Veranstaltungen

Laufend Erinnern – geschichtlicher Rundgang durch das lesbisch-schwule Köln

Ma Baumgart

Ma Baumgart in voller Fahrt

Am 26. Juni 2010, Treffpunkt vor dem Agrippa-Bad

Der geschichtliche Rundgang durch das lesbisch-schwule Köln führte in diesem Jahr durch die südliche Altstadt zwischen Agrippabad und Neumarkt. Gemeinsam mit dem Centrum Schwule Geschichte und uns erinnerte der KLuST (Kölner Lesben- und Schwulen Tag) an Sittenmoral und Jugendschutz, den schwulen Buchladen Lavendelschwert in der Bayardsgasse, die Anfänge des LSVD in der Thieboldsgasse und die Aidsberatung im Gesundheitsamt. Am Marsilstein berichtete die Autorin und Zeitzeugin Claudia Pinl über das Frauencenter George Sand und über die Vorstellungen von gutem Benehmen der Gründerin, Ma Baumgart. Küssen war verboten! In der Wolkenburg organisierte Gertraut Müller, Lesbenaktivistin der ersten Stunde, mit anderen Frauen in den 70ern ein großes Frauenfest … mit bitteren Folgen für einen Express-Redakteur.

Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens

27. April 2010 im Literaturhaus

Auf den Tag genau am 25jährigen Führungsjubiläum des Kölner Frauengeschichtsverein fand in Kooperation mit dem Literaturhaus, dem Anderen Buchladen und uns eine ganz bezaubernde, heitere und sehr interessante Lesung über das neue Buch von Angela Steidele statt. Neben Einblicken in der Kölner Kulturleben zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging es um die beiden Protagonistinnen: Adele Schopenhauer – Schriftstellerin, Künstlerin, die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer – und die »Rheingräfin« Sibylle Mertens-Schaaffhausen verband eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit den dazugehörigen Höhen und Tiefen. Seit 1828 waren sie ein Paar: »am besten vergleichst Du uns ein paar Leuten, die sich spät finden und dann einander heiraten. Stürbe sie – so spräng ich jetzt in den Rhein, denn ich könnte nicht ohne sie bestehen«, schrieb Adele ihrer Freundin Ottilie von Goethe. Anhand vieler bisher unveröffentlichter Quellen erzählt Angela Steidele die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen: Pionierinnen, die in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt in der Liebe Grenzen einrissen, die ihnen als Frauen im 19. Jahrhundert gesteckt waren.

Eine zweite Lesung in der Universitätsbibliothek ist angedacht.

Jubiläumsführung – 25 Jahre Frauenstadtführungen in Köln

Martina Neschen brachte das Publikum zum Singen.

Martina Neschen brachte das Publikum zum Singen.

Jetzige und frühere Gästeführerinnen

Am 25. April im Hof des Vereinsbüros

Bei strahlendem Sonnenschein feierten wir am 25. April unser Jubiläum mit einer ganz besonderen Führung. 40 Frauen und 10 ehemaligen bzw. jetzige Stadtführerinnen waren mit von der Partie. Der Treffpunkt war im blühenden Hof des Vereinsbüros, wo wir mit den Teilnehmerinnen auf unseren Erfolg anstießen. Die beiden Initiatorinnen Irene Franken und Gwen Kiesewalter berichteten über die ersten Führungen und Martin Stankowski, ein Kollege, der ebenfalls 1985 zu den ersten Gästeführern in Köln gehörte, hielt eine Lobrede. Auf der Tour durch die Altstadt erinnerten wir an besondere Erfolge des Kölner Frauengeschichtsvereins wie die Umbenennung der Gasse Unter Seidmacher in Seidmacherinnengässchen und die Aufstockung der weiblichen Rathausfiguren von ursprünglich fünf auf 18 Frauen.

Verschiedene Gästeführerinnen stellten ihre Lieblingsthemen vor:  Die Spannbreite reichte von der Unterhaltungskünstlerin Grete Fluss, über die radikale Frauenrechtlerin Pauline Christmann und bis zum Streik bei der Lufthansa 1973, als Frauen nicht zur Pilotinnenausbildung zugelassen wurden. Zwischendurch sang die kölsche Sängerin Martina Neschen zum Teil selbst gedichtete Lieder und erheiterte das Publikum mit ihren Texten.

Lange Nacht der Dorothee Sölle

30. September 2009 in der Antoniterkirche

Am 30. September wäre Dorothee Sölle, die engagierte und streitbare Theologin aus Köln, 80 Jahre geworden. Aus diesem Anlass initiierten wir eine Hommage an sie. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Antoniterkirche und Melanchthon-Akademie in der voll besetzten Antoniterkirche statt – dort wo Dorothee Sölle Ende der 60er Jahre die politischen Nachtgebete mit initiiert hatte. Neben Rezitationen von Vrenely Busmann, kleinen Vorträgen und einigen Originaltönen  gab es eine Lesung mit Musik von Eli Wolf und Marlis Bredehorst und Interviews mit einigen ihrer WegbegleiterInnen: So interviewte Irene Franken Maria Mies und Gisela Kochs (Obdachlosenhilfe).

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für ihre Unterstützung und Teilnahme. Die Veranstaltung wurde vom Gülich-Fond des Kreisverbandes der Grünen unterstützt.

Laufend erinnern

27. Juni 2009 in der Kölner Innenstadt

Erinnerung an Gisela Koschig Gehm

Erinnerung an Gisela Koschig Gehm

Zu unseren regelmäßigen Veranstaltungen gehört eine Kooperation,  die mittlerweile Tradition hat:  ein Gedenkspaziergang zur Erinnerung an verstorbene Schwule und Lesben, der am Samstag vor dem CSD statt findet. Er wurde von der Kölner Aidshilfe und dem Klust entwickelt, die Durchführung liegt bei Kollegen vom Centrum Schwule Geschichte und uns.  Bei hochsommerlichen Temperaturen stellte Irene Franken einer großen Gruppe von Interessierten am Gedenkstein für die im NS verfolgten Homosexuellen die besondere Situation diskriminierter frauenliebender Frauen dar. An der Beethovenstraße/Ecke Engelbertstraße rief sie eine Pionierin der Frauen-/Lesbenbewegung in Erinnerung: Gisela Koschig-Gehm, die  zusammen mit Ulla Böll 1977 den ersten Frauenbuchladen nebst Café an der Engelbertstraße eröffnete (später in Frauenbuchladen Rhiannon umbenannt).  In den 80er Jahren war er ein wichtiges Zentrum der Kölner Frauenbewegung, aus dem sich viele Projekte entwickelten, so auch der Frauengeschichtsverein. Martin Sölle präsentierte entsprechend die Männerliebe in der Geschichte. Anschließend sang die Kölschblues-Sängerin Martina Neschen selbst geschriebene oder neu getextete Lieder, u. a. eines auf  Gisela Koschig-Gehm.

Spurensuche in der Kölner Universitätsbibliothek

Bücherspuren

27. Januar 2009 im Anderen Buchladen in Sülz

Am NS-Gedenktag anlässlich der Befreiung des KZs Auschwitz hatte der Frauengeschichtsverein eine gut besuchte Lesung organisiert, in der die Bibliothekarin Christiane Hoffrath unter dem Titel „Spurensuche“ über ihre Recherche nach dem Raubgut der Kölner Universitätsbibliothek berichtete. Sie referierte sehr anschaulich  über ihren Forschungsprozess, in dem sie auf zwei bedeutende jüdische Wissenschaftlerinnen stieß, Elise und Helene Richter. Unter anderem konnte feststellen,  dass die Kölner Universität Teile der Richterschen Bibliothek „günstig“ aus jüdischem Besitz erworben hatte. Irene Franken berichtete anlässlich der von ihr (zusammen mit Dr. Louis Peter) initiierten Benennung des Platzes vor der Universitäts-Bibliothek nach Elise Richter über die Sichtbarmachung von Frauengeschichte durch Straßenbenennungen. Anschließend fand eine Besichtigung der Ausstellung „Bücherspuren“ in der Universitätsbibliothek statt.

Zum Weiterlesen empfehlen wir das Buch von Christiane Hoffrath: Bücherspuren. Das Schicksal von Elise und Helene Richter und ihrer Bibliothek im “Dritten Reich”, 2009.

Songs für Nico – Hommage an Christa Päffgen

Am 19. Oktober 2008 im Bürgerzentrum Ehrenfeld

Christa Päffgen alias Nico wäre am 16.10.2008 70 Jahre alt geworden. Nicos Interpretationen der Songs von Velvet Underground sind berühmt geworden, ihre eigenen Lieder kennen dagegen nur wenige. Der Kölner Frauengeschichtsverein nahm Nicos Geburtstag zum Anlass, ihre eigenen Lieder vorzustellen, die eher an das Mittelalter als an Rco ‘n’ Roll erinnern. Die Kölner Musikerin Martina Neschen, die ebenfalls einen runden Geburtstag feierte, stellte ein paar Hundert Frauen im voll besetzten Saal des Bürgerzentrums ihre eigenen Lieder sowie Nicos Songs vor.
Schon 2006 war Nico in die Schlagzeilen geraten, als Irene Franken anregte, einen Platz vor dem neuen RTL-Gebäude nach ihr zu benennen. Die Stadt Köln hatte den Antrag jedoch mit der Begründung abgelehnt, ihre Lebenswandel sei nicht vorbildlich gewesen. Die Autorin Ingrid Strobl hielt auf der Veranstaltung einen berührenden Vortrag über die Sängerin und erzählte von Nicos ‘unsolidem’ Lebenswandel.