„Ja, die Weiber sind gefährlich!“ – Fällt aus!

Ingebord Drews
© Inga Drews

Schriftstellerinnen in Köln

Schreibende Frauen arbeiteten lange Zeit im Verborgenen oder litten unter fachlicher Missachtung. Der Weg in die literarische Öffentlichkeit erforderte meist Leidenschaft und Charakterstärke, insbesondere bei kritischen Inhalten. Auf unserem Spaziergang werden Schriftstellerinnen in Biografien und Texten verschiedener Genres vorgestellt: eine feministische 1848erin, eine Dada-Literatin, eine ins Exil vertriebene Jüdin, eine vor dem Khomeini-Regime geflüchtete Emigrantin. (Bild Ingeborg Drews, © Inga Drews)

Zollstock entdecken

… und die verborgene Frauengeschichte

Auf unserem Spaziergang begegnen wir Spuren ehemaliger ukrainischer Zwangsarbeiterinnen, konträren Erinnerungen an das Leben im Hochbunker und einer Frau aus dem NS-Widerstand. Es geht um die Entwicklung der „weiblichen“ Wohlfahrtspflege zur Sozialarbeit und um eine Bauhaussiedlung, in der 1930 ein „Berufsfrauenhaus“ realisiert wurde. Wir hören von einer Lokalpolitikerin und einer katholischen Persönlichkeit der Frauenbewegung.
Gästeführerin: Ina Hoerner

Vorverkauf erforderlich!

Frauenkämpfe in Lateinamerika

Vortrag und Diskussion

Aktivistinnen, Mütter und Feministinnen – Frauen in sozialen und politischen Bewegungen in Lateinamerika im 20. und 21. Jahrhundert

Frauen stellen seit der zweiten Hälfte des 20. Jhs. einen erheblichen Anteil an den Mitgliedern sozialer Bewegungen, und auch in der Politik nehmen Frauen in Lateinamerika inzwischen wichtige Positionen ein. Gleichzeitig sind häusliche Gewalt und Frauenmorde, Femicidios, in Lateinamerika erschreckend häufig und eine Bewegung dagegen entstand bereits vor der US-amerikanischen #MeToo-Bewegung. Dies deutet auf Ambivalenzen in den Geschlechterverhältnissen in vielen lateinamerikanischen Staaten hin.

Der Vortrag wird der Frage nachgehen, seit wann und wie sich Frauen in Lateinamerika sozial und politisch engagierten, was ihre wichtigsten Forderungen und Motive waren. Dabei wird ein Bogen von den frühen feministischen Bewegungen der ersten Hälfte des 20. Jhs. und den politischen und gewerkschaftlichen Engagements der 1960er und 1970er bis zu den aktuellen sozialen Bewegungen gespannt um zu zeigen, dass sozioökonomische Probleme und Feminismus in Lateinamerika in einem engen Wechselverhältnis stehen.


Referentin: Prof. Dr. Barbara Potthast

Anschließend berichten Ximena Goecke und Julia Irupé Arndt aus Chile und Argentinien:

Ximena Vanessa Goecke ist Historikerin und Aktivistin aus Chile. Sie wird von ihren eigenen Erfahrungen in der feministischen Bewegung berichten (ihr Input findet auf Englisch statt, die Diskussion auf Deutsch).

Julia Irupé Arndt studiert und lebt in Argentinien. Auch sie ist Aktivistin und berichtet u.a. von den Nationalen Frauenkongressen und deren Veränderungen bis heute mit einem neu gewählten Staatsoberhaupt.

Eine Kooperation mit VHS Köln, RLS-NRW, FBW

Nachzuhören und -sehen unter https://www.youtube.com/watch?v=aDPIG6a2udE

ABGESAGT! Die Frauen um Karl Marx

Vortrag von Ina Hoerner

Jenny von Westphalen hatte als Ehefrau, politische Gefährtin und „Geschäftsführerin“ entscheidenden Anteil daran, dass Marx ein bemerkenswertes geistiges Vermächtnis hinterlassen konnte. Helena Demuth sorgte als Haushälterin und Vertraute für das (Über)Leben und Wohl der Familie. Und die Töchter Jenny, Laura und Eleanor traten in die Fußstapfen ihrer Eltern und führten ein unruhiges, unsicheres Leben an der Seite politisch aktiver Männer. Nur die Jüngste öffnete sich der „Frauenfrage“.

Kooperation mit VHS Köln, RLS-NRW

Rosa Luxemburg

Eloquente Agitatorin, Rebellin, emanzipierte Frau

Rosa Luxemburg (1871-1919) war eine der einflussreichsten Vertreterinnen der Arbeiterbewegung. Zugleich war ihr Leben auch geprägt von Freundschaft, Liebe sowie zur Naturnähe. Ina Hoerner stellt wichtige Stationen aus Luxemburgs Leben, Passagen aus Gefängnisbriefen und andere Schlüsseltexte vor. Wie wird die Revolutionärin in aktuellen Diskussionen rezipiert?
Kooperation mit RLS-NRW

Referentin: Ina Hoerner

Bücherverbrennung

Ein feministischer Rundgang mit Gäst*innen

120 uniformierte NS-Studentinnen nahmen laut dem Westdeutschen Beobachter vom 18. Mai 1933 bei den Bücherverbrennungen vor der damaligen Universität teil.  Verbrannt wurden am 17. Mai Bücher  jüdischer, marxistischer, pazifistischer und sonstwie oppositioneller  Autorinnen und Autoren und Kulturschaffender. Die Aktion fand in nahezu allen Universitätsstädten nur wenige Wochen nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialist:innen statt, markiert einen Beginn der Unterdrückung von Litetaur und Kultur. 

An verschiedenen Stationen wie dem Wohnort von Irmgard Keun, dem Studienort von Anna Seghers, im Friedenspark und am Fort I erinnern wir an Schriftstellerinnen, Pazifistinnen und ihre Texte sowie an den Sexualforscher Magnus Hirschfeld, der Bertha Buttgereit ein (Trans-)Leben als Berthold Buttgereit ermöglichte.  Weitere Aspekte des Rundgangs sind Rosa Luxemburgs Gefängnisbriefe und aktuelle Texte verfolgter Lyrikerinnen.

Die literarischen Texte werden von unseren Gästen vorgetragen: Renate Fuhrmann, Klaus Nierhoff und Doris Plenert.

Gästeführerinnen: Irene Franken, Ina Hoerner

Dauer: Vermutlich  1 1/2 bis 2 Stunden
Kosten: gratis

Treffpunkt: Trajanstr. 10

Uhrzeit: 17.30 Uhr

Mit Unterstützung der

Zollstock – die verborgene Geschichte der Frauen entdecken

Der Umzug des Frauengeschichtsvereins rückt einen weniger bekannten Stadtteil in unser Blickfeld. Auf unserem neuesten Rundgang begegnen Sie ukrainischen Zwangsarbeiterinnen, konträren Erinnerungen an das Leben im Hochbunker, Firmengeschichten und hören von einer Frau aus dem NS-Widerstand. Sie erfahren etwas über die Entwicklung der „weiblichen“
Wohlfahrtspflege zur Sozialarbeit und sehen eine Bauhaussiedlung, in der 1930 ein
„Berufsfrauenhaus“ realisiert wurde.

Zwei Straßenschilder und eine Gedenktafel würdigen eine Schirmnäherin, die CDU-Politikerin wurde, eine einflussreiche Herrscherin des Mittelalters und die bedeutendste Gründerin und Förderin von Kölner Frauenvereinen, Else Falk.
Gästeführerin: Ina Hoerner
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Kosten: 12 €
Treffpunkt: Vor dem neuen Vereinslokal des Frauengeschichtsvereins, Höninger Weg 100 A

Der Kampf für Demokratie und Frauenrechte

Erst verpennt, dann vehement:  „Rechte werden erkämpft und nicht geschenkt“

Spätestens seit den Klubs der französischen Revolutionärinnen und dem Marsch der Frauen nach Versailles, um den König nach Paris zu zwingen sind Frauen als Kollektiv an politischen Diskursen und Kämpfen beteiligt. Olympe des Gouges wurde sogar 1794 für ihr Manifest “Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin” hingerichtet. Was trugen Frauen in Köln und anderswo zur Gewinnung demokratischer Rechte bei?

 Wir stellen vor: die Vorkämpferin für Frauenrechte, Pressefreiheit und kostenfreie Schulbidung Mathilde Franziska Anneke; den ersten nichtkonfessionellen  / nichtnationalistischen Frauenverein; eine Expertin für Sozialrecht, die ihr eigenes Referat nicht halten durfte; die konservative Kämpferin für das Frauenwahlrecht Mathilde von Mevissen. Wir stellen die Frauenausschüsse von 1945 vor und das Verhältnis der Neuen Frauenbewegung zu den politischen Parteien. Abschließend werden die erste kommunale Gleichstellungsbeauftragte der Bundesrepublik, Lie Selter, gewürdigt und die Aussagen rückwärtsgewandter Parteien zum Frauenbild vorgestellt. 

Gästeführerin: Ina Hoerner

Dauer: ca. 2 Stunden

Kosten: 12 €

Treffpunkt: 14:00 Hermann-Josef-Brunnen, Severinstrasse /Ecke Mühlenbach  (KVB-Haltestelle: Waidmarkt oder Heumarkt)

Ina Hoerner

Vorstand/Gästeführerin

  • Mitbegründerin des Kölner Frauengeschichtsvereins 1986
  • Vorstand im Förderverein Freunde und Freundinnen des Kölner Frauengeschichtsverein
  • 40 Jahre hauptberufliche Arbeit in einem Kölner Weiterbildungskolleg (Geschichte, Deutsch, Psychologie)
  • seit 2016 aktiv für den Verein und im Vorstand tätig: Chronik, Recherche, Stadtführungen und Vorträge
  • Themen: Schriftstellerinnen in Köln, Mathilde und Fritz Anneke, Frauen um Marx, Marx in Köln, Rosa Luxemburg, 1968, Neue Frauenbewegung

„Ja, die Weiber sind gefährlich!“ – Schriftstellerinnen

Der Weg schreibender Frauen in die Öffentlichkeit widersprach den traditionellen Rollenerwartungen, erforderte Leidenschaft und Mut, insbesondere bei gesellschaftskritischen Sujets. Auf unserem virtuellen literarischen Gang durch die südliche Altstadt bis zum Dom begegnen wir Schriftstellerinnen aus 200 Jahren, in Biografien und Texten verschiedener Genres: eine 1848er Revolutionärin, eine ins Exil vertriebene Dada-Literatin, eine jüdische Lyrikerin, eine vor Khomeinis Regime Geflüchtete, eine junge Queer-Feministin und andere.

Referentin:  Ina Hoerner

Dauer: ca. 75 Minuten

Kosten: 12 €

Start: Marienplatz 

Termin: Auf Anfrage