Es waren wenige, aber es gab sie

Sie hatten Mut – Frauen im Kölner Widerstand

Am 8. August fand erstmals in Köln eine Werkstatt zum Thema Frauen im Kölner Widerstand statt, konzipiert im Kontext des 40-jährigen Jubiläums des Kölner Frauengeschichtsvereins. Sie wurde von verschiedenen Einzelpersonen und Vertreter*innen von weiteren Initiativen/Projekten vorbereitet, darunter dem Förderverein des NS-Dokumentationszentrums – Verein EL-DE-Haus – und der VVN (BdA).

Das Thema Frauen und Widerstand ist noch immer unterbelichtet. Das hat verschiedene Ursachen: Die Männer, oft Partner, achteten ihre Aktivitäten nicht, die Geschichtsschreibung vernachlässigte sie und auch die Frauen selbst stell(t)en oft ihr Licht unter den Scheffel. In der Werkstatt fragten wir zunächst nach eigenen Definitionen von Widerstand, stellen erstmals in größerer Anzahl Biografien von nonkonformen und widerständigen Frauen vor, die auf unterschiedliche Weise aktiv waren.

Vortrag von Claudia Wörmann zu Frauzen im Widerstand

Ergänzend wurde eine Ausstellung mit 29 Kurzbiografien im DIN A 2-Format erstellt, die ausgeliehen werden kann. Die Initiative will weiter an dem Thema arbeiten, Interessent*innen können sich melden.

Um die Wissenlücke schon jetzt ein wenig zu schließen werden hier erste Biografien der Frauen im Kölner Widerstand in etwas längerer Version angeboten.

Helene Ballin

Gustl Butt

Maria Fensky

Marianne Gegenfurtner

Hanna Gerig

Ina Gschlössl

Gertrud Hamacher

Martha Heublein

Grete Humbach

Grete Kerp

Irmgard Keun

Mucki Koch

Amalie Lauer

Renée Levy

Lidija Petrowna Kiwwa

Afanasjewna Landar

Martha Mense

Agnes Meyer

Eva Neurath

Klawdija Podobed

Marija Schabanowa

Anni Schallenberg

Käthe Schlechter-Bonnesen

Sophie Sondhelm

Klara Stoffels

Christa Thomas

Zwangsarbeiterinnen

Ausstellung zu Antifeminismus im NS-Dokumentationszentrum Köln

Am Donnerstag beginnt eine Ausstellung, die aktueller nicht sein könnte, denn grober Antifemismus zeigte sich zuletzt in vielen Statements zur Europawahl.

Am 5.9. hält die Kuratorin Rebekka Blum in Kooperation mit dem Kölner Frauengeschichtsverein einen einführenden Vortrag ‘Umkämpfte Geschlechterverhältnisse. Der lange Schatten des Antifeminismus’. Er weist nach, wie die neue Art der Frauenfeindlichkeit als Türöffner für extrem rechtes Denken und Mobilisierungen fungiert; die Soziologin zeigt aber auch, dass das Phänomen nur im historischen Kontext verstanden werden kann. Ihre Studie wurde 2019 im Rahmen der Forena-Nachwuchspreisverleihung ausgezeichnet.

Es folgen – neben Führungen durch die Ausstellung – ein Podiumsgespräch am 31.10. und ein weiterer Vortrag am 5.12.2024.

Weitere Hinweise zur Ausstellung: https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?s=915

Zum ersten Lesen: https://www.gender-blog.de/beitrag/antifeminismus-deutschland-kontinuitaeten-brueche