Frauenpolitik in der Weimarer Republik

12. September 2019
19:30bis21:30

„Meine Herren! meine Damen!“

Marie Juchacz war die erste Frau, die im Parlament eine Rede hielt. (AdsD © unbekannt)

Als während der Oktoberunruhen 1918 das allgemeine Männerwahlrecht unter Ausschluss der Frauen beschlossen wurde, riefen Frauen aus verschiedenen Verbänden, Vereinen und Parteien zu einer konzertierten Aktion auf. Doch zunächst vergebens. Erst der revolutionäre Rat der Volksbeauftragten verlieh den deutschen Frauen am 12. November 1918 das aktive und passive Wahlrecht. Damit konnten sie sich in die verfassungsgebende Nationalversammlung und später in den Reichstag wählen lassen.

Zwischen 1920 und 1932 gelang 111 Frauen der Einzug ins Parlament. Viele von ihnen hatten vorher den verschiedenen Flügeln der Frauenbewegung angehört und sie setzen sich im Reichstag weiterhin für die Belange von Frauen ein. Es zeigte sich schnell, dass die staatsbürgerliche Gleichberechtigung eine geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung  nicht aufheben konnte. Die Parlamentarierinnen stritten besonders im Bereich der Bildungs- und Sozialpolitik für Verbesserungen. Ihr Beitrag zum Auf- und Ausbau des Sozial- und Wohlfahrtsstaates ist bis in die Gegenwart von besonderer Bedeutung. Trotzdem sind viele der ersten Parlamentarierinnen heute fast vergessen.

 

Der Vortrag wird anhand ausgewählter Politikerinnen-Biographien die frauenpolitischen Debatten und Initiativen der Weimarer Republik nachzeichnen, sie in den Kontext der Geschlechterordnung der ersten deutschen Demokratie und ihres Scheiterns einordnen sowie ihre Bedeutung für die gesellschaftliche und politische Gleichberechtigung der Frau ausloten.

Vortrag von Berit Schaller, in Kooperation mit dem Friedensbildungswerk.

Termin: 5. Juni 2019 um 19:30 Uhr
Kosten: Spenden erbeten
Ort: Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11, Kölner Innenstadt