die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und auf die Geschichte lesbischer Existenz ergeben sich neue Erkenntnisse von erheblicher Relevanz. Bericht über die Forschungsergebnisse mit  anschließender Diskussion.

Referentin: Dr. Kirsten Plötz

 

Termin: Mittwoch, 5. Juli, 19.30 Uhr
Ort: rubicon, Rubensstraße 8-10
Eintritt frei. Spende erwünscht

Eine Veranstaltung des rubicon im Rahmen des ColognePride 2017. Kooperationspartner_innen: Kölner Frauengeschichtsverein, Centrum Schwule Geschichte, ARCUS Stiftung

 

200 Jahre Mathilde Franziska Anneke

8. April 2017
15:00bis18:00

Begegnung mit einer Revolutionärin und Visionärin

Vorträge und Diskussion01_M F _Anneke_Zeichnung sprockh

Mathilde Franziska Anneke, eine der Figuren auf dem Ratsturm, lebte von 1847 bis 1849 in Köln und unterhielt hier ein ‚ästhetisch-communistisches Clübbchen‘. Die wegen ihrer Scheidung sozial geächtete alleinerziehende Mutter wurde feministische Revolutionärin. Pressefreiheit, kostenlose Bildung, Versammlungsfreiheit sowie die Abschaffung der Doppelmoral gegenüber Frauen waren einige ihrer Themen. 1849 beteiligte sie sich am badisch-pfälzischen Feldzug der Freischärler gegen die verhassten Preußen. Da dieser niedergeschlagen wurde, musste die Familie Anneke Deutschland verlassen.

Als politische Emigrantin kämpfte sie im US-amerikanischen Exil gegen Sklaverei und Rassismus  sowie für Frauenrechte. Bald gehörte sie in der deutschen Community von Milwaukee zu den bekanntesten politisch aufklärenden Demokratinnen. Sogar für das Frauenwahlrecht trat sie schon offensiv auf.

Programm des Colloquiums:

  • Das soziale Aus? Scheidung im Biedermeier (Annette Hanschke )
  • Frauen auf den Barrikaden? Der Kölner Kreis der 1848erinnen – Marx, Gottschalk und der Kölner Arbeiterverein (Christian Frings)
  • Annekes Beitrag zum Badisch-Pfälzischen Feldzug für demokratische Rechte (Irmgard Stamm)
  • Die erste deutsche emanzipatorische Frauenzeitung? (Irene Franken) und die Deutsche Frauenzeitung in den USA (Ina Hoerner)
  • Engagement im politischen Exil (Ina Hoerner)
  • Begehren und Zärtlichkeit im 19. Jahrhundert. Die Annekes, ein queeres Paar? (Irene Franken)
  • Rezeption, Würdigungen, Diskussion
  • Musik und ggf. gemeinsames Singen: Martina Neschen

Zeit: Samstag, 8. April 2017, 15 bis 18 Uhr
Ort: Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11, 50670 Köln, nahe Hohe Straße
Eintritt: 15 Euro (10 Euro ermäßigt)
Anmeldung erwünscht!

„Lobpreis der Weiblichkeit“

18. April 2017
15:00bis17:00

Ausstellung über fünf Generationen von Unternehmerinnen

Im Kulturhaus Zanders in Bergisch Gladbach wird eine Ausstellung mit vielen Fotos und Dokuemnten über die Unternehmerinnen der Papierfabrik Zanders gezeigt. Ungewöhnlich ist, dass alle Frauen früh verwitwetet waren und sich gegen den Ratschlag ihrer näheren Umgebung dafür entschieden, dass Unternehmen nicht zu verkaufen, sondern weiterzuführen. Die Ausstellung gewürdigt ihren Mut und ihren Erfolg, sie erinnert auch an die Werkgrafikerin und Frauenrechtlerin Alexe Altkirch sowie an die unbekannten Arbeiterinnen.

Kulturhaus Zanders
Haupstraße 267-269 in GL
geöffnet: Di, Do, So 15-18 Uhr

Finissage am 18. April:
15:00 Uhr Führung in Kooperation mit dem Kölner Frauengeschichtsverein
16:00 Uhr Lesung aus dem „Kulinarischen Traktat für traurige Frauen“ des kolumbianischen Autors Hector Abad

Eintritt frei, Voranmeldung erwünscht unter 02202 31974

Käthe Kollwitz: Von der Historie zur Moderne

31. März 2017
16:30bis17:30
„Aufstand! Renaissance, Reformation und Revolte“ – Sonderausstellung aufstand_cover_katalog_240pxim Kollwitz-Jahr 2017

Die Sonderausstellung zum 150. Geburtstag der Künstlerin zeigt Käthe Kollwitz‘ kreative Phase Ende des 19. Jahrhunderts, mit der sie Anschluss an die Moderne fand. Die Genese des Zyklus zum Bauernkrieg ist von aufschlussreichen Brüchen gezeichnet und lässt den Einfluss vor allem französischer Künstler erkennen. In diesem Zyklus spielten Frauen eine große Rolle. Noch vor der Fertigstellung bekam sie 1907 dafür den Villa-Romana-Preis verliehen.

Um Anmeldung wird gebeten. Die Führung ist ausgebucht!

Termin: Fr 31.03.2017, um 16:30 Uhr
Kosten: 12 € für Eintritt und Führung
Treffpunkt: Käthe-Kollwitz-Museum, Neumarkt 18-24, 4. OG

Feminism Inshallah

5. März 2017
12:00bis13:30

Dokumentarfilm über die Frauenbewegung in Nordafrika

Feminism-Inshallaho

Der Kampf für muslimische Frauenemanzipation wird oft stereotyp dargestellt als eine Machtprobe zwischen westlichen und islammischen Werten. Dabei wird gern übersehen, dass es seit über 100 Jahren einen arabischen Feminismus gibt. Die Regisseurin Fériel Ben Mahmoud aus Tunesien erzählt die in Europa kaum bekannte Geschichte vom ägyptischen Frauenrechtler Qasim Amin (um 1900), der ägyptischen Pionierin Huda Shaarawi bis zu den Aktivistinnen von heute. In Interviews mit Frauen verschiedener Generationen in Ägypten, Marokko, Algerien, Tunesien, Saudi Arabien sowie im Libanon sowie vielen historischen Archivaufnahmen hat die Regisseurin den Kampf um Frauenrechte in den muslimisch geprägten Gesellschaften dokumentiert.

„FEMINISM INSHALLAH is an indispensable resource for Women’s Studies, Global Feminism, Middle East and Islamic Studies.“ (Women Make Movies)

Originalton mit deutschen Untertiteln

Termin: So 05.03.2017 um 12:00 Uhr
Eintritt: 8 €
Ort: Filmpalette, Lübecker Str. 15 in 50668 Köln

Die Filmvorführung ist eine Kooperation mit Feminale e.V. und FilmInitiativ Köln e.V.

Niki de Saint Phalle: Ich bin eine Kämpferin

4. Februar 2017
13:00bis14:00

Ausflug ins Dortmunder „U“Niki de Saint Phalle

Am Samstag, 4. Februar boten wir einen Besuch im Dortmunder “U” und Führung durch die Ausstellung von Niki de Saint Phalle an. Die Präsentation wirft  einen fokussierten Blick auf die Künstlerin: Über 100 Werke Niki de Saint Phalles zeigen ihren künstlerischen Weg von den frühen Familienbildern über die Assemblagen und Schießbilder (Tirs) bis hin zu den Nanas – in enger Beziehung zu ihrer Biografie. Die Ausstellung veranschaulicht die Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Thema „Frau“, die Niki de Saint Phalle in verschiedenen Rollen darstellt: als Göttin, als Braut, als Gebärende, als verschlingende Mutter, als selbstbewusste, fröhliche und erotische Nana, aber auch als alternde Frau.

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Trägt der Teufel wirklich Prada?

1. März 2018
18:00bis19:30

Modegeschichte im Wallraf-Richartz-Museum

Ehepaar Sisley von Auguste Renoir, 1912

Ehepaar Sisley von Auguste Renoir, 1912

Jede Saison aufs Neue werden ganz besonders Frauen in Modeschauen nicht nur über die neusten Trends informiert, sondern auch verführt. Die Mode schreibt ihnen viele Torheiten vor. Und das nicht nur heute, sondern auch in früheren Jahrhunderten – sei es durch unbequeme lange Kleider mit Reifröcken oder enggeschnürte Mieder. Zwar scheinen die Frauen heute selbst zu entscheiden, was sie anziehen. Doch trifft dies tatsächlich zu? Wer setzt die Maßstäbe in der Mode?

Die Führung nimmt Werke von Cranach bis Renoir unter die Lupe. Dabei geht es besonders um die Geschlechterrollen und die Frage, inwieweit Mode zur Unterdrückung des weiblichen Geschlechts einsetzbar war und auch noch heute ist.

Termin: Do 01.03.2018 um 18:00 Uhr
Kosten: 10 € für die Führung (zzgl. Museumseintritt nur für Nicht-KölnerInnen)
Treffpunkt: vor der Kasse des Wallraf-Richartz-Museums