Am 26. Juni 2010, Treffpunkt vor dem Agrippa-Bad
Der geschichtliche Rundgang durch das lesbisch-schwule Köln führte in diesem Jahr durch die südliche Altstadt zwischen Agrippabad und Neumarkt. Gemeinsam mit dem Centrum Schwule Geschichte und uns erinnerte der KLuST (Kölner Lesben- und Schwulentag e.V.) an Sittenmoral und Jugendschutz, den schwulen Buchladen Lavendelschwert in der Bayardsgasse, die Anfänge des LSVD in der Thieboldsgasse und die Aidsberatung im Gesundheitsamt. Am Marsilstein berichtete die Autorin und Zeitzeugin Claudia Pinl über das Frauencenter George Sand und über die Vorstellungen von gutem Benehmen der Gründerin Ma Braungart. Küssen war verboten! In der Wolkenburg organisierte Gertraut Müller, Lesbenaktivistin der ersten Stunde, mit anderen Frauen in den 70ern ein großes Frauenfest … mit bitteren Folgen für einen Express-Redakteur.

haben wir auf ihren 90. Geburtstag angestoßen. Bis zu ihrem Tod war sie eine treue Unterstützerin des Kölner Frauengeschichtsvereins und interessierte sich sehr für alle unsere Aktivitäten. Solange ihre Beine sie trugen nahm sie an vielen Führungen teil. Seit 15 Jahren gehörte sie – als weitaus älteste – einem Arbeitskreis an und diskutierte mit uns lebhaft über Frauengeschichte und Frauenpolitik. Noch im hohen Alter bereitete sie auch selbst Themen vor. Ihre geistige Aufgeschlossenheit und Lebensweisheit sind uns ein großes Vorbild. Wir werden ihre warmherzige Art und besonders ihren unvergleichlichen trockenen Humor sehr vermissen, mit dem sie uns so oft zum Lachen brachte.
Seit dem Archivetag Anfang März 2010 fuhr die besodnere Archiv-Straßenbahn durch Köln und erwähnte auch den Kölner Frauengeschichtsverein. Die Archiv-Bahn zeigte, welch unterschiedlichen Fundstücke die hiesigen Archive aufbewahren: Postkarten, Fotos, Schriftstücke, Stadtpläne und Filme. Außen auf der Bahn und innen wurde das Motto “Kölner Archive geben Antworten” wörtlich genommen. Dort waren ganz unterschiedliche Fragen und Antworten lesen, z. B. auch über Agrippina.

