Mit JALDA UND ANNA kommt die „erste Generation danach“ zu Wort

Eine ganz besondere Filmmatinee zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2013

Beate Preisler im Gespräch mit Katinka Zeuner

Am 27.1.1945 wurde das KZ Auschwitz befreit. Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus lädt der Kölner Frauengeschichtsverein in Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Köln, dem Feminale e.V., dem Filmhauskino Köln, der LAG Lesben in NRW und RUBICON zu einer besonderen Filmmatinee mit dem Dokumentarfilm JALDA UND ANNA ein. Die Regisseurin Katinka Zeuner wird anwesend sein und für ein Gespräch zur Verfügung stehen (Regie & Kamera: Katinka Zeuner, D 2012, Dokumentarfilm, 75min., Co-Regie & Ton: Benjamin Laser).

Wir nehmen am Leben der beiden Berliner Künstlerinnen Jalda Rebling und Anna Adam teil, die sich für einen Blick nach vorn entschieden haben oder wie es Anna formuliert: „Die Vergangenheit sollte ein Sprungbrett sein und nicht ein Sofa“. Beide sind Töchter von Müttern die aus Auschwitz zurückkehrten. Das war prägend für ihr Leben und ihr Judentum, das von klein auf verbunden war mit Verlust, Schwere und ungelebter Trauer. Heute leben sie „selbstbestimmt stolz und jüdisch“ in Deutschland. Aber bis dahin war es ein langer und schwieriger Weg.

Für Regisseurin Katinka Zeuner war es ein Glücksfall, die beiden Frauen zu treffen, denn durch sie wurde es möglich, über das aktuelle jüdische Leben hinaus einen Lebensentwurf zu portraitieren, der geprägt ist von dem unabdingbaren Wunsch, sich positiv und engagiert in der Realität zu behaupten. Anfang der 90er Jahre verliebte sich Jalda Rebling, Mutter von drei Söhnen, in Anna Adam. Die beiden kannten sich flüchtig, wurden ein Paar und zogen gemeinsam Jaldas jüngsten Sohn auf. Ebenfalls gemeinsam machten sie sich daran, die Traumata zu überwinden, die von ihren Müttern auf die Mädchen übertragen worden war. Zusammen begannen sie, sich gegenseitig “am Schopf aus ihrer Depression zu ziehen” und einen positiven und freudvollen Bezug zum Jüdischsein zu finden. Auch auf beruflicher Ebene arbeiten Jalda und Anna eng zusammen.

Wenn die ausgebildete Pädagogin und vielseitige Bildende Künstlerin Anna Adam nicht gerade mit dem „Happy Hippie Jew Bus“ durch Deutschland tourt illustriert sie mit großer Begeisterung Kinderbücher, denn bei dieser Arbeit kann sie “selber wieder Kind sein”. Außerdem arbeitet sie mit Berliner Straßenkindern und unterrichtet jüdische Religion und Tradition an Berliner Grundschulen. Jalda Rebling, Schauspielerin und Synchronsprecherin, wurde Ende der 70er Jahre von ihren Eltern mit auf die Konzert-Bühne geholt. Seither hat sie sich zu einer Spezialistin in europäisch-jüdischer Musik vom Mittelalter bis zur Gegenwart entwickelt. Sie gehört seit ihrer Ordination 2007 zu einer der wenigen Kantorinnen in Deutschland. Im gleichen Jahr gründete sie zusammen mit Anna Adam „Ohel Hachidusch – Zelt der Erneuerung“, die erste Jewish Renewal Gemeinde in Deutschland. Bei all ihren Aktivitäten bemühen sie sich, auch dem nicht-jüdischen Publikum das Judentum so zu zeigen, wie sie selbst es verstehen – frei von den üblichen Denkmustern und Konventionen, abseits des üblichen Gedenktenors, ein Glaube fröhlich und zum Anfassen.

In einem Zeitraum von zwei Jahren haben die FilmemacherInnen Katinka Zeuner und Ben Laser den Alltag des Paares zwischen Berlin, der deutschen Provinz und Israel gefilmt. Heraus gekommen ist ein zurückgenommenes Portrait über zwei großartige Frauen. Kartenreservierungen nehmen wir gerne entgegen. Weitere Informationen auch unter www.jalda-und-anna.de

Eine Kooperation mit

FILMHAUSKINOLN

Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Köln

Ort: Filmhauskino Köln, Maybachstr. 111, 50670 Köln
Dauer: ca. 2 Std.
Eintritt: 6,50 Euro (erm. 5,00 Euro)
Termin: Sonntag, 27. Januar 2013, 11:30 Uhr