Bei einem Online-Voting für “Bessermacher”(innen) haben wir dank eurer tollen Einsendungen die erste Stufe erreicht und 5.000 Euro gewonnen. Ihr habt unsere Stärken hervorgehoben und unsere langjährige Arbeit gewürdigt. Wir waren sehr gerührt über manche der Belobigungen, das tut so gut! Merci!! Einen großen Dank auch an die Damen Imhoff der gleichnamigen Stiftung, die zu deren 25-jährigem Jubiläum dieses Voting aufgerufen haben und damit vielen tollen Vereinen eine Plattform bieten. Am Sonntag den 30.11. gibt es dazu ein großes Treffen und Kennenlernen der Sieger*innen, auf das wir uns sehr freuen.
sorry, stellvertretend ein KI-Bild, weil wir nicht gemeinsam im Büro waren um zu jubeln …
Weitere Chancen gibt es am Donnerstag den 4.12., wenn aus einer Lostrommel drei weitere Institutionen gezogen werden und auf einen höheren Gewinn rechnen können – es bleibt spannend!
Als Kind entsprach Christa Wichterich äußerlich dem Klischee des braven Mädchens. Aber sie war alles andere als ein typisches Girlie. In Bonn und München studiert sie Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie, anschließend noch Soziologie. Erste Lehrtätigkeiten führen sie in den Iran und nach Indien. Dort trifft sie die feministische Soziologin Maria Mies, die sie einlädt im Redaktionskollektiv der „Beiträge für feministische Theorie und Praxis“ mitzuarbeiten. … Ihre Themen werden Globalisierung, Bevölkerungspolitik, feministische Ökonomie – und Care-Arbeit: 2023 gibt sie zusammen mit Maja John den Band „Who cares? Care Extraction and the Struggles of Indian Health Workers“ heraus.
Das konnte sich keine vorstellen. Am 27. April 1985 führten Irene Fanken und Edith Gwen Kiesewealter erstmal ganztägig durch Köln und hoben Themen hervor, die das Leben von Frauen betrafen. Sie haben einen neuen Blick auf die Stadt etabliert. 40 Jahre später feiern wir in Anwesenheit der NRW-Ministerin Josefine Paul und ca. 50 Teilnehmenden zu Füßen der Skulptur der Immaculata dieses Jubiläum. Nach einem neuen Rundgang im Gereonsviertel gibt es Saft und Sekt und spannende Gespräche über die Abeit des 1986 gegründeten Frauengeschichtsvereins, die Notwendigkeit des Feminismus oder die aktuelle politische Lage.
1985 führte der Rundgang von der Stadpatronin (-matrone?) St. Ursula ´zum Grab der Kaiserin Theophanu, es ging für eine ganze Stunde ins Stadtarchiv, sodann ins noch recht unbekannte NS-Dokumentationszentrum, die beiden behandelten Themen wie Prostitution, Strassennamen, Frauenzünfte, Hexenverfolgung etc. Es berichtete die Aktuelle Stunde (WDR TV), DIE ZEIT, Das Parlament, der Kölner Stadtanzeiger und viele andere Medien. – Heute bietet der Verein mehr als 30 Rundgänge an. Das Team der Stadtführerinnen hat sich auf ca. 20 vergrossert.
Beruflich arbeitete sie als Kulturredakteurin bei der Kölner Stadtrevue, sie produzierte als freie Autorin Hörfunk- und Fernseh-Beiträge für den Westdeutschen Rundfunk und war Dozentin an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Viele ihrer Dokumentationen für Arte, WDR und das ZDF haben Filmkritiker und Publikum gleichermaßen beindruckt. Darunter der eindringliche, autobiografische Film „Danach hätte es schön sein müssen“, „Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen“, „Nach dem Mord an Theo von Gogh“ oder „Die Helfer und die Frauen“, für den sie 2003 den ARTE-Dokumentarfilmpreis und 2004 den Grimme-Preis erhielt.
Zugleich war sie eine der acht Frauen, die 1983 in Köln das erste Internationale Frauenfilmfestival in Deutschland gründeten, die Feminale. Damals wollten die feministisch engagierten Studentinnen Filme radikal anders machen, sowohl formal, als auch inhaltlich. Heute ist sie Professorin an der HFF München, der Hochschule für Fernsehen und Film in München.
Gleichstellung und Erinnerungsarbeit müssen weiter gestärkt werden
veröffentlicht 27. Februar 2025
Die Bundestagswahl 2025 markiert eine politische Zäsur: Der Frauenanteil im Parlament ist stark gesunken. Das DDF unterstreicht daher die Relevanz feministischer Netzwerke, gesicherter Informationen und historischer Kontinuitäten im Einsatz für eine demokratische und vielfältige Gesellschaft.
Mit 80 Prozent hat die Mehrheit der Wahlberechtigten ihre Stimmen demokratischen Parteien gegeben. Insbesondere junge Frauen haben sich deutlich für eine progressive und diverse Politik entschieden. Forderungen nach Gleichberechtigung, Gewaltschutz, sozialer Teilhabe, Umweltschutz, Vielfalt und Antidiskriminierung mobilisieren. Diese Themen begleiten die Demokratiegeschichte – und sie sind tief in der demokratischen Zivilgesellschaft verankert.
Die Ergebnisse der Bundestagswahl markieren dennoch eine politische Zäsur und machen die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung deutlich. Besonders der stark gesunkene Frauenanteil im Bundestag bedeutet zudem einen Rückschritt für die politische Repräsentation und Gleichstellung.
Seit fast 200 Jahren kämpfen feministische Bewegungen für Gleichberechtigung – immer im engen Schulterschluss mit demokratischen Kräften. „Historisch wie heute sind feministische Errungenschaften keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis überparteilicher Bündnisse, regionaler und internationaler Solidaritäten“, sagt Sabine Balke Estremadoyro, DDF-Geschäftsführerin. „Gerade jetzt ist es umso wichtiger, ihre Errungenschaften zu schützen und weiter zu stärken. Gleichstellung und Erinnerungsarbeit dürfen nicht zurückgedrängt werden. Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit gehören zusammen – gestern, heute und morgen.“
Emanzipatorische Erinnerungseinrichtungen sind dabei von zentraler Bedeutung: Sie bewahren die Geschichte der Bewegungen, machen Kämpfe für Gleichberechtigung sichtbar und stärken eine vielfältige Forschung, Wissenschaft, Bildung und Medienarbeit. „Unverzichtbare Arbeit vor Ort leisten hier die regionalen Erinnerungseinrichtungen“, betont Balke Estremadoyro. „Sie sind verankert in lokalen demokratischen Netzwerken, fördern Austausch und Vermittlung und machen deutlich, dass feministische Geschichte bundesweit gelebt und weitergeschrieben wird. Ihre Arbeit ist essenziell für die Demokratiegeschichte – sie muss gesichert und weiter gefördert werden.“
Wir rufen alle demokratischen Parteien dazu auf, gemeinsam für die Werte der Gleichberechtigung, Diversität und Inklusion einzutreten und sich entschieden gegen jede Form von Diskriminierung zu stellen.
Der Frauengeschichtsverein muss wieder umziehen, relativ kurz nach dem Einzug in Zollstock. Unser Untermietvertrag konnte nicht in einen dauerhaften Hauptmietvertrag umgewandelt werden. Wir brauchen ca. 200 qm mit sehr belastbaren Böden. Die Immobilie sollte mit Öffis gut zu erreichen sein. Leider sind wir im Budget begrenzt, um die 12 € sind realistisch aufzubringen. Wir freuen uns über alle Hinweise.