Historische Statue kommt ins Kölnische Stadtmuseum

Historische Kämpferin für Frauenrechte findet ein neues Zuhause

„Jahrelang lag sie in der Garage im SPD-Haus. Jetzt hat es Irene Franken geschafft, einen würdigen Ort für sie zu finden.“ Marion Sollbach, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) übergab am 3. April das Standbild von Mathilde Franziska Anneke dem Kölnischen Stadtmuseum. Damit hat die Originalfigur, die bis 2008 den Rathausturm zierte, ein neues Zuhause, in dem sie sehr willkommen ist. „Wir nehmen hier nicht alle Figuren“, stellte Kuratorin Rita Wagner klar – und würdigte Mathilde Franziska Anneke als „wichtig in sozialer und weiblicher Hinsicht“.

Die 1817 in Westfalen geborene Mathilde Franziska Anneke war eine mutige und umtriebige Frau. „Ihr Leben war filmreif“, berichtete Irene Franken vom Frauengeschichtsverein. Wild und ungestüm ritt die junge Frau in ihrer Jugend durch Feld und Wald. Einer Zwangsheirat entzog sie sich durch Scheidung, zog mit ihrem zweiten Mann nach Köln und arbeitete als Journalistin und Schriftstellerin. Als überzeugte Sozialistin und Frauenrechtlerin engagierte sie sich während der Revolution 1848/49. Sie kämpfte als beherzte Reiterin aktiv mit den badisch-pfälzischen Revolutionstruppen, floh über die Schweiz in die USA und setzte sich dort u.a. für das Frauenwahlrecht ein.