Carearbeit gestern und heute

„… mit zwei armen kleinen Kindern belästiget bin“ – Sozialarbeit als Frauengeschichte

Es war ein langer Weg zum Sozialstaat. Jahrhundertelang wurden sogenannte Hausarme von den Pfarrgemeinden unterstützt. Stiftungen ehemaliger Beginenkonvente halfen alten armen Frauen. Die französische Besatzungsmacht zentralisierte um 1800 die Wohlfahrtspflege und führte die Armutszeugnisse ein, die uns Aufschluss über die finanzielle Situation vieler Frauen geben.

Hertha Kraus (© Sozial-Betriebe Köln)

In den 1920er Jahren war Hertha Kraus, die erste Stadtdirektorin und Leiterin des Wohlfahrtsamtes, eine Pionierin der modernen Sozialarbeit. Auf ihre Initiative geht die Errichtung der Riehler Heimstätten zurück.

Gästeführerin: Irene Franken
Anmeldung erforderlich!

Treffpunkt:
Hbf Köln, Eingangshalle (vor dem Body-Shop)

online-Tickets 

Spannendes neues Interview aus der Reihe Zeitzeuginnen

Beruflich arbeitete sie als Kulturredakteurin bei der Kölner Stadtrevue, sie produzierte als freie Autorin Hörfunk- und Fernseh-Beiträge  für den Westdeutschen Rundfunk und war Dozentin an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Viele ihrer Dokumentationen für Arte, WDR und das ZDF  haben Filmkritiker und Publikum gleichermaßen beindruckt. Darunter der eindringliche, autobiografische Film „Danach hätte es schön sein müssen“, „Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen“, „Nach dem Mord an Theo von Gogh“  oder „Die Helfer und die Frauen“, für den sie 2003 den ARTE-Dokumentarfilmpreis und 2004 den Grimme-Preis erhielt.

Zugleich war sie eine der acht Frauen, die 1983 in Köln das erste Internationale Frauenfilmfestival in Deutschland gründeten, die Feminale. Damals wollten die feministisch engagierten Studentinnen Filme radikal anders machen, sowohl formal, als auch inhaltlich. Heute ist sie Professorin an der HFF München, der Hochschule für Fernsehen und Film in München.

/

Spurensuche – mit dem Schauspiel Köln

Ankündigung einer Sendung von Radio Lästerher(t)z zum Thema AIDS und Frauen.
Ankündigung einer Sendung von Radio Lästerher(t)z zum Thema AIDS (und Frauen) aus dem Jahr 2000

Lesben und AIDS(kranke)
Tauchen Sie tiefer ein in die bewegte Zeit des Stückes ENGEL IN AMERIKA am Schauspiel Köln, das inmitten der AIDS-Pandemie der 1980er Jahre spielt. Oft bleibt die wichtige Rolle der lesbischen Care-Arbeit und Solidarität in dieser Zeit unsichtbar. Gemeinsam möchten wir diese häufig übersehenen Geschichten entdecken und ans Licht bringen.
In dem Workshop im Archiv des Kölner Frauengeschichtsvereins laden wir Sie ein, gemeinsam auf Spurensuche zu gehen: Sie erhalten spannende Einblicke in die Forschung zu lesbischem Engagement und AIDS und haben die Möglichkeit, Originalmaterial aus der Nachlassspende einer Zeitzeugin und Aktivistin der 1980er Jahre kennen zu lernen — ein besonderes Highlight!
Dabei geht es um Fragen wie: Wie kann lesbische oder queere Geschichtsschreibung gelingen? Wie wird Material gespendet, archiviert und für zukünftige Generationen zugänglich gemacht? Und wie können wir lesbische und queere Geschichte würdig fortschreiben und erinnern?
Der Workshop eignet als sowohl als informative Ergänzung zum Theaterbesuch, kann aber auch unabhängig davon erlebt werden. Mehr Informationen und Tickets zur Inszenierung ENGEL IN AMERIKA finden Sie hier.
Recherche-Workshop im Rahmen der »Lesbian Visibility Weeks 2025« in Kooperation mit dem Schauspiel Köln. Teilnehmende: Irene Franken (Kölner Frauengeschichtsverein) · Ida Wagner (Promovendin zum Thema schwule und lesbische Erinnerungskultur) · J. (entwickelte einen queeren Stadtrundgang mit AIDS als Stationenthema) · Saskia M. (Aktivistin und Materialspenderin) · Ida Feldmann (Dramaturgin Schauspiel Köln)

Nach der Wahl … Statement des Dachverbandes Deutsches Digitales Frauenarchiv

Gleichstellung und Erinnerungsarbeit müssen weiter gestärkt werden

veröffentlicht 27. Februar 2025

Die Bundestagswahl 2025 markiert eine politische Zäsur: Der Frauenanteil im Parlament ist stark gesunken. Das DDF unterstreicht daher die Relevanz feministischer Netzwerke, gesicherter Informationen und historischer Kontinuitäten im Einsatz für eine demokratische und vielfältige Gesellschaft.

Mit 80 Prozent hat die Mehrheit der Wahlberechtigten ihre Stimmen demokratischen Parteien gegeben. Insbesondere junge Frauen haben sich deutlich für eine progressive und diverse Politik entschieden. Forderungen nach Gleichberechtigung, Gewaltschutz, sozialer Teilhabe, Umweltschutz, Vielfalt und Antidiskriminierung mobilisieren. Diese Themen begleiten die Demokratiegeschichte – und sie sind tief in der demokratischen Zivilgesellschaft verankert.

Die Ergebnisse der Bundestagswahl markieren dennoch eine politische Zäsur und machen die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung deutlich. Besonders der stark gesunkene Frauenanteil im Bundestag bedeutet zudem einen Rückschritt für die politische Repräsentation und Gleichstellung.

Seit fast 200 Jahren kämpfen feministische Bewegungen für Gleichberechtigung – immer im engen Schulterschluss mit demokratischen Kräften. „Historisch wie heute sind feministische Errungenschaften keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis überparteilicher Bündnisse, regionaler und internationaler Solidaritäten“, sagt Sabine Balke Estremadoyro, DDF-Geschäftsführerin. „Gerade jetzt ist es umso wichtiger, ihre Errungenschaften zu schützen und weiter zu stärken. Gleichstellung und Erinnerungsarbeit dürfen nicht zurückgedrängt werden. Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit gehören zusammen – gestern, heute und morgen.“

Emanzipatorische Erinnerungseinrichtungen sind dabei von zentraler Bedeutung: Sie bewahren die Geschichte der Bewegungen, machen Kämpfe für Gleichberechtigung sichtbar und stärken eine vielfältige Forschung, Wissenschaft, Bildung und Medienarbeit. „Unverzichtbare Arbeit vor Ort leisten hier die regionalen Erinnerungseinrichtungen“, betont Balke Estremadoyro. „Sie sind verankert in lokalen demokratischen Netzwerken, fördern Austausch und Vermittlung und machen deutlich, dass feministische Geschichte bundesweit gelebt und weitergeschrieben wird. Ihre Arbeit ist essenziell für die Demokratiegeschichte – sie muss gesichert und weiter gefördert werden.“

Das DDF digitalisiert und kontextualisiert die historisch bedeutsamen Bestände von i.d.a., dem Dachverband der deutschsprachigen Lesben-/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen. In Zeiten von Desinformation und politischer Polarisierung sind i.d.a. und DDF mit ihren Angeboten eine verlässliche Quelle für gesicherte Informationen zur Geschichte und Gegenwart feministischer Kämpfe und Demokratiebewegungen. 

Wir rufen alle demokratischen Parteien dazu auf, gemeinsam für die Werte der Gleichberechtigung, Diversität und Inklusion einzutreten und sich entschieden gegen jede Form von Diskriminierung zu stellen.

“Ab in de Blech!”

Zur Geschichte der Frauenkriminalität

Agrippina, die (Mit-)Gründerin Colonias, war vermutlich eine Gattenmörderin. Abtreibung und Kindstötung sind Delikte, für die (fast) nur Frauen als Verbrecherinnen verurteilt wurden. Die Führung folgt Spuren weiblicher Kriminalität und der Kriminalisierung von Frauen in Köln. Sie erinnert an eine Giftmörderin, aber auch an mythische weibliche Opfer wie die „11.000 Jungfrauen“ sowie politische Gefangene und stellt Dr. Elsbeth von Ameln, eine der ersten Rechtsanwältinnen in Köln, vor. Wir gehen durch das ehemals berüchtigte Viertel am Eigelstein und zum Gerichtsgebäude.
Gästeführerin: Edith Wahlen

Treffpunkt: Eigelstein/ Ecke Stavenhof
Kosten: 12 €
Tickets

 

 

 

Selbstständig oder ausgebeutet

Frauenerwerbsarbeit quer durch die Jahrhunderte

Berufstätige Frauen – keine Errungenschaft des 20. Jahrhunderts! In der Römerzeit arbeiteten Frauen in vielen Berufen, im Mittelalter exportierten sie ihre Produkte europaweit. Wie lebten und arbeiteten Spitzenklöpplerinnen oder Angestellte?
Folgen Sie den Spuren der Meisterinnen der Frauenzünfte im Mittelalter oder der erfolgreichen Bankerin der Neuzeit. Gewinnen Sie Einblicke in die ausbeuterische Mädchenarbeit im 19. Jahrhundert und die Erfolge der Frauenberufsbewegung.

Gästeführerin: Irene Franken

Tickets: Vorverkauf
Treffpunkt: Heinzelmännchenbrunnen, Am Hof 12-14

 

 

 

 

Copy 04/03/2025 Feministischer Erzählsalon #2

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Kölner Frauengeschichtsvereins laden wir zum Erzählsalon ein. Empowerment, Selbsterfahrung, Widerstand, Kollektivität und Solidarität – rund um diese Stichworte sind alle eingeladen, Geschichten aus dem eigenen Leben zu teilen. In diesem Erzählsalon geht es um das gegenseitige Zuhören und um lebendige Erfahrungen aus verschiedenen Generationen der Frauenbewegung.
Moderatorin: Gudrun Knittel

Anmeldung erforderlich!

Ort: Büro des Frauengeschichtsvereins, Höninger Weg 100 A

 

 

Feministischer Erzählsalon – fällt aus!

Die Veranstaltung wird nachgeholt.

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Kölner Frauengeschichtsvereins laden wir zum Erzählsalon ein. Empowerment, Selbsterfahrung, Widerstand, Kollektivität und Solidarität – rund um diese Stichworte sind alle eingeladen, Geschichten aus dem eigenen Leben zu teilen. In diesem Erzählsalon geht es um das gegenseitige Zuhören und um lebendige Erfahrungen aus verschiedenen Generationen der Frauenbewegung.
Moderatorin: Gudrun Knittel

Anmeldung erforderlich!

Ort: Büro des Frauengeschichtsvereins, Höninger Weg 100 A

 

 

40 Jahre frauengeschichtliche Stadtspaziergänge

Irene Franken und Gwen Kiesewalter bei einer Führung 1985

Am 27. April 1985 ging es los!

Es war ein doppeltes Novum: Irene Franken und Edith Gwen Kiesewalter gehörten zu den Ersten in Köln, die Sozialgeschichte auf der Straße erzählten und dann auch noch ein damals ganz exotisches Nischenthema wie die Geschichte von Frauen.

Anlässlich des Jubiläums bieten wir einen neuen Stadtrundgang rund um St. Gereon an, angefangen von der vermeintlichen Gründerin der Kirche über die frühere Nutzung des Luxus-Hotel Qvest, weiter zu Spuren des “Asyls für arme Mädchen” und ein “Enfant terrible” der ersten Frauenbewegung in Köln. In diesem Viertel wirkte die erste habilierte Historikerin in Deutschland – und eine wegen ihr verhinderte Professorin. Eine jüdische Künstlerin gründete eine Künstlervereinigung im Gereonshaus mit. Das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens  war damals 1854 ein bewegendes Ereignis – glaubt heute noch jemand daran?

Im Anschluss wollen wir mit Saft und Sekt anstoßen. Anmeldung ist erforderlich!

Treffpunkt: Vor der Kirche St. Gereon

 

 

Dokumente lesbischer Geschichte

Lesbian Visiblility Week

Wir öffnen die Schatzkiste unseres Vereinsarchivs: Hier sind Dokumente von Gertraut Müller zu finden, die eine der ersten Lesbengruppen in der BRD gründete, ebenso wie Erinnerungen der  ‚rivalisierenden‘ Uris (Immer-schon-Lesben) und  Movies (durch-dieFrauenbewegung-lesbisch-Gewordenen) sowie der Politlesbengruppe. Lesbenzeitschriften von den 192oer jahren bis heute thematisieren die sich wandelnden Diskurse. Interviews mit lesbischen und queeren Protagonist*innen lassen erkennen, inwieweit ihr Begehren besondere Relevanz für ihr Leben hatte.

Irene Franken präsentiert Material, zeigt das Archiv, bietet ein kleines Quiz an und beantwortet Fragen.

Ort: Büro des Frauengeschichtsvereins, Hoeninger Weg 100 A

Anmeldung ist wegen begrenzter Platzzahl dringend empfohlen!

/