Werkstatt zum Thema: Frauen im Widerstand in Köln (Rheinland)
Das Thema Frauen und Widerstand ist noch immer unterbelichtet. Das hat verschiedene Ursachen: Die Männer, oft Partner, achteten ihre Aktivitäten nicht, die Geschichtsschreibung vernachlässigte
sie und auch die Frauen selbst stell(t)en oft ihr Licht unter den Scheffel. In der Werkstatt fragen wir zunächst nach eigenen Definitionen von Widerstand, stellen erstmals in größerer Anzahl Biografien von nonkonformen und widerständigen Frauen vor, die auf unterschiedliche Weise aktiv waren. Wir nutzen verschiedene Formate wie Interview- und Filmausschnitte und lesen aus Texten von Frauen, die früh auf drohende Gefahren hinwiesen.
Renee Levy
Stolperstein für eine ermordete ‘Rundfunkhörerin’
Maria Fensky
Drei Personen erzählen als sog. ‚Zweitzeuginnen‘ über ihre widerständigen (Schwieger-) Mütter aus unterschiedlichen Milieus.
Ein Ziel soll die langfristige Sichtbarmachung z.B. in einer Ausstellung, einem Internetauftritt oder
Straßenbenennungen sein. Abschließend diskutieren wir, was heute an Mut und Widerstand nötig und angemessen ist.
Eine Veranstaltung des Kölner Frauengeschichtsvereins in Kooperation mit dem Verein EL-DE-Haus, Ansprechpersonen: Irene Franken und Claudia Wörmann
Lange vergessener Widerstand von Frauen. Vortrag von Dr. Florence Hervé
Widerständskämpferinnen aus mehr als zwanzig europäischen Ländern widersetzten sich der Terrorherrschaft des NS-Regimes und dem Krieg. Sie haben für die Werte der Freiheit, des Friedens, der Menschenwürde
und der Solidarität ihr Leben riskiert und zur Befreiung vom deutschen
Faschismus vor 80 Jahren beigetragen.
Noch immer sind viel zu viele Widerstandskämpferinnen unsichtbar. Die in Florence’ neuem Buch porträtierten Frauen kamen aus mehr als zwanzig europäischen Ländern, sie beteiligten sich an verschiedensten Aktionen des antifaschistischen Widerstands, auch transnational, übernahmen Verantwortung und waren immer wieder auch unter Waffen im Einsatz. Sie kämpften für Freiheit, Frieden, Menschenwürde und Solidarität, sie riskierten ihr Leben – und trugen zur Befreiung bei. Dabei emanzipierten sich viele auch von traditionellen Geschlechterrollen. Diese Frauen machen Mut für das heutige Auftreten gegen Rechtspopulismus, Rassismus, Sexismus, Neofaschismus und Krieg.
„Mir zeynen do!“ – Der Ghettoaufstand und die Partisan:innen von Białystok.
Dokumentarfilm von Ingrid Strobl. BRD, 1992, 90 Min.
Ein Film über jüdische Widerstandskämpferinnen, die am Aufstand gegen die fortlaufende Liquidierung des Bialystoker Ghettos 1943 durch die Nationalsozialist:innen beteiligt waren, die zu den wenigen Überlebenden zählten und die anschließend mit falscher Identität gemeinsam mit sowjetischen Partisan:innen gegen die Vernichtungspolitik der Nazis kämpften. Ingrid Strobl verbindet eine Schilderung der Ereignisse mit ausführlichen Interviews, in denen Lisa Chapnik, Chaika Grossman (Bild oben) und Anja Rud diesen Kampf und ihre Rolle erinnern und reflektieren.
Vor dem Film wird es nur eine kurze Einführung geben, im Anschluss ist Zeit für ein Filmgespräch.
“Im Gedenken an Ingrid, die uns am 25.01.24 für immer verlassen hat und doch auf vielfältige Weise noch bei uns ist.” – Wir kooperieren mit einem Netzwerk der Freundinnen von Ingrid Strobl.