Auf dem Rundgang über den berühmten Friedhof rezitiert die Kölner Schauspielerin Renate Fuhrmann Gedichte von bekannten und weniger bekannten Lyrikerinnen. Die Historikerin Irene Franken informiert über das Leben und einige Werke der Poetinnen und ggf. über die Lebensläufe der Bestatteten.
Die ausgewählten Texte (Konzeption: Irene Franken) artkulieren in verschiedenen Ausdrucksformen die Themen Trauer, Verlust und Sterben, drücken aber auch Hoffnung oder gar Humor gegenüber dem Tod aus. Es sind Werke von Kölnerinnen wie von international anerkannten ‚großen‘ Dichterinnen.
Die Zuhörenden lernen Gedichte von Rose Ausländer, Christa Reinig, Emilie Emma von Hallberg, Annette von Droste Hülshoff , Claire Goll, Minna Bachem-Sieger, Dorothee Sölle oder auch Nelly Sachs kennen.
Dokumentarfilm über eine lesbische Frau in bewegter Zeit
Der Film zeigt Marianne Langes Persönlichkeit von in den Erinnerungen von zwölf Weggefährtinnen. Marianne Langes vielfältiges feministisches Engagement spiegelt den Weg von der lesbischen Unsichtbarkeit hin zur „Ehe für alle“. Der Film leistet einen Beitrag für die Sichtbarkeit von Lesben und für ein autonomes Leben ohne Gewalt, in Freiheit und Selbstbestimmung für alle Frauen. Anschließend Diskussion über Inhalt und Machart des Films. Buch und Regie: Christa Donner, Sina Vogt, Ute Möhring
Kölnerinnen kämpfen für Demokratie und Frauenrechte
Frauen haben viel zur demokratischen Entwicklung beigetragen. Schon 1847 schrieb Mathilde Anneke eine feministische Kampfschrift. Die alte Frauenbewegung forderte erst Zugang zur Bildung, dann das Wahlrecht. Nach 1945 bildeten sich Frauenausschüsse, die sich wieder für Demokratie einsetzten. Die Neue Frauenbewegung stritt für Selbstbestimmung, die Abschaffung des § 218 und das erste kommunale Frauenamt (1982) in der BRD. Gästeführerin: Irene Franken/Ina Hoerner
Führung durch Gedenkstätte und Ausstellung im EL-DE-Haus
Das EL-DE-Haus war Sitz der Kölner Gestapo. Die 1800 Inschriften im Kellergefängnis belegen eindrucksvoll das Leid der Gefangenen. Unsere Führung zeigt Mädchen und Frauen als Verfolgte und Ausgegrenzte, Mitläuferinnen und Täterinnen, aber auch Frauen aus dem Widerstand. Themen sind die „Gleichschaltung“ der Frauenbewegung, die rassistischen Verfolgungen und Vernichtung von jüdischen und kranken Frauen sowie die Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen. Leitung: Heike Rentrop
Bis in das 4. Jahrhundert hinein war Köln eines der wichtigsten Zentren der Isis-Verehrung nördlich der Alpen. Die Kirche St. Ursula steht am Ort eines früheren Isis-Heiligtums und symbolisiert damit eine Kontinuität in der Verehrung weiblicher Heiliger. Wie sich die Legende der Heiligen Ursula in Köln bis hin zur Erhebung Ursulas zur Stadtpatronin entwickelte und welcher Art der Einfluss von Frauen auf die Religion in Köln war sind wichtige Aspekte dieser Führung.
In ihrem Buch beleuchtet Sigi Lieb die Kategorie Geschlecht aus unterschiedlichen Perspektiven: biologisch, medizinisch, gesellschaftlich, historisch, juristisch, international. Die Autorin folgt den Spuren von Sex, Gender und Geschlechterstereotypen. Sie möchte feministische und queere Interessen verbinden, ohne Unterschiede und Widersprüche zu ignorieren.
Moderation: Karo Kalmbach, Anschließend Diskussion, Genderinstitut GESTIK
Unbekannte Seiten der Kunsthistorikerin und Autorin
Zum 130. Geburtstag von Luise Straus-Ernst, die 1944 in Auschwitz ermordet wurde, liest deren Biografin Eva Weissweiler Ausschnitte aus unbekannten Romanen und Feuilletons, die die Autorin im französischen Exil verfasst hat. Die Texte zeigen in ihrer Mischung aus Poesie, Scharfsinn und Bildhaftigkeit, dass sie weit mehr war als nur die Frau des Malers Max Ernst, eine Rolle, auf die sie bisweilen reduziert wird. Sie verdeutlichen aber auch, wie perfekt die „Collaboration“ zwischen Gestapo und dem Vichy-Regime funktionierte, wenn es um die Deportation unerwünschter jüdischer AusländerInnen ging.
Melaten ist ein aufgeschlagenes Geschichtsbuch, das das Rollenverständnis des 19. Jh. und die Rolle der Frau als Trauernde sichtbar macht. Der Spaziergang führt u. a. zu Laura von Oelbermann, deren Reichtum in Köln sprichwörtlich war, zum „zweiten weiblichen Museumsdirektor von Deutschland“ sowie zur Klosterfrau, die ihren berühmten Melissengeist erfolgreich vermarktete. Auch die frühere Funktion des Friedhofs als Territorium für Leprakranke und die aktuelle Bestattungskultur kommen zur Sprache. Gästeführerin: Andrea Pracht
Das Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar wurde früher besonders in dieser Kirche gefeiert, in der die Marienverehrung eine große Rolle spielte. Seit der Kirchengründung durch Plektrudis im Jahr 717 n. Chr. ist St. Maria im Kapitol mit mächtigen Frauen verbunden. Als herausragende Persönlichkeit gilt Ida aus der ottonischen Dynastie, die der Kirche im 11. Jahrhundert ihre unverwechselbare Gestalt gab. Bau- und Bildprogramm sind Maria, der mächtigsten Frau der katholischen Kirche, gewidmet.
Gästeführerin:Ursula Mattelé Dauer: ca. 1,5 Stunden Kosten: 10 € Treffpunkt: 14.00 Uhr im Kreuzgang von St. Maria im Kapitol, Kasinostraße, KVB-Haltestelle: Heumarkt oder Neumarkt
Wie entstand die katholische Sitte, Krippen aufzustellen, und wie kam der ‚evangelische‘ Weihnachtsbaum ins Rheinland? Auf der Führung werden Krippen mit ungewöhnlichen Alltagsszenen besichtigt. Sie hören von einer Prostituierten vor der Krippe und wie das Jesuskind in einem Bierfass ‚gelandet‘ ist. Es geht um weibliche Heilige der Weihnachtszeit wie die Heilige Barbara und die Heilige Anna, der Großmutter von Jesus.