Edith Stein war eine der großen Frauengestalten der Kirche des 20. Jahrhunderts. Eine Hochschulkarriere blieb der Philosophin versagt. In ihrer Person als Frau, als geborene Jüdin und entschiedene Christin überwand sie Grenzen und schaffte Verbindungen zwischen jüdischer und christlicher Existenz, zwischen wissenschaftlicher Leistung und gläubiger Hingabe. Mit ihrer Suche nach der Wahrheit, ihrem Wirken in Frauenkreisen und ihren theologischen Studien als Kölner Karmelitin schuf sie ein großes schriftstellerisches Werk. Bis zu ihrer Ermordung im KZ Auschwitz war Edith Stein eine selbstbewusst handelnde Frau.
Besuch des Klosters der Karmelitinnen und des Edith-Stein-Archivs mit Marlene Tyrakowski.
Die Führung gibt einen Überblick über die Dauerausstellung und die ehemaligen Zellen der Gedenkstätte. Diese befindet sich im ehemaligen „Frauenhaus“ der Arbeitsanstalt Brauweiler. An diesem Ort wurden von 1864 bis 1969 Mädchen und Frauen interniert. Sie wurden vorwiegend als weibliche Fürsorgezöglinge und Prostituierte kategorisiert.
Während der NS-Zeit nutzten SA, SS und Gestapo die Arbeitsanstalt zusätzlich als Gefängnis für rassisch und politisch Verfolgte. Die Führung legt den Schwerpunkt sowohl auf Biografien der weiblichen Insassen und ihrer Aufseher*innen, als auch auf die Mädchen und Frauen, die Widerstand leisteten, bzw. dessen bezichtigt wurden, oder als Jüdinnen und Zwangsarbeiterinnen nach Brauweiler deportiert wurden.
Gedenkstättenführer: Dr. Markus Thulin
Mit der Frage, ob Frauen nackt sein müssen, um ins Museum zu kommen, machen die Guerrilla Girls seit 1985 auf die Unterrepräsentation von Künstlerinnen in Museen aufmerksam. 2017 waren nur 11% der Künstler*innen im Museum Ludwig weiblich. Bei dieser Führung liegt der Fokus auf den Frauen, die zum großen Teil vergessen wurden, den Pionierinnen. Nur langsam wurden sie wieder entdeckt. Der Überblick geht von Natalija Gontscharowa über Paula Modersohn-Becker, Marie Franck bis zu Lee Krasner uvm.
Museumsführerin: Anja Reincke
Termin: 18. Januar um 14 Uhr
Kosten: 12 € zzgl. Eintritt ins Museum
Treffpunkt: Foyer des Museum Ludwig
Ticketvorverkauf oder Anmeldung erforderlich: info@frauengeschichtsverein.de oder 0221 248265
Lesung und Gespräch mit Doris Hermanns zur Frauen-Buch-Bewegung
Vor fünfzig Jahren, 1975, wurde der erste Frauenbuchladen in Deutschland gegründet, Lillemor’s in München, zwei Wochen später eröffnete Labrys in Berlin – und dann ging es in einem rasanten Tempo in vielen anderen Städten weiter. Nahezu zeitgleich entstanden die ersten deutschen Frauenverlage. Doris Hermanns erzählt die Geschichte der Frauen-Buch-Bewegung von ihren Anfängen bis heute und macht deutlich, wie vielfältig – und wie international – diese von Anfang an war und ist. Im anschließenden Gespräch werden Zeitgenossinnen auch an den Kölner Frauenbuchladen Rhiannon erinnern.
Als leidenschaftliche Cineastin sah Susan Sontag im Film die „lebendigste, erregendste und bedeutendste aller Kunstgattungen.“ Der Film sei das Leben, die Fotografie ein Memento mori, schrieb sie bereits in ihrem Erstlingsroman The Benefactor 1963.
Die Ausstellung legt den Schwerpunkt auf Sontags philosophische Überlegungen zur Fotografie und ihren Umgang mit diesem Medium. Ihre Beschäftigung mit queerer Kultur, die Diskriminierung von HIV-Infizierten und ihre eigene Krebserkrankung sind weitere Themen. Außerdem wird Sontag in ihrer Rolle als Filmbegeisterte und Regisseurin gezeigt. Nicht zuletzt wird sie als unabhängige Frau dargestellt, die sich zeitlebens gegen die Gesellschaft auf lehnte.
Der Südfriedhof hat eine tröstende Atmosphäre. Hier liegen viele Kölnerinnen begraben, über deren spannendes Leben berichtet wird: eine Tänzerin, eine Chronistin der Frauenbewegung der Weimarer Republik, zwei Soziologinnen, eine feministische Politikerin, eine der beiden Gründerinnen des Kölner Frauenbuchladens Rhiannon und nicht zuletzt zwei sozialdemokratische Schwestern, die nach der Erlangung des Frauenwahlrechts 1919 als erste Frauen in der Nationalversammlung bzw. im Kölner Rat gesprochen haben. Wer kennt ihre Namen? Wer kennt ihr Leben?
Mit Ina Hoerner und Irene Franken
Treffpunkt: Haupteingang, Höninger Platz Kosten: 12 € Tickets
Erinnerung an zwei jüdische Künstlerinnen aus Köln
Olga Oppenheimer (1886-1941) war Malerin, Kunstpädagogin und Mitbegründerin des Kölner Gereonsklubs, für den sie Ausstellungen mit Werken von Picasso und Klimt kuratierte. Mit eigenen Arbeiten weltweit vertreten, geriet sie im Ersten Weltkrieg in eine Krise und wurde auf Wunsch ihres Mannes, eines prominenten Kölners, in eine Anstalt eingewiesen, die sie erst 1941 wieder verließ, um in Hadamar umgebracht zu werden.
Hilde Rubinstein (1904 – 1997), die an den Kölner Werkschulen studiert hatte, wandte sich nach erfolgreichen Jahren als Malerin der Literatur zu. Als Kommunistin und Jüdin mehrmals inhaftiert, gelang ihr 1935 die Flucht nach Schweden, wo sie Erzählungen, Hörspiele und einen großen Roman schrieb, der das Thema einer möglichen Atomkatastrophe behandelt. Barbara Stewen und Angelika Hensgen sprechen mit Eva Weissweiler über Leben und Werk der beiden Künstlerinnen, die erst seit kurzem zögernd wiederentdeckt werden.
Veranstalter*innen: Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftstellerinnen (VS) Bezirk Köln in ver.di; Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit; Katholisches Bildungswerk Köln; Frauengeschichtsverein Köln. Gefördert durch: Landschaftsverband Rheinland
Das konnte sich keine vorstellen. Am 27. April 1985 führten Irene Fanken und Edith Gwen Kiesewealter erstmal ganztägig durch Köln und hoben Themen hervor, die das Leben von Frauen betrafen. Sie haben einen neuen Blick auf die Stadt etabliert. 40 Jahre später feiern wir in Anwesenheit der NRW-Ministerin Josefine Paul und ca. 50 Teilnehmenden zu Füßen der Skulptur der Immaculata dieses Jubiläum. Nach einem neuen Rundgang im Gereonsviertel gibt es Saft und Sekt und spannende Gespräche über die Abeit des 1986 gegründeten Frauengeschichtsvereins, die Notwendigkeit des Feminismus oder die aktuelle politische Lage.
1985 führte der Rundgang von der Stadpatronin (-matrone?) St. Ursula ´zum Grab der Kaiserin Theophanu, es ging für eine ganze Stunde ins Stadtarchiv, sodann ins noch recht unbekannte NS-Dokumentationszentrum, die beiden behandelten Themen wie Prostitution, Strassennamen, Frauenzünfte, Hexenverfolgung etc. Es berichtete die Aktuelle Stunde (WDR TV), DIE ZEIT, Das Parlament, der Kölner Stadtanzeiger und viele andere Medien. – Heute bietet der Verein mehr als 30 Rundgänge an. Das Team der Stadtführerinnen hat sich auf ca. 20 vergrossert.