Veranstaltungen

Die Mütter sehen verdammt viel…

6. Juni 2018
19:30bis21:00

Lesung mit Antje Deistler und Milena Karas

Brit-Bennett_(Foto: © Emma Trim)

Brit Bennett (© Emma Trim)

Brit Bennett gilt als das Wunderkind der neuesten US-Literatur. Aus dem Stand sprang die 26-jährige Afroamerikanerin mit ihrem ersten Roman Die Mütter an die Spitze der Bestsellerliste. Die Mütter, so nennen sich die alten Frauen in der kleinen kalifornischen Gemeinde Oceanside, in der sie alles zu wissen meinen.

Die Mütter ahnen, dass Nadia Turner von Luke, dem Sohn des Pastors, schwanger wird. Das Kind bekommt sie nicht. Und bald kehrt Nadia der Kleinstadtenge den Rücken, sie geht aufs College, bereist die Welt. Zuvor aber freundet sie sich mit Aubrey an, die in Oceanside bleibt. Es dauert nicht lange und die Mütter feiern ein neues Paar in Oceanside: Aubrey und Luke Sheppard. Brit Bennett erzählt von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht in einer Gelassenheit, die staunen macht: ein lebenskluger Roman über das Amerika von heute und das Amerika von morgen. Moderatorin Antje Deistler fragt sie nach dem, was uns hält und bindet. Sprecherin Milena Karas liest aus der Übersetzung von Robin Detje.

Veranstaltung des Literaturhauses Köln in Kooperation mit dem Kölner Frauengeschichtsverein

Termin: Mittwoch, 6. Juni 2018 um 19:30 Uhr
Ort: Literaturhaus Köln, Großer Griechenmarkt 39, 50676 Köln
Eintritt: 10,- / 8,- € | Mitglieder: 6,- €

Beate Zschäpe und der NSU-Prozess

3. Mai 2018
19:30bis21:30

Beate Zschäpe – das Gesicht des NSU?

Das Verfahren gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, André Eminger, Holger Gerlach und Carsten Sch. begann am 6. Mai 2013 am Münchner Oberlandesgericht. Nach  fünf Jahren ist das Ende des so genannten NSU-Prozesses in Sicht.

Charlie Kaufhold referiert über die mediale Darstellung der Frau, die im Zentrum der Berichterstattung steht, die Hauptangeklagte Beate Zschäpe. Sie wird stark vergeschlechtlicht gezeichnet. Dabei zeigten sich zwei Extreme: Entweder sie wird verharmlost und etwa als unpolitische Hausfrau dargestellt – oder sie wird dämonisiert, als personifiziertes Böses, als “Teufel” (Bild-Zeitung) dargestellt. Wozu dient diese gegenderte Darstellung?

Edith Lunnebach als eine der Nebenklägerinnen des NSU-Prozesses gibt einen Rückblick über den Prozess. Beide Referentinnen diskutieren mit dem Publikum, wie die Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex nach der Urteilsverkündung aussehen könnte.

Referent*innen
Charlie Kaufhold, Autorin des Buches „In guter Gesellschaft? Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung über Beate Zschäpe“ , macht politische Bildungsarbeit und promoviert zur extremen Rechten. Edith Lunnebach, früher Juristin beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, seit  1978 u.a. Strafverteidigerin auch in OLG-erstinstanzlichen Großverfahren.

In Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum und der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs).

Termin: 3. Mai 2018, um 19:30 Uhr
Ort: EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23
Eintritt: 7,00 €, erm. 5,00 €

Feministische Kritik und Erweiterungen marxscher Theorie

14. April 2018
14:00bis15:30

Marx 200: Karl Marx in Köln – Demokratie und Sozialismus

Am 14. April findet eine Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW statt in Kopperation mit VHS Köln, DGB-Stadtverband Köln, Friedensbildungswerk Köln, Hochschulgruppe SoWi, SoFoR, Club Dialektik, Kölner Frauengeschichtsverein.

Vor 200 Jahren wurde Karl Marx in Trier geboren, er lebte zeitweise auch in Köln. Welche Rolle spielte Karl Marx in den Kämpfen seiner Zeit um Demokratie und Sozialismus, an denen er ja auch in Köln als Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung und Mitglied im Kölner Arbeiterverein beteiligt war? Was kann das Marxsche Werk heute noch beitragen zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse und zur Entwicklung eines Zukunftsentwurfs?

Dr. Muriel González anlysiert die marxsche Theorie aus feministischer Perspektive. Marx sah weder die unbezahlte Reproduktions- und Carearbeit noch die Tatsache, dass Kapitalismus, Patriarchat und Rassismus miteinander verknüpfte Herrschaftsstrukturen sind, die für die Lohnarbeitsverhältnisse zentral und für die Unterdrückung von Frauen funktional sind.

Termin: 14. April 2018, ab 14:00 Uhr
Ort: VHS-Studienhaus am Neumarkt, Cäcilienstraße 35, 50667 Köln

Mathilde F. Anneke und Karl Marx in Köln

15. April 2018
12:00bis14:00
Mathilde Franziska Anneke

Mathilde Franziska Anneke

Stadtspaziergang zu zwei Kölner RevolutionärInnen

Mathilde F. Anneke arbeitete im Revolutionsjahr journalistisch in Köln und gab mit ihrem Mann die ĺinke „Neue Kölnische Zeitung“ heraus. Im badisch-pfälzischen Feldzug kämpfte sie gegen das preußische Militär, floh dann ins amerikanische Exil, engagierte sich dort u.a. für das Frauenwahlrecht und wurde so eine Protagonistin der feministischen Bewegung.

Karl Marx kam 1848 ins revolutionär gestimmte Köln und unterstützte die demokratische Bewegung als Redakteur der „Neuen Rheinischen Zeitung“ und engagierte sich im „Kölner Arbeiterverein.“ Er wurde aus Preußen ausgewiesen, emigrierte mit seiner Familie nach London und verfasste dort sein Hauptwerk: „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie.“

Beide, die Sozialistin und Feministin Mathilde F. Anneke und der kommunistische Theoretiker Karl Marx, unterstützten mit journalistischen Mitteln in zwei komplementären Publikationsprojekten die revolutionäre Bewegung in Köln. Als für Köln politisch bedeutende Persönlichkeiten sind beide auf dem Kölner Ratsturm verewigt.

Es führt Sie Ina Hoerner.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Termin: 15. April 2018 um 12 Uhr
Treffpunkt: Breslauer Platz am Brunnen
Spenden erwünscht.

Vom Frauenwahlrecht zur Umdeutung feministischer Forderungen

15. März 2018
18:30bis21:00
Henrike Bloemen von der Universität Münster

Henrike Bloemen von der Universität Münster

Durchsetzung von Frauenrechten vor 100 Jahren – Gefährdung  heute?

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts in Deuschland und anderen mitteleuropäischen Ländern organisieren wir eine Veranstaltung mit zwei Vorträgen und anschließender Diskussion.

Ein Blick auf die sehr unterschiedlichen Entwicklungen des Frauenwahlrechts in Europa im Laufe des 20. Jahrhunderts verdeutlicht die unterschiedlichen Strukturen, politischen und kulturellen Verhältnisse der einzelnen Länder. Dargestellt werden Faktoren und gesellschaftliche Strukturen, die das Frauenstimmrecht förderten und solche, die es lange Zeit verhinderten. Wie kam es, dass für Frauen andere Kriterien zur Erlangung des Wahlrechts aufgestellt wurden als für Männer wie höheres Alter, Bildung oder sogar sittlicher Lebenswandel?

Angesichts der aktuellen Erfolge rechtspopulistischer und -autoritärer Bewegungen bzw. Parteien – wie AfD und viele andere Gruppierungen – thematisiert der zweite Vortrag die rechtsautoritären Diskurse, ihre strategische Rhetorik und ihre Auswirkungen für demokratische Geschlechterverhältnisse und die Konsequenzen für die feministische Bewegung. Inwiefern werden feministische Forderungen von rechtsautoritärer Seite angeeignet, umgedeutet und so für die eigenen politischen Zwecke instrumentalisiert? Welche Bedeutungen hat dies für die feministische Bewegung? Und wie lässt sich dieser Gefahr der Vereinnahmung entkommen?

Referentinnen: Henrike Bloemen (Universität Münster) und Bettina Bab (Frauenmuseum Bonn)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der VHS Köln.

Termin: Donnerstag, 15. März 2018 um 18:30 Uhr
Ort: VHS Studienhaus, Cecilienstraße 35, Raum 415 im 4. Stock

 

 

 

„Mit Macht zur Wahl“ – 100 Jahre Frauenwahlrecht in Europa und in Köln

9. März 2018
15:30bis16:00
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Mathilde v. Mevissen, führende Frauenrechtlerin in Köln, Vertreterin des konservativen Flügels (© Rhein. Bildarchiv)

Ausstellung des Frauenmuseums Bonn

mit Ergänzungen des Frauengeschichtsvereins

1906 erhielten die Finninnen als erste Europäerinnen das Wahlrecht; 1984 bekamen es schließlich die Liechtensteinerinnen als letzte. Die Frauen, die sich über 100 Jahre für ihre politischen Rechte einsetzten, trafen auf sehr unterschiedliche politische, soziale und kulturelle Bedingungen. Entsprechend unterschiedlich waren ihre Strategien: Zunächst sammelten sie Unterschriften und reichten Petitionen ein. Nur zögerlich überwanden bürgerliche Frauen ihre Standesdünkel und organisierten Demonstrationen. Während  die Frauenrechtlerinnen in vielen Ländern „diplomatisch“ vorgingen, entschieden sich wenige für zivilen Ungehorsam. Englische Suffragetten schockierten nach Jahrzehnte langem friedlichen Engagement schließlich mit militanten Methoden.

Die Frauen brauchten Mut, Ausdauer und Phantasie, um ihr Ziel zu erreichen. Sie mussten viele Vorurteile und Verbote überwinden. Immer wieder „erfanden“ Politiker die unglaublichsten Hindernisse, um Frauen das Wahlrecht zu verweigern bzw. gestatteten nur bestimmten Frauengruppen zu wählen.

Plakat aus Köln (© Kölnisches Stadtmuseum)

Plakat aus Köln (© Kölnisches Stadtmuseum)

Die Ausstellung präsentiert den Kampf der Frauenrechtlerinnen aus 18 europäischen Ländern. Sie zeigt auf, weshalb die skandinavischen Staaten zu Vorreitern wurden, während die Schweiz und Liechtenstein die Schlusslichter in Europa bildeten. Abschließend wird gefragt mit welchen Konzepten und unter welchen Bedingungen sie an die Macht kommen.

Der Kölner Frauengeschichtsverein ergänzt die Präsentation mit Informationen zu Kölner Frauen, die sich mit eher zurückhaltend für das Frauenwahlrecht einsetzten, mehrheitlich allerdings nur für ein undemokratisches Dreiklassenwahlrecht. Die wenigen Radikalen und aktiven SPD-Frauen hatten in Köln keinen großen Einfluss.

Herzlichen Dank!
Kooperation mit dem Amt für Gleichstellung der Stadt Köln.

Eröffnung: 9. März 2018, 15:30 -16:00Uhr
Laufzeit: 9.3.-28.3.2018
Ort: Spanischer Bau, Rathaus der Stadt Köln
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do 8 bis 16 Uhr, Di 8 bis 18 Uhr, Fr 8 bis 12 Uhr

Alice Paul – Der Weg zum Licht

4. März 2018
12:00bis14:00

Spielfilm über die radikale Wahlrechtsbewegung in den USA

Alice Paul

Alice Paul

Der Film von Katja von Garnier handelt von Alice Paul und ihren Wegbegleiterinnen, die ab 1912 mit neuen Mitteln für das Frauenwahlrecht kämpften. Da die junge Generation mit den älteren Wegbereiterinnen nicht mehr überein stimmten, gründeten sie die „National Women‘s Party“, die mit Mahnwachen vor dem Weißen Haus und direkter Kritik am Präsidenten auf sich aufmerksam machten. Die jungen Frauenrechtlerinnen wurden verhaftet und zu extremen Strafen verurteilt. Im Gefängnis traten sie in Hungerstreik. Als die Zustände bekannt wurden, erhielten sie viel Unterstützung, so dass der Präsident unter Druck geriet und schließlich nachgeben musste.
Der Film zeigt ein detailgetreues kämpferisches Bild der US-amerikanischen Frauen- und Wahlrechtsbewegung. Im Anschluss an die Vorführung ist ein Gespräch möglich.

Termin: Sonntag 04.03.2018 um 12:00 Uhr
Eintritt: 8 €
Ort: Filmpalette, Lübecker Str. 15, 50668 Köln

Die Filmvorführung ist eine Kooperation mit Feminale e.V.