Kölner Historikerin Irene Franken erhält Else-Falk-Preis

OB Thorsten Burmester überreicht Irene Franken die Preisurkunde, rechts: Bürgermeisterin Derya Karadag. (© Guido Schiefer)


Irene Franken, unsere Vereinsgründerin, Historikerin und Publizistin, ist mit dem Else-Falk-Preis 2026 (else-falk-preis.de) ausgezeichnet worden. Mit diesem Preis ehrt die Stadt Köln seit 2020 außerordentliches Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter; Irene Franken ist die vierte Preisträgerin. An seiner Namensgebung war sie damals selbst beteiligt – eine besondere Erinnerung an Else Falk, bedeutendste Kölner Frauenrechtlerin der Weimarer Republik.

Eine unabhängige Jury hatte Irene Franken zuvor in einem mehrstufigen, kriteriengeleiteten Verfahren aus 20 nominierten Frauen ausgewählt – einstimmig.

Die frauenhistorischen Rundgänge, die Irene Franken seit mehr als vier Jahrzehnten konzipiert und durchführt, waren von Anfang an weit mehr als reine Wissensvermittlung. Mit ihrem emanzipatorischen Anspruch stellten sie die einseitig männlich geprägte Geschichtsschreibung radikal infrage und machten Frauen und ihre Geschichte im öffentlichen Raum sichtbar.

Dieses Anliegen verfolgt Irene Franken bis heute mit Führungen, Vorträgen und zahlreichen Veröffentlichungen. Darüber hinaus setzte sie sich für Frauenfiguren auf dem Kölner Ratsturm ein, bringt immer wieder Vorschläge ein, wenn Straßen und Plätze neu benannt werden, und initiierte unter anderem die Verlegung eines Stolpersteins für die jüdische Frauenrechtlerin Klara Caro.

Zu ihrem vielfältigen Schaffen gehören außerdem die Konzeption und Umsetzung von Ausstellungen – etwa 2024 zu historischen Frauen in Graphic Novels, die Entwicklung einer App über Jüdinnen in Köln sowie das Verfassen von Theaterstücken und Audiobeiträgen. Immer wieder gelingt es Irene Franken, neue Impulse zu setzen, unterschiedliche Akteur*innen zusammenzubringen, und den Dialog zwischen Generationen zu fördern. Sie achtet darauf, historische Themen mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen zu verbinden, schon früh zur Lesbengeschichte, später zur Geschichte von Migrantinnen und Frauen im Kolonialismus.

Damit ist sie zu einer Pionierin der feministischen Geschichtsvermittlung geworden, deren Wirken weit über Köln hinaus strahlt.

Bei der Preisverleihung würdigten stellvertretend für unseren Verein unsere Vereinskollegin Bettina Bab und die Mitgründerin der Stiftung Frauen*leben in Köln, Dr. Maria Beckermann, Irene Frankens langjähriges Engagement. Ihre Auszeichnung wurde mit begeisterten Standing Ovations gefeiert. Zahlreiche persönliche Glückwünsche machten den Abend zu einer besonderen Würdigung ihres jahrzehntelangen Einsatzes.

Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 2. 10.2026:
https://www.ksta.de/koeln/koelner-historikerin-irene-franken-erhaelt-else-falk-preis-1387275

Frauen im Nationalsozialismus

Opfer, Täterinnen, Mitläuferinnen, Widerständige

Blick in die Haftzellen im Keller

Das EL-DE-Haus war Sitz der Kölner Gestapo. Die 1.800 Inschriften im Kellergefängnis belegen eindrucksvoll das Leid der Gefangenen. Unsere Führung zeigt Mädchen und Frauen als Verfolgte und Ausgegrenzte. Es werden Mitläuferinnen und Täterinnen, aber auch Oppositionelle und Frauen im Widerstand vorgestellt. So lernen Sie unter anderem die Sozialistin Henriette Ackermann kennen, eine der wenigen Frauen im Kölner Stadtrat, die kämpferisch für ihre Ziele eintrat und mehrfach im Konzentrationslager einsaß. Die Frauenrechtlerin Else Falk wird ebenfalls vorgestellt: Als Mitvorsitzende im Stadtverband Kölner Frauenvereine musste sie schon früh das Amt niederlegen, weil sie jüdischen Glaubens war.

Auch die „Gleichschaltung“ der Frauenbewegung, die rassistische Verfolgung und Vernichtung von als jüdischen verfolgten oder kranken Frauen sowie die Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen sind Themen dieses Rundgangs.

Die Gedenkstätte im Keller ist leider nur eingeschränkt barrierefrei. 

Museumsführerin: Heike Rentrop
In Kooperation mit dem Museumsdienst Köln

Tickets

Treffpunkt: Foyer des EL-DE-Haus, Apellhofplatz
Kosten: 12 € zzgl. erm. Eintritt

 

 

 

 

Zollstock – die verborgene Geschichte der Frauen entdecken

Der Umzug des Frauengeschichtsvereins rückt einen weniger bekannten Stadtteil in unser Blickfeld. Auf unserem neuesten Rundgang begegnen Sie ukrainischen Zwangsarbeiterinnen, konträren Erinnerungen an das Leben im Hochbunker, Firmengeschichten und hören von einer Frau aus dem NS-Widerstand. Sie erfahren etwas über die Entwicklung der „weiblichen“
Wohlfahrtspflege zur Sozialarbeit und sehen eine Bauhaussiedlung, in der 1930 ein
„Berufsfrauenhaus“ realisiert wurde.

Zwei Straßenschilder und eine Gedenktafel würdigen eine Schirmnäherin, die CDU-Politikerin wurde, eine einflussreiche Herrscherin des Mittelalters und die bedeutendste Gründerin und Förderin von Kölner Frauenvereinen, Else Falk.
Gästeführerin: Ina Hoerner
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Kosten: 12 €
Treffpunkt: Vor dem neuen Vereinslokal des Frauengeschichtsvereins, Höninger Weg 100 A