Führung durch Gedenkstätte und Ausstellung im EL-DE-Haus
Das EL-DE-Haus war Sitz der Kölner Gestapo. Die 1800 Inschriften im Kellergefängnis belegen eindrucksvoll das Leid der Gefangenen. Unsere Führung zeigt Mädchen und Frauen als Verfolgte und Ausgegrenzte, Mitläuferinnen und Täterinnen, aber auch Frauen aus dem Widerstand. Themen sind die „Gleichschaltung“ der Frauenbewegung, die rassistischen Verfolgungen und Vernichtung von jüdischen und kranken Frauen sowie die Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen. Leitung: Heike Rentrop
Rosa Luxemburg (1871-1919) war eine der einflussreichsten Vertreterinnen der Arbeiterbewegung. Zugleich war ihr Leben auch geprägt von Freundschaft, Liebe sowie zur Naturnähe. Ina Hoerner stellt wichtige Stationen aus Luxemburgs Leben, Passagen aus Gefängnisbriefen und andere Schlüsseltexte vor. Wie wird die Revolutionärin in aktuellen Diskussionen rezipiert? Kooperation mit RLS-NRW
Füsun Onurs beeindruckendes und vielseitiges Werk entzieht sich den üblichen Kategorisierungen. In ihren frühen Jahren machte sie mit präzisen Erkundungen von Fläche und Raum sowie deren souveräner Umsetzung in Skulpturen auf sich aufmerksam. Später kombinierte sie diese mit Alltagsobjekten und sinnlichen Materialien in großen Installationen: So entstanden fragile Objekte und Rauminszenierungen. Museumsführerin: Dr. Inge Schaefer Treffpunkt: Foyer
Die lange jüdische Geschichte Kölns ist selbstverständlich auch eine Geschichte jüdischer Frauen. Diese zu erzählen, gestaltet sich jedoch schwer. Denn nur wenige Quellen spiegeln das Leben von Jüdinnen im Mittelalter. Erst ab dem 19. Jahrhundert lassen sich spannende Biografien und auch Veränderungen im Judentum allgemein darstellen, die zu einer aktiveren Rolle von Frauen im Gemeindeleben führten. Die Referentin wird u.a. die Unternehmerin Therese Oppenheim, die Kunstsammlerin Henriette Hertz, Flora Tietz, Geschäftspartnerin der „Kaufhof“-Gründung mit ihrem Ehemann Leonhard Tietz sowie die Frauenrechtlerin Klara Caro portraitieren. Anhand ihrer Biografien erzählt sie eine Geschichte Kölns aus jüdischer und weiblicher Perspektive, aber auch ganz persönliche Geschichten von Emanzipation und Teilhabe, von Ausgrenzung und Verfolgung.
Wie entstand die katholische Sitte, Krippen aufzustellen, und wie kam der ‚evangelische‘ Weihnachtsbaum ins Rheinland? Auf der Führung durch die Innenstadt bis St. Lyskirchen werden Krippen mit ungewöhnlichen Alltagsszenen besichtigt. Sie hören von einer Prostituierten in der Weihnachtsdarstellung, wie das Jesuskind in einem Bierfass ‚landete’ und von vergessenen Weihnachtssitten. Wer kennt heute noch das Kindelwiegen? Weiter geht es um weibliche Heilige der Weihnachtszeit wie die Heilige Barbara und die Heilige Anna, Großmutter von Jesus.
„Wir sind anders als Ihr denkt!“ – Der arabische Feminismus und der Kampf um Selbstbestimmung
Lesung und Gespräch mit Claudia Mende
Unternehmerinnen, Menschenrechtsanwältinnen, Politikerinnen – viele Menschen im Westen können sich nicht vorstellen, dass es solche Frauen in der arabischen Welt gibt. Stereotype Bilder von “unterdrückten” arabischen Frauen verhindern einen realistischen Blick auf ihre Kämpfe und Herausforderungen im Kontext ihrer Gesellschaften.
Doch arabische Frauen kämpfen seit über hundert Jahren für ihre Rechte, wehren sich gegen männliche Dominanz und fordern Selbstbestimmung über ihr Leben. Dabei sind die Gesellschaften zwischen Saudi-Arabien und Tunesien, Libanon und Marokko höchst vielfältig. Ein erster Aufbruch fand Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Kampf arabischer Staaten um nationale Unabhängigkeit statt. In den neuen Nationalstaaten hat zunächst ein „ion“ von oben die Region geprägt – mit widersprüchlichen Folgen. An den Aufständen des arabischen Frühlings seit 2011 waren Frauen prominent beteiligt; seitdem gibt es eine Vielzahl neuer feministischer Stimmen.
In ihrem Buch „Wir sind anders als ihr denkt“ blickt Claudia Mende auf die Anfänge des arabischen Feminismus und seine Entwicklung bis heute. Sie zeichnet ein facettenreiches Bild des arabischen Feminismus und seiner vielfältigen Stimmen.
Claudia Mende spricht über Geschlechterrollen im Nahen Osten und in Nordafrika, die sich in den letzten Jahren massiv verändert haben, über den Kampf für Selbstbestimmung und den Einfluss des westlichen Feminismus, sodann darüber, wie der arabische Feminismus auch in Deutschland sichtbarer werden kann.
Claudia Mende, aufgewachsen in den USA, Frankreich, Jordanien und Ägypten, studierte Theologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte in Bonn und Münster. Die Diplom-Theologin arbeitete in der Entwicklungs-Zusammenarbeit und als freie Autorin mit dem Schwerpunkt Naher Osten und Nordafrika. Sie war langjährige Autorin und Redakteurin bei Qantara.de, dem Online-Magazin der Deutschen Welle zum Dialog mit der arabischen Welt. Claudia Mende lebt in München.
Loay Mudhoon moderiert den Talk mit Claudia Mende. Er ist Journalist, Politik- und Islamwissenschaftler.
Die Kölner VHS veranstaltet diesen Abend gemeinsam mit dem Kölner Frauengeschichtsverein und der Rosa Luxemburg Stiftung NRW.
Eintritt: frei Ort: VHS-Studienhaus, Raum 006 (nicht im Forum)
Wie entstand die katholische Sitte, Krippen aufzustellen, und wie kam der ‚evangelische‘ Weihnachtsbaum ins Rheinland? Auf der Führung durch die Innenstadt bis St. Lyskirchen werden Krippen mit ungewöhnlichen Alltagsszenen besichtigt. Sie hören von einer Prostituierten in der Weihnachtsdarstellung, wie das Jesuskind in einem Bierfass ‚landete’ und von vergessenen Weihnachtssitten. Wer kennt heute noch das Kindelwiegen? Weiter geht es um weibliche Heilige der Weihnachtszeit wie die Heilige Barbara und die Heilige Anna, Großmutter von Jesus.
Wie entstand die katholische Sitte, Krippen aufzustellen, und wie kam der ‚evangelische‘ Weihnachtsbaum ins Rheinland? Auf der Führung werden Krippen mit ungewöhnlichen Alltagsszenen besichtigt. Sie hören von einer Prostituierten in der Weihnachtsdarstellung und wie das Jesuskind in einem Bierfass ‚landete’. Es geht u.a. um weibliche Heilige der Weihnachtszeit wie die Heilige Barbara und die Heilige Anna, Großmutter von Jesus.
Lesung aus Alisa Weils gleichnamiger Autobiografie & Gespräch
Schulamith und Alisa Weil, Foto: Frank Homann
Tochter Schulamith Weil liest gemeinsam mit Konrad Sangenstedt aus der Autobiografie von Alisa Weil, die diese gemeinsam mit Carsten Teichert verfasste. Anschließend findet ein Gespräch der Historikerin Irene Franken mit Schulamith Weil über ihre Mutter und über ihr eigenes Engagement für den israelisch-palästinensischen Dialog statt.
Bereits im Koalitionsvertrag von 2013 wurde vereinbart, die Materialien zur „Deutschen Frauenbewegung unter besonderer Beachtung der Frauenbewegung in der DDR und der Umbruchzeit 1989/90“ wissenschaftlich aufzuarbeiten und in einem digitalen Archiv zu sichern sowie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
In dem neuen Gutachten des Wissenschaftsrates werden die Frauen- und Lesbenarchive aus dem Dachverband i.d.a., dem der Kölner Frauengeschichtsverein als eine von 30 Einrichtungenangehört, sowie das Fachportal Digitales Deutsches Frauenarchiv besonders gewürdigt: “Die beeindruckenden zeithistorischen Bestände der i.d.a.-Einrichtungen umfassen unter anderem Texte (Bücher, Artikel, Periodika), Artefakte, Ton- und Bildmaterialien sowie Nachlässe und sind insbesondere für die historische Geschlechterforschung eine bedeutende Ressource, da sie Zugänge in die historische Frauenbewegung eröffnen. So sind geschlossene Bestände zahlreicher Zeitschriften der historischen Frauenbewegung online verfügbar. Die i.d.a.-Einrichtungen haben gemeinsam den META-Katalog aufgebaut, der wiederum eine gute Basis für das DDF bietet. Es ist positiv zu bewerten, dass das DDF und der META-Katalog institutionell gefördert werden.” (S. 68). Durch Förderung über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sei eine Fokussierung auf Frauenthemen bedingt, doch leisteten die Sammlungen darüber hinaus wichtige Impulse für die (historische) Geschlechterforschung.
In seinen Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Forschungsfeldes in Deutschland spricht sich der Wissenschaftsrat unter anderem für eine stärkere Integration von Geschlechterperspektiven in Forschung und Lehre, für eine Intensivierung der fächer-, methoden- und einrichtungsübergreifenden Zusammenarbeit sowie für verlässliche institutionelle Strukturen aus. Großes Entwicklungspotenzial sieht der Wissenschaftsrat in der außerhochschulischen Forschung, einschließlich der Ressortforschung. Zum Weiterlesen