Veranstaltungen

Warum Frauen Berge besteigen sollten

26. November 2017
12:00bis13:30

Dokumentarfilm über Gerda Lerner, Pionierin der Frauengeschichtsforschungflyer_gerda lerner film

Als bahnbrechende feministische Historikerin, Autorin und soziale Reformerin ist Gerda Lerner (1920-2013) eine der inspirierendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie emigrierte aus dem nationalsozialistischen Wien in die USA, trat in die kommunistische Partei ein und war in der Bürgerrechtsbewegung aktiv. 1972 schrieb sie die überfällige Studie „Schwarze Frauen im weißen Amerika“, und 1986 „Die  Entstehung des Patriarchats“. Damit legte Gerda Lerner den Grundstein für die Frauengeschichtsschreibung.

Der Film von Renata Keller thematisiert das persönliche, berufliche und politische Leben Gerda Lerners. Ausgehend von den revolutionären Errungenschaften der Frauen im 20. Jahrhundert werfen die Regisseurin und ihre Protagonistin auch einen Blick in die Zukunft und gehen der Frage nach: Wo stehen die Frauen heute? Und was ist der nächste Schritt?

Termin: Sonntag 26.11.2017 um 12:00 Uhr
Eintritt: 8 €
Ort: Filmpalette Köln, Lübecker Str. 15
Kooperation mit Feminale e.V.

Wir bedanken uns für die Förderung des Nikolaus-Gülich-Fonds von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN.

Nikolaus-Gu¨lich-Fonds-Logo-100725-2

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv und das Frauenzentrum Ehrenfeld

17. November 2017
19:00bis21:00

Zeitzeuginnen berichtenehrenfeld frauenzentrum_kl

Die Pionierinnen der Kölner Frauenbewegung wollten die Arbeiterinnen des Stadtteils Ehrenfeld politisch aufklären. Hierfür nahmen sie monate- bis jahrelange Arbeit am Fließband bei 4711 in Kauf, um mit den Frauen in Kontakt zu kommen. Erfüllten sich ihre Hoffnungen oder war der Kampf gegen die Diskriminierung von Industriearbeiterinnen naiv? Welche Freiräume gab es damals, die heute undenkbar sind?  Der Wandel zum Zentrum der Abtreibungs-, Verhütungs- und Scheidungsberatung war weniger geplant als Ergebnis von Nachfragen. Mit ihren Abtreibungsfahrten bewegten sich die Feministinnen im Bereich der Illegalität. Welchen gesellschaftlichen Druck erfuhr das Projekt Mitte der 1970er Jahre? Wie verlief die theoretische Auseinandersetzung mit staatlicher und RAF-Gewalt? Und wie war das Verhältnis zur Frauenbefreiungsaktion/Frauenzentrum Eifelstrasse?

Ihre Mitwirkung auf dem Podium haben zugesagt:

  • aus der Gründungsgeneration Ina Hoerner
  • aus der mittleren Phase Eva Stegemann
  • aus der letzten Phase Sabine Tolkmitt

Digitales Deutsches Frauenarchiv

Irene Franken stellt  die Sammlung des Kölner Frauengeschichtsverein zur ‚Neuen‘ Frauenbewegung vor und die Beiträge des Vereins zum Digitalen Deutschen Frauenarchiv, das gerade mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums erstellt wird (http://www.ida-dachverband.de/ddf/).

Ziel des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF) ist es, erstmals Digitalisate, Bestandsdaten und weiterführende Informationen zur Frauenbewegungsgeschichte in Form eines Fachportals zu sammeln und zu präsentieren. Ein weiteres Anliegen des DDF ist es, Frauenbewegung in ihren unterschiedlichen Strömungen und Standpunkten ab 1800 darzustellen. Dabei werden historische und aktuelle gesellschaftspolitische Fragestellungen aufbereitet und zeitgemäß im Internet dargestellt. Das DDF bietet so die Grundlage für Forschungs-, Bildungs- und Informationsarbeit und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellungs- und Genderpolitik. BMFSFJ-gefördert-vom

Datum: Freitag 17.11.2017, 19 Uhr
Ort: Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11, 50667 KölnDDF_Logo_hoch_RGB_1x
Eintritt frei, Spenden willkommen

 

Gegenreformerin und Reformierte

7. November 2017
18:00bis19:30

Maria van Oisterwijk und Anna Maria van Schürman

Im Rahmen der Ausstellung zur Kölner Reformationsgeschichte im Historischen Archiv hält Irene Franken einen Vortrag über zwei Frauen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Konfession zu tun hatten. Die flämische Katholikin und Begine Maria van Oisterwijk wurde nach Köln gerufen, um bei der Gegenreformation gegen den erstarkenden Protestantismus mitzuwirken. Sie erhielt von hochstehenden Kartäusermönchen den Titel „geistliche Mutter“.

Die ca. 60 Jahre später in Köln geborene und calvinistisch erzogene Anna Maria van Schurman unterwarf sich einerseits den strengen konfessionellen Zuschreibungen an Frauen; andererseits betrat sie durch ihre Gelehrsamkeit und die Herausgabe eines Traktates über den Zugang der Frauen  zur akademischen Bildung neue Wege. Zentrale Aspekte des Vortrags sind Religiosität und Gehorsam.

Vortrag von Irene Franken

Termin: Dienstag, 7. November 2017 um 18 Uhr
Ort: Historisches Archiv Köln, Heumarkt 14

Podiumsgespräch über die drei ‚Frauenbewegungen‘

30. September 2017
11:00bis13:00

Feminismus als Trend bei Frauen und Männern

Seit der französischen Revolution kämpfen Frauen um Gleichberechtigung und Gleichstellung: seit dem 19. Jahrhundert in der ersten Frauenbewegung z.B. um Bildung und das Wahlrecht, in der neuen Frauenbewegung seit den 1960er Jahren z.B. um Frauenhäuser. In der dritten Welle der Frauenbewegung prangen die heutigen jungen Frauen – und auch Männer – an, dass die Gleichstellung immer noch nicht erreicht ist und setzen sich zudem mit Ethnozentrismus und einengenden Geschlechtsidentitäten auseinander. Sie sprechen ganz selbstverständlich vom zeitgenössischen Feminismus.

Die Veranstaltung beginnt mit einem Podiumsgespräch mit drei Referentinnen für jeweils eine Frauenbewegung:

  • Bettina Bab, Kölner Frauengeschichtsverein und Frauenmuseum Bonn
  • Carolina Brauckmann, Historikerin, Songwriterin, Moderatiorin
  • Freddie Heithoff, Kunterbuntes Einhorn

Veranstalterinnen: Arbeitskreis Kölner Frauenvereinigungen und Melanchthon-Akademie Köln

Termin: Samstag, 30. September 2017 um 11 Uhr
Ort: Melanchthon-Akademie, Karthäuserwall 24 b, 50678 Köln

Als Gerichte die Kinder wegnahmen

5. Juli 2017
19:30bis21:00
Kirsten Plötz

Kirsten Plötz

Lesbische Mütter ohne Sorgerecht

Bundesdeutsche Gerichte entzogen bis in die 1990er Jahre Elternteilen das Sorgerecht bzw. die elterliche Gewalt für ihre Kinder  –  wenn den Gerichten bekannt war, dass diese Elternteile gleichgeschlechtlich liebten. Das betraf offenbar vor allem lesbische Mütter. Diese Form der Repression ist bisher kaum bekannt. Die Historikerin und Expertin für die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte, Dr. Kirsten Plötz, stieß während ihrer Forschungen  über die Diskriminierung und Verfolgung weiblicher Homosexualität im Zeitraum der 1940er bis 70er Jahre im Bundesland Rheinland-Pfalz auf bislang unerschlossenes Quellenmaterial. Mit Blick auf die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und auf die Geschichte lesbischer Existenz ergeben sich neue Erkenntnisse von erheblicher Relevanz. Bericht über die Forschungsergebnisse mit  anschließender Diskussion.

Referentin: Dr. Kirsten Plötz

 

Termin: Mittwoch, 5. Juli, 19.30 Uhr
Ort: rubicon, Rubensstraße 8-10
Eintritt frei. Spende erwünscht

Eine Veranstaltung des rubicon im Rahmen des ColognePride 2017. Kooperationspartner_innen: Kölner Frauengeschichtsverein, Centrum Schwule Geschichte, ARCUS Stiftung

 

200 Jahre Mathilde Franziska Anneke

8. April 2017
15:00bis18:00

Begegnung mit einer Revolutionärin und Visionärin

Vorträge und Diskussion01_M F _Anneke_Zeichnung sprockh

Mathilde Franziska Anneke, eine der Figuren auf dem Ratsturm, lebte von 1847 bis 1849 in Köln und unterhielt hier ein ‚ästhetisch-communistisches Clübbchen‘. Die wegen ihrer Scheidung sozial geächtete alleinerziehende Mutter wurde feministische Revolutionärin. Pressefreiheit, kostenlose Bildung, Versammlungsfreiheit sowie die Abschaffung der Doppelmoral gegenüber Frauen waren einige ihrer Themen. 1849 beteiligte sie sich am badisch-pfälzischen Feldzug der Freischärler gegen die verhassten Preußen. Da dieser niedergeschlagen wurde, musste die Familie Anneke Deutschland verlassen.

Als politische Emigrantin kämpfte sie im US-amerikanischen Exil gegen Sklaverei und Rassismus  sowie für Frauenrechte. Bald gehörte sie in der deutschen Community von Milwaukee zu den bekanntesten politisch aufklärenden Demokratinnen. Sogar für das Frauenwahlrecht trat sie schon offensiv auf.

Programm des Colloquiums:

  • Das soziale Aus? Scheidung im Biedermeier (Annette Hanschke )
  • Frauen auf den Barrikaden? Der Kölner Kreis der 1848erinnen – Marx, Gottschalk und der Kölner Arbeiterverein (Christian Frings)
  • Annekes Beitrag zum Badisch-Pfälzischen Feldzug für demokratische Rechte (Irmgard Stamm)
  • Die erste deutsche emanzipatorische Frauenzeitung? (Irene Franken) und die Deutsche Frauenzeitung in den USA (Ina Hoerner)
  • Engagement im politischen Exil (Ina Hoerner)
  • Begehren und Zärtlichkeit im 19. Jahrhundert. Die Annekes, ein queeres Paar? (Irene Franken)
  • Rezeption, Würdigungen, Diskussion
  • Musik und ggf. gemeinsames Singen: Martina Neschen

Zeit: Samstag, 8. April 2017, 15 bis 18 Uhr
Ort: Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11, 50670 Köln, nahe Hohe Straße
Eintritt: 15 Euro (10 Euro ermäßigt)
Anmeldung erwünscht!

Feminism Inshallah

5. März 2017
12:00bis13:30

Dokumentarfilm über die Frauenbewegung in Nordafrika

Feminism-Inshallaho

Der Kampf für muslimische Frauenemanzipation wird oft stereotyp dargestellt als eine Machtprobe zwischen westlichen und islammischen Werten. Dabei wird gern übersehen, dass es seit über 100 Jahren einen arabischen Feminismus gibt. Die Regisseurin Fériel Ben Mahmoud aus Tunesien erzählt die in Europa kaum bekannte Geschichte vom ägyptischen Frauenrechtler Qasim Amin (um 1900), der ägyptischen Pionierin Huda Shaarawi bis zu den Aktivistinnen von heute. In Interviews mit Frauen verschiedener Generationen in Ägypten, Marokko, Algerien, Tunesien, Saudi Arabien sowie im Libanon sowie vielen historischen Archivaufnahmen hat die Regisseurin den Kampf um Frauenrechte in den muslimisch geprägten Gesellschaften dokumentiert.

„FEMINISM INSHALLAH is an indispensable resource for Women’s Studies, Global Feminism, Middle East and Islamic Studies.“ (Women Make Movies)

Originalton mit deutschen Untertiteln

Termin: So 05.03.2017 um 12:00 Uhr
Eintritt: 8 €
Ort: Filmpalette, Lübecker Str. 15 in 50668 Köln

Die Filmvorführung ist eine Kooperation mit Feminale e.V. und FilmInitiativ Köln e.V.