Neues Interview aus der Reihe Zeitzeuginnen

Als Kind entsprach Christa Wichterich äußerlich dem Klischee des braven Mädchens. Aber sie war alles andere als ein typisches Girlie. In Bonn und München studiert sie Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie, anschließend noch Soziologie. Erste Lehrtätigkeiten führen sie in den Iran und nach Indien. Dort trifft sie die feministische Soziologin Maria Mies, die sie einlädt im Redaktionskollektiv der „Beiträge für feministische Theorie und Praxis“ mitzuarbeiten. … Ihre Themen werden Globalisierung, Bevölkerungspolitik, feministische Ökonomie – und Care-Arbeit: 2023 gibt sie zusammen mit Maja John den Band „Who cares? Care Extraction and the Struggles of Indian Health Workers“ heraus.

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Nie bereut – Frauen im Widerstand 1933-45

Politisches Kabarett mit Birgit Süss-Bassion

Widerstand gegen den Nationalsozialismus – das ist immer noch eine Geschichte mit zahlreichen Erinnerungen vor allem an Männer wie Claus von Stauffenberg oder Georg Elser. Und doch bleibt in dieser Geschichte vor allem eine Gruppe immer noch ausgeblendet: Frauen im Widerstand – und diese Frauen waren so viel mehr als bloße „Unterstützerinnen“!
​„Nie bereut – Widerstand von Frauen 1933 – 1945“ ein spannender und musikalischer Abend mit Texten und Liedern über den weiblichen Widerstand, multimedial und live präsentiert von Birgit Süss-Bassion, musikalisch begleitet von Klaus Ratzekmit Kontrabass, Loops und Euphonium.

Kosten: Abendkasse 23,- €/ 19,- € (erm)

Vorverkauf 19,- € / 15,- € (erm) (+Gebühren)
Tickets über https://www.koelnticket.de/ oder im Stollwerck
Ort: Theater 509, Bürgerhaus Stollwerck,Dreikönigenstr. 23

 

Historikerin Dr. Barbara Beuys

Leben und Werk einer Historikerin und Schriftstellerin (1943–2025)

Die Veranstaltung würdigt Barbara Beuys, die als Historikerin und Autorin mit ihrem umfangreichen Werk Geschichte lebendig, zugänglich und vielfach neu gedacht hat. Ihr besonderes Interesse galt dabei der detailreichen Darstellung von Frauengeschichten und Frauenportraits. Der Spiegel bezeichnete sie als “schreibende Kämpferin”.

Barbara Beuys (© Silke Grigo)

In lebendiger Form werden ausgewählte Bücher und Interviewausschnitte vorgestellt und besprochen. Den Auftakt bildet ein Selbstporträt, das Barbara Beuys für den Frauenstadtplan verfasst hat.

Referentin: Ina Hoerner

Eine Kooperationsveranstaltung des Kölner Frauengeschichtsvereins mit dem Friedensbildungswerk

Ort: Friedensbildungswerk, Obermarspforten 7-11
Kosten: um Spenden wird gebeten

Hans Mayers ‘Außenseiter’ revisited

Tagung zu Hans Mayers Werk „Außenseiter“:  „Die hilflose Einsamkeit in einer Welt der Anderen“ oder ‚Aussenseiter‘ bei Hans Mayer 

„Weshalb alle Beschäftigung mit Außenseitern in Geschichte und Gegenwart, in der Kunst wie der
Literatur, zur Konklusion führt […], daß eine jede aufgeklärte Gesetzgebung, die Gleichheit anstrebt, anwendbar sein muss für den Normalfall wie für die Ausnahme.“ Hans Mayer, 1975

Cover Hans Mayer Außenseiter 1977
Buchcover von 1977

Vor 50 Jahren ist Hans Mayers Buch Aussenseiter erschienen. U.a. beschäftigte er sich darin mit der Stellung der Frau in der Literatur von Männern und dem Motiv der femme fatale.

Die Tagung ruft das Denken und Schaffen eines zu Unrecht nicht mehr so bekannten Kölner Schriftstellers und Wissenschaftlers wieder in Erinnerung. Der erste Literaturpreisträger der Stadt Köln hat zu seinen Lebzeiten wesentlich Anstöße für ein humanistisches Denken und Leben gegeben. Trotz seines von Krieg, Verfolgung und Exil im 20. Jahrhunderts geprägten Lebens hat er immer wieder betont, wie wichtig die Kritik an und die Abschaffung der gerade für Außenseiter widrigen gesellschaftlichen Verhältnisse ist und dass man mit Hoffnung auf Veränderung drängen kann.

Tagung: 19. September 18 – 20 Uhr und 20. September von 10 – 20 Uhr

Ort: EL-DE-Haus in Köln, Appellhofplatz 23-25 (Haltestelle Appellhofplatz Linien 3,4,16,18)

Unterstützer: Die Tagung wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Verein EL-DE-Haus e.V. und Prof. Leo Kreutzer, dem Ehrenmitglied der Hans-Mayer-Gesellschaft, dem Centrum Schwule Geschichte, dem Kölner Frauengeschichtsverein, der Universität zu Köln und ihrer Philosophischen Fakultät sowie dem Historischen Archiv der Stadt Köln.

Organisation: Hans Mayer Gesellschaft, Heinrich Bleicher – Rolf Füllmann – Nathalie Kónya-Jobs –  Benedikt Wolf

Vorträge Freitag: 

  • Hans Bleicher: “Der Wind heult über den Michigansee” – Zur Entstehung des Buches “Aussenseiter”
  • William Nive. Die Frau mit der Waffe: jüdische und nichtjüdische Figuren im Vergleich

Vorträge Samstag: 

  • Arno Meteling: Monster in der Bibliothek – Gelesene Außenseiter
  • Mario Keßler: Der Außenseiter Mayer in der Emigration
  • Andreas Kraß: Queere Außenseiter: Zur Rezeption Hans Mayers in den literaturwissenschaftlichen Gay Studies (1975-95)
  • Nathalie Kónya-Jobs: Hans Mayer am Collége de Sociologie

Mittagspause

  • Mark-Oliver Car: Didaktische Aspekte der Außenseiter-Theorie Hans Mayers
  • Hans-Ernst Böttcher: Der juristische Außenseiter Hans Mayer

Kaffeepause

  • Anne Bendel: Die Rückkehr des Außenseiters Hans Mayer in seine Heimatstadt
  • Heiner Wittmann: „… Befreiung über Arbeit und Genie“ – Sartre und Mayer über Jean Genet
  • Rolf Füllmann: Juden, Frauen, Homosexuelle – Außenseiter im Zwielicht bei Veit Harlan
  • Benedikt Wolf: Thomas Manns ‚z‘ Außenseiter

Poster 

Weiße Weiblichkeit und ziviler Ungehorsam in der US-Bürgerrechtsbewegung

Vortrag der Historikerin Dr. Clara-Sophie Höhn

 

Dr. Clara-Sophie Höhn

Der Vortrag widmet sich dem Engagement Weißer Südstaaten-Aktivistinnen in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung sowie den teils scharfen Reaktionen, die sie dafür in der Weißen Mehrheitsgesellschaft erfuhren. Die idealisierte Vorstellung von Weißer Weiblichkeit nahm eine zentrale Rolle in der rassistischen Ideologie des Südens ein. Im Fokus stand der Schutz Weißer Frauen vor einer vermeintlichen Bedrohung durch Schwarze Männer, welche die angebliche Reinheit der Frauen und damit die Weiße rassistische Dominanz im Süden gefährdeten. Demnach stellten die Frauen mit ihrem Einsatz gegen die Unterdrückung und Entrechtung Schwarzer Menschen tief verwurzelte Traditionen infrage und rüttelten an den sozialen und rechtlichen Normen der Region.

Der Vortrag behandelt eine Gruppe Weißer Frauen, geboren in den 1930er und frühen 1940er Jahren, die sich in den 1960er Jahren dem rassistischen System der Südstaaten widersetzten. Es wird den Fragen nachgegangen, in welcher Weise die Frauen ihre Verkörperung der glorifizierten Weißen Weiblichkeit durch ihren Aktivismus verhandelten, und inwiefern sie dabei jene rassistischen, geschlechtsspezifischen und kulturell codierten Normen, die als Grundlage für das rassistische System im Süden fungierten, unterliefen.

Die Fallstudie verweist exemplarisch auf die enge Verbindung von Geschlecht, der Sexualisierung Weißer weiblicher Körper und politischen Aktivismus.

Eine Veranstaltung des Jugendclub Courage Köln e.V. , Moderation: Berena Yogarajah

Ort: Allerweltshaus, Geisselsltraße 3-5 in Ehrenfeld

Neuer Frauenort in NRW

Fygen Lutzenkirchen – bedeutendste Seidmacherin aus Köln

Fygen Lutzenkirchen, Figur auf dem Ratsturm (© Raimond Spekking )

Das Projekt Frauenorte NRW (gefördert vom Gleichstellungsministerium NRW) hat sich zum Ziel gesetzt, bedeutende weibliche Persönlichkeiten aus der Landesgeschichte sichtbarer zu machen und ihre Errungenschaften ins kollektive Bewusstein zu rücken. Durch die Einrichtung eines FrauenOrtes entsteht ein Raum, den die heutige Gesellschaft über die Würdigung der Frauen hinaus mitgestalten kann.

Im Jahr 1437 erkannte Köln durch einen Amtsbrief die Seidmacherinnen als Zunft an. Hauptseidmacherinnen wie Fygen Lutzenkirchen durften bis zu vier Lehrtöchter gleichzeitig ausbilden und zusätzlich eigene Töchter in die Lehre nehmen. Eine Besonderheit in Europa: Frauenzünfte gab es damals nur in Köln, abgeschwächt in Paris und Zürich.

1496 übergab die Unternehmerin Fygen die Werkstatt ihrer Nachfolgerin, vermutlich ihrer Tochter Lysbeth, inzwischen auch Hauptseidmacherin. Sie selbst übernahm nach dem Tod ihres Mannes 1498 dessen Handelsgeschäfte und weitete den Handel mit Wein und Luxusprodukten aus. Sie lebte in ihrem Haus Wolkenburg. Als sie um 1515 starb, war sie eine der sechs reichsten Frauen in Köln.

Kooperation mit der Stiftung Frauen*leben Köln

Einweihung der Infotafel – sofern der Besitzer des Gebäudes einverstanden ist – soll mit Redebeiträgen und dem Frauenensemble Ars Choralis Coeln am 28. August um 17 Uhr stattfinden, Programm
Ort: Cäcilienkloster 4, 50676 Köln

Alle Interessierte sind herzlich eingeladen!

Von der Popart zur politischen Kunst

Kunst von Frauen im Museum Ludwig, Teil II

Protestkation der Guerrilla Girls
(Victoria and Albert Museum, London 2014)

Bereits seit den 1960er Jahren machte die erstarkte Frauenbewegung auf die Unterpräsentation von Künstlerinnen in Museen aufmerksam. Die Guerilla Girls fragten, ob Frauen nackt sein müssetn, um ins Museum zu kommen. Bis 2017 waren nur 11% der Künstler*innen im Museum Ludwig weiblich. Bei dieser Führung liegt der Fokus auf den Frauen, die sich in dieser Männerdomäne seit den 1960ern mit ganz eigenen Blickpunkten durchsetzen konnten. In diesem spiegelt sich vermehrt auch ein antikolonialer Blick, der Gleichberechtigung auf allen Ebenen einfordert. Von Yayoi Kusama bis Lubaina Himid.

Museumsführerin: Anja Reincke

Tickets

Kosten: 12 € zzgl. Eintritt
Ort: Foyer des Museums Ludwig

Der Glanz der Unsichtbaren

Tragikomödie von Louis-Julien Petit

„Der Glanz der Unsichtbaren“ wirft einen Blick auf die Situation von Obdachlosen und ist ein Plädoyer, dieser wieder wahr und ernst zu nehmen. Die Tragikomödie kombiniert dabei dokumentarisch anmutende Erzählungen mit viel Herz und Humor zu einem Wohlfühlfilm, der in Zeiten sozialer Kälte viel Wichtiges zu sagen hat.  Das „L’Envol“, eine Einrichtung für wohnungslose Frauen, soll geschlossen werden. Das nehmen die Sozialarbeiterinnen nicht hin. Ihnen bleiben jeodch nur drei Monate, um ihre Schützlinge gesellschaftlich zu „integrieren“.
Das geht nur mit vielen Tricks, Schwindeleien und zivilem Ungehorsam. Der politische Film, in dem ehemalige Obdachlose mitspielen, gibt den gesellschaftlichen Außenseiterinnen ihre Schönheit und Würde zurück.

Kooperation mit feminale e.V. & Stiftung Frauen*leben in Köln

Ort: FilmhausKino, Maybachstr. 111

Fällt leider aus: Stadtrundgänge als Schnittstelle zwischen Historie und Gegenwart

Aus der Reihe: Studentinnen stellen vor – fällt leider aus

Der Vortrag thematisiert Erinnerungen an verfolgte Autorinnen 1933 und heute. Zum 90. Jahrestag der NS-Bücherverbrennung fand 2023 in Köln die Aktionswoche „Verbrannt & verbannt“ statt. Im Zentrum der Masterarbeit von Mona Lubamvu steht ein feministischer Stadtrundgang des Kölner Frauengeschichtsvereins, der im Rahmen dieser Aktionswoche durchgeführt wurde und an Autorinnen erinnerte, deren Bücher damals verbrannt wurden. Die Arbeit untersucht, wie politische Stadtrundgänge als erinnerungspolitische Praxis funktionieren und welches Potenzial sie haben, marginalisierte Stimmen im kollektiven Gedächtnis zu verankern und z.B. feministische Perspektiven auf Geschichte mit aktuellen Repressionen gegen schreibende Frauen weltweit – etwa im Iran oder in Afghanistan – zu verbinden.

Referentin: Mona Lubamvu

Ort: Büro des FGV, Höninger Weg 100A

Mehr als Zurückgeben

Restitution im Rautenstrauch-Joest-Museum

Ancestral Shrine Benin 1891 (© Smithsonian National Museum of African, Photo by Cyril Punch EEPA)

Was passiert mit Tausenden von „Objekten“, die in den Magazinen der ethnologischen Museen lagern und zumeist in der Kolonialzeit – unter oft dubiosen Bedingungen – „gesammelt“ wurden? Die Führung problematisiert, wie in der Kolonialzeit Sammlungen zustande kamen und welche Leere die Objekte im Heimatland hinterlassen haben. Die Intervention “I MISS YOU” innerhlab der Dauerausstellung verdeutlicht die Geschichte der Benin-Bronzen und ihrer Restitution aus der Sicht der Herkunftsgesellschaft. Welche Möglichkeiten gibt es für weitere Restitutionen?

Referentin: Hanna Petri

Tickets

Kosten: 12 € zzgl. Eintritt, Treffpunkt: Foyer des R.-J.-Museums, Cäcilienstr. 29-33