Alle Artikel zum Thema Geschichte

Laufend Erinnern – geschichtlicher Rundgang durch das lesbisch-schwule Köln

Ma Baumgart

Am 26. Juni 2010, Treffpunkt vor dem Agrippa-Bad

Der geschichtliche Rundgang durch das lesbisch-schwule Köln führte in diesem Jahr durch die südliche Altstadt zwischen Agrippabad und Neumarkt. Gemeinsam mit dem Centrum Schwule Geschichte und uns erinnerte der KLuST (Kölner Lesben- und Schwulentag e.V.) an Sittenmoral und Jugendschutz, den schwulen Buchladen Lavendelschwert in der Bayardsgasse, die Anfänge des LSVD in der Thieboldsgasse und die Aidsberatung im Gesundheitsamt. Am Marsilstein berichtete die Autorin und Zeitzeugin Claudia Pinl über das Frauencenter George Sand und über die Vorstellungen von gutem Benehmen der Gründerin Ma Braungart. Küssen war verboten! In der Wolkenburg organisierte Gertraut Müller, Lesbenaktivistin der ersten Stunde, mit anderen Frauen in den 70ern ein großes Frauenfest … mit bitteren Folgen für einen Express-Redakteur.

Marianne Rörig

Am 29. April 2010 ist unsere älteste Mitfrau Marianne Rörig gestorben. Vor kurzem Marianne Rörig2haben wir auf ihren 90. Geburtstag angestoßen. Bis zu ihrem Tod war sie eine treue Unterstützerin des Kölner Frauengeschichtsvereins und interessierte sich sehr für alle unsere Aktivitäten. Solange ihre Beine sie trugen nahm sie an vielen Führungen teil. Seit 15 Jahren gehörte sie – als weitaus älteste – einem Arbeitskreis an und diskutierte mit uns lebhaft über Frauengeschichte und Frauenpolitik. Noch im hohen Alter bereitete sie auch selbst Themen vor. Ihre geistige Aufgeschlossenheit und Lebensweisheit sind uns ein großes Vorbild. Wir werden ihre warmherzige Art und besonders ihren unvergleichlichen trockenen Humor sehr vermissen, mit dem sie uns so oft zum Lachen brachte.

Marianne Rörig hatte sich vor ihrem Tod gegen Blumen zur Trauerfeier ausgesprochen und stattdessen um Spenden an den Frauengeschichtsverein gebeten. Wir sind gerührt von dieser Fürsorge und danken Dir sehr, Marianne.

Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens

27. April 2010 im Literaturhaus

Auf den Tag genau am 25jährigen Führungsjubiläum des Kölner Frauengeschichtsvereins fand in Kooperation mit dem Literaturhaus, dem Anderen Buchladen und uns eine ganz bezaubernde, heitere und sehr interessante Lesung über das neue Buch von Angela Steidele statt. Neben Einblicken in der Kölner Kulturleben zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging es um die beiden Protagonistinnen: Adele Schopenhauer – Schriftstellerin, Künstlerin, die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer – und die »Rheingräfin« Sibylle Mertens-Schaaffhausen verband eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit den dazugehörigen Höhen und Tiefen. Seit 1828 waren sie ein Paar: »am besten vergleichst Du uns ein paar Leuten, die sich spät finden und dann einander heiraten. Stürbe sie – so spräng ich jetzt in den Rhein, denn ich könnte nicht ohne sie bestehen« schrieb Adele ihrer Freundin Ottilie von Goethe. Anhand vieler bisher unveröffentlichter Quellen erzählt Angela Steidele die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen: Pionierinnen, die in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt in der Liebe Grenzen einrissen, die ihnen als Frauen im 19. Jahrhundert gesteckt waren.

Eine zweite Lesung in der Universitätsbibliothek ist vorgesehen.

Laufend erinnern

27. Juni 2009 in der Kölner Innenstadt

 

Erinnerung an Gisela Koschig Gehm

Erinnerung an Gisela Koschig Gehm

Zu unseren regelmäßigen Veranstaltungen gehört eine Kooperation,  die mittlerweile Tradition hat:  ein Gedenkspaziergang zur Erinnerung an verstorbene Schwule und Lesben, der am Samstag vor dem CSD statt findet. Er wurde von der Kölner Aidshilfe und dem Klust entwickelt, die Durchführung liegt bei Kollegen vom Centrum Schwule Geschichte und uns.  Bei hochsommerlichen Temperaturen stellte Irene Franken einer großen Gruppe von Interessierten am Gedenkstein für die im NS verfolgten Homosexuellen die besondere Situation diskriminierter frauenliebender Frauen dar. An der Beethovenstraße/Ecke Engelbertstraße rief sie eine Pionierin der Frauen-/Lesbenbewegung in Erinnerung: Gisela Koschig-Gehm, die  zusammen mit Ulla Böll 1977 den ersten Frauenbuchladen nebst Café an der Engelbertstraße eröffnete (später in Frauenbuchladen Rhiannon umbenannt).  In den 80er Jahren war er ein wichtiges Zentrum der Kölner Frauenbewegung, aus dem sich viele Projekte entwickelten, so auch der Frauengeschichtsverein. Martin Sölle präsentierte entsprechend die Männerliebe in der Geschichte. Anschließend sang die Kölschblues-Sängerin Martina Neschen selbst geschriebene oder neu getextete Lieder, u. a. eines auf  Gisela Koschig-Gehm.

Spurensuche in der Kölner Universitätsbibliothek

Bücherspuren

27. Januar 2009 im Anderen Buchladen in Sülz

Am NS-Gedenktag anlässlich der Befreiung des KZs Auschwitz hatte der Frauengeschichtsverein eine gut besuchte Lesung organisiert, in der die Bibliothekarin Christiane Hoffrath unter dem Titel „Spurensuche“ über ihre Recherche nach dem Raubgut der Kölner Universitätsbibliothek berichtete. Sie referierte sehr anschaulich  über ihren Forschungsprozess, in dem sie auf zwei bedeutende jüdische Wissenschaftlerinnen stieß: Elise und Helene Richter. Unter anderem stellt sie fest,  dass die Kölner Universität Teile der Richterschen Bibliothek „günstig“ aus jüdischem Besitz erworben hatte. Irene Franken berichtete anlässlich der von ihr (zusammen mit Dr. Louis Peter) initiierten Benennung des Platzes vor der Universitäts-Bibliothek nach Elise Richter über die Sichtbarmachung von Frauengeschichte durch Straßenbenennungen. Anschließend fand eine Besichtigung der Ausstellung „Bücherspuren“ in der Universitätsbibliothek statt.

Zum Weiterlesen empfehlen wir das Buch von Christiane Hoffrath: Bücherspuren. Das Schicksal von Elise und Helene Richter und ihrer Bibliothek im “Dritten Reich”, 2009.

Wir machen die Geschichte von Frauen sichtbar

Seit 1985 führen wir frauengeschichtliche Stadtrundgänge durch. Was mit einer ganztätigen Tour anfing, hat sich zu einem vielfältigen Programm mit ca. 30 verschiedenen Angeboten entwickelt. Die Themenpalette ist breit gestreut – teils heiter und teils ernst. Wir bieten Ihnen einen persönlichen Zugang zur Geschichte. Neben der Wissensvermittlung kommen aber auch das leibliche Wohl und die Unterhaltung nicht zu kurz. So haben wir u. a. die “Köstlich-Tour” mit Café- und Brauhausbesuch im Angebot. Kurzweilig geht es auch auf der Theaterführung auf den Spuren von Irmgard Keun zu.

Unser Ziel ist es, das Wirken von Frauen aus der Vergangnenheit transparent zu machen und mit der Gegenwart in Beziehung zu setzen. Dabei wollen wir den Teilnehmenden vermitteln, dass auch ihr Leben und ihre Erfahrungen Teil der Geschichte sind.

Wir zeigen, wie lebendig und aktuell Frauengeschichte ist.

Neben einigen gekennzeichneten Rundgängen, die wir exklusiv für Frauen durchführen, sind ansonsten auch Männer stets willkommen. Trauen Sie sich!

Ausführliche Informationen zum Inhalt und Treffpunkt bekommen Sie in der Rubrik Themenübersicht. Einen Überblick über die verschiedenen Angebote finden Sie auch rechts im Menü mit Klick auf das gewünschte Thema. Rechts finden Sie im Terminkalender alle Tage mit Angeboten farblich hervorgehoben.
Damit Sie zukünftig keinen Termin mehr verpassen, können Sie unter dem Schriftzug TERMINKALENDER mit einem Klick auf das Symbol alle Termine in das Kalenderprogramm auf Ihren Computer übertragen und im Abonnement automatisch aktualisieren lassen.

Unter der Rubrik Organisation finden Sie Details zu Buchungen von Gruppenführungen und Anmeldungen.

Für alle Führungen können Sie auch Gutscheine als Geschenk bestellen!

Wenn Sie eine Karte im Vorverkauf erwerben wollen, über weisen Sie das Geld bitte auf das Konto-Nr. 8171301, Bank für Sozialwirtschaft BLZ 37020500.

Pionierinnen im Rheinauhafen

24. März 2012
14:00bis16:00
Bau Gathermann und FrauenMediaTurm

Bau Gatermann und FrauenMediaTurm

Neue Frauen-Straßennamen und Architekturgeschichte

Was ist im Malakoff-Turm? Welche Schätze hütet der FrauenMediaTurm? Die beiden einstigen Wahrzeichen gehören neben den ultramodernen Kranhäusern zum neuen architektonischen Gesamtkonzept. Zum Tag des offenen Denkmals besichtigen wir das Krafthaus des ehemaligen Hafens.

Der Rheinauhafen ist ein Ort der Frauen: Stararchitektin Dörte Gatermann hat hier  ihre Handschrift hinterlassen. Auch andere Pionierinnen sind gegenwärtig. Dank einer Initiative der Grünen und des Kölner Frauengeschichtsvereins sind sechs Straßen und Plätze nach bekannten Kölnerinnen benannt: Anna Maria van Schürmann – “Allround-Genie”; Verlegerin Katharina Schauberg;  Clementine Martin, die den “Klosterfrau Melissengeist” erfand; die Sozialistin Anna Schneider; Laura Oelbermann – Millionen schwere Stifterin, und die Goldschmiedin Elisabeth Treskow.

Treffpunkt: Malakoff-Turm, Am Leystapel (Nähe Schokoladenmuseum)
Dauer: 2 Stunden
Kosten: 10 Euro
Termin:
Samstag, 24. März 2012,  14:00 Uhr