Alle Artikel zum Thema Kölner

Laufend erinnern

27. Juni 2009 in der Kölner Innenstadt

 

Erinnerung an Gisela Koschig Gehm

Erinnerung an Gisela Koschig Gehm

Zu unseren regelmäßigen Veranstaltungen gehört eine Kooperation,  die mittlerweile Tradition hat:  ein Gedenkspaziergang zur Erinnerung an verstorbene Schwule und Lesben, der am Samstag vor dem CSD statt findet. Er wurde von der Kölner Aidshilfe und dem Klust entwickelt, die Durchführung liegt bei Kollegen vom Centrum Schwule Geschichte und uns.  Bei hochsommerlichen Temperaturen stellte Irene Franken einer großen Gruppe von Interessierten am Gedenkstein für die im NS verfolgten Homosexuellen die besondere Situation diskriminierter frauenliebender Frauen dar. An der Beethovenstraße/Ecke Engelbertstraße rief sie eine Pionierin der Frauen-/Lesbenbewegung in Erinnerung: Gisela Koschig-Gehm, die  zusammen mit Ulla Böll 1977 den ersten Frauenbuchladen nebst Café an der Engelbertstraße eröffnete (später in Frauenbuchladen Rhiannon umbenannt).  In den 80er Jahren war er ein wichtiges Zentrum der Kölner Frauenbewegung, aus dem sich viele Projekte entwickelten, so auch der Frauengeschichtsverein. Martin Sölle präsentierte entsprechend die Männerliebe in der Geschichte. Anschließend sang die Kölschblues-Sängerin Martina Neschen selbst geschriebene oder neu getextete Lieder, u. a. eines auf  Gisela Koschig-Gehm.

Spurensuche in der Kölner Universitätsbibliothek

Bücherspuren

27. Januar 2009 im Anderen Buchladen in Sülz

Am NS-Gedenktag anlässlich der Befreiung des KZs Auschwitz hatte der Frauengeschichtsverein eine gut besuchte Lesung organisiert, in der die Bibliothekarin Christiane Hoffrath unter dem Titel „Spurensuche“ über ihre Recherche nach dem Raubgut der Kölner Universitätsbibliothek berichtete. Sie referierte sehr anschaulich  über ihren Forschungsprozess, in dem sie auf zwei bedeutende jüdische Wissenschaftlerinnen stieß: Elise und Helene Richter. Unter anderem stellt sie fest,  dass die Kölner Universität Teile der Richterschen Bibliothek „günstig“ aus jüdischem Besitz erworben hatte. Irene Franken berichtete anlässlich der von ihr (zusammen mit Dr. Louis Peter) initiierten Benennung des Platzes vor der Universitäts-Bibliothek nach Elise Richter über die Sichtbarmachung von Frauengeschichte durch Straßenbenennungen. Anschließend fand eine Besichtigung der Ausstellung „Bücherspuren“ in der Universitätsbibliothek statt.

Zum Weiterlesen empfehlen wir das Buch von Christiane Hoffrath: Bücherspuren. Das Schicksal von Elise und Helene Richter und ihrer Bibliothek im “Dritten Reich”, 2009.

Jubiläumsführung – 25 Jahre Frauenstadtführungen in Köln

Martina Neschen brachte das Publikum zum Singen.

Martina Neschen brachte das Publikum zum Singen.

Jetzige und frühere Gästeführerinnen

Am 25. April 2010 im Hof des Vereinsbüros

Bei strahlendem Sonnenschein feierten wir am 25. April unser Jubiläum mit einer ganz besonderen Führung. 40 Frauen und zehn ehemalige bzw. jetzige Gästeführerinnen waren mit von der Partie. Der Treffpunkt war im blühenden Hof des Vereinsbüros, wo wir mit den Teilnehmerinnen auf unseren Erfolg anstießen. Die beiden Initiatorinnen Irene Franken und Gwen Kiesewalter berichteten über die ersten Führungen und Martin Stankowski, ein Kollege, der ebenfalls 1985 zu den ersten Gästeführern in Köln gehörte, hielt eine Lobrede. Auf der Tour durch die Altstadt erinnerten wir an besondere Erfolge des Kölner Frauengeschichtsvereins wie die Umbenennung der Gasse Unter Seidmacher in Seidmacherinnengässchen und die Aufstockung der weiblichen Rathausfiguren von ursprünglich fünf auf 18 Frauen.

Verschiedene Gästeführerinnen stellten ihre Lieblingsthemen vor. Die Spannbreite reichte von der Unterhaltungskünstlerin Grete Fluss über die radikale Frauenrechtlerin Pauline Christmann bis hin zum Streik bei der Lufthansa 1973, als Frauen nicht zur Pilotinnenausbildung zugelassen wurden. Zwischendurch sang die kölsche Sängerin Martina Neschen zum Teil selbst gedichtete Lieder und erheiterte das Publikum mit ihren Texten.

‘Nur eine Rose als Stütze’

31. März 2012
14:00bis16:00

Auf den Spuren von Hilde Domin

Ihr Leben beschrieb sie als »Sprachodyssee «, als Wandern von einer Sprache in die andere. Aufgewachsen im Kölner Agnesviertel ging sie zum Studium nach Heidelberg und Italien. 1940 emigrierte sie mit ihrem Mann über England in ihr endgültiges Exilland, die Dominikanische Republik. Hilde Domin jonglierte mit den Sprachen, besonders mit denen ihrer Exilländer. Ausgelöst durch eine schwere Krise kam sie zum Schreiben: „Da stand ich auf und ging heim, in das Wort … Das Wort aber war das deutsche Wort.“  1959 erschien in Deutschland ihr erster vielbeachteter Gedichtband “Nur eine Rose als Stütze”. Ihre Dichtung war engagiert, politisch, kreativ und gleichzeitig einfach. Bis ins hohe Alter unternahm sie Lesereisenauch nach Köln.

Treffpunkt: Riehler Straße 23
Dauer: 1,5 Std.
Kosten: 8 Euro
Termin
: Samstag, 31. März 2012, 14:00 Uhr

Echt Kölsch!

27. August 2011
14:00

Originelle Kölnerinnen und kölsche Verzällcher

Sie werden in Kölner Mundartliedern besungen oder liefern Vorlagen für beliebte Karnevalskostüme; sie wurden in Stein verewigt oder sind teilweise schon vergessen: Kölner Originale weiblichen Geschlechts.

Bei unserer Tour durch die Altstadt berichten wir vom Bärbelchen, hinterfragen die Geschichte von Jan und Griet und erinnen an Kölner Entertainerinnen wie Grete Fluss und Trude Herr.  Sie hören, wer sich hinter den “Böckderöck” verbirgt und gehen der Frage nach, warum die (traditionelle) Kölner Jungfrau ein Kerl ist. Dabei besichtigen wir Denkmäler und historische Schauplätze, wir hören Biografien und Lieder.

Treffpunkt: Am Hänneschentheater, Eisenmarkt
Dauer: 2 Stunden
Kosten: 8 Euro
Termin:
Samstag, 27. August 2011, 14:00 Uhr

Als die ‘göttliche Dreiheit’ weiblich war

21. August 2011
11:00bis18:00

Ausflug zum Matronenheiligtum

Matronenstein

In Nettersheim besuchen wir im Kulturbahnhof die Kunstausstellung “Meine Matronen” und im Naturschutzzentrum die Abteilung zur Matronenverehrung. Danach machen wir eine kurze Wanderung auf die Görresburg, wo wir die Überreste des atronenheiligtums besichtigen. Vor ca. 2.000 Jahren verehrte die Bevölkerung and dieser Stelle keltisch-germanische Schutz- und Muttergöttinnen. Bitte an Verpflegung und feste Schuhe denken.

Anmeldung erforderlich!

Treffpunkt: Infostand des Kölner Hbf
Dauer: ca. 7 Std.
Kosten: 19 Euro inkl. Zugticket und Eintritt
Termin
: Sonntag, 21. August 2011, um 11:00 Uhr

Tipp: Die Exkursion eignet sich gut für Geburtstage und andere Feiern. Eine Kaffeetafel kann in der “Römerquelle” bestellt werden.


Kunstseidenes Köln

25. März 2012
14:00bis16:00
13. Mai 2012
14:00bis16:00

Auf den Spuren von Irmgard Keun

Eine Schriftstellerin zeigt ihr ganz persönliches Köln. Irmgard Keun schrieb 1931 mit 26 Jahren ihren ersten Roman “Gilgi” und avancierte zu einer bekannten Schriftstellerin der Weimarer Republik. 1932 erschien “Das kunstseidene Mädchen”, das ein noch größerer Erfolg wurde. Die Nazis verboten ihre Bücher als dekadente “Asphaltliteratur” und trieben sie ins Exil. Dort verfasste sie “Nach Mitternacht”, einen Roman über Nazideutschland, den Egon Erwin Kisch als “großartigen Antinaziroman” bezeichnete.

Die Schauspielerin Sonja Kargel sschlüpft in die Rolle der Kölner Autorin und nimmt Sie auf diesem Stadtspaziergang mit auf eine Reise durch ihr Leben und ihre Werke – unangepasst, schnodderig, frech!

Treffpunkt: Platz hinter dem Kolumba-Museum, Ludwigstr. / Ecke Brückenstr.
Dauer: 2 Stunden
Kosten: 10 Euro
Termine: Sonntag, 25. März und 13. Mai 2012 als Muttertagstour,  jeweils um 14:00 Uhr