Vom Frauenwahlrecht zur Umdeutung feministischer Forderungen

15. März 2018
18:30bis21:00

Durchsetzung und Gefährdung von Frauenrechten vor 100 Jahren und heute

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts in Deuschland und anderen mitteleuropäischen Ländern organisieren wir eine Veranstaltung mit zwei Vorträgen und anschließender Diskussion.

Ein Blick auf die sehr unterschiedlichen Entwicklungen des Frauenwahlrechts in Europa im Laufe des 20. Jahrhunderts verdeutlicht die unterschiedlichen Strukturen, politischen und kulturellen Verhältnisse der einzelnen Länder. Dargestellt werden Faktoren und gesellschaftliche Strukturen, die das Frauenstimmrecht förderten und solche, die es lange Zeit verhinderten, wie z.B. die öffentlichen Volksabstimmungen in der Schweiz. Wie kam es, dass für Frauen andere Kriterien zur Erlangung des Wahlrechts aufgestellt wurden als für Männer wie höheres Alter, Bildung oder sogar sittlicher Lebenswandel?

Angesichts der aktuellen Erfolge rechtspopulistischer und -autoritärer Bewegungen bzw. Parteien thematisiert der zweite Vortrag die rechtsautoritären Diskurse, ihre strategische Rhetorik und ihre Auswirkungen für demokratische Geschlechterverhältnisse und die Konsequenzen für die feministische Bewegung. Inwiefern werden feministische Forderungen von rechtsautoritärer Seite angeeignet, umgedeutet und so für die eigenen politischen Zwecke instrumentalisiert? Welche Bedeutungen hat dies für die feministische Bewegung? Und wie lässt sich dieser Gefahr der Vereinnahmung entkommen?

Referentinnen: Henrike Bloemen (Universität Münster) und Bettina Bab (Frauenmuseum Bonn)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der VHS Köln.

Termin: Donnerstag, 15. März 2018 um 18:30 Uhr
Ort: VHS Studienhaus, Cecilienstraße 35