Warum gilt das Severinsviertel als typisch kölsch? Arme Frauen mussten erfinderisch sein, um über die Runden zu kommen. In alten kölschen Liedern werden die Nöte der ‚kleinen‘ Leute besungen: der Streit zwischen Dienstmädchen und Hausfrau, die harte Fabrikarbeit, die beengten Wohnverhältnisse, aber auch die Lust am Feiern. Wir präsentieren Geschichte mal anders in Kombination mit alten kölschen Krätzchen. Sie können gern mitsingen, Liedtexte werden ausgeteilt. Gästeführerin: Bettina Bab
Kulinarisch-historische Reise mit Café- und Brauhausbesuch
Bei der Tour durch die Altstadthören Sie von aufwändigen Rezepten und Fastengeboten, von Speisebeschränkungen bei Kindbettfesten. Warum durften Fischverkäuferinnen im 15. Jh. keine großen Fische verkaufen? Immer wieder gab es Hungerjahre, in denen Frauen das Überleben sicherten. Wir erzählen von der weiblichen Tradition des Bierbrauens sowie von Kaffeegenießerinnen, für die ein extra Damensalon eingerichtet wurde.
Gästeführerin: Heike Rentrop
Kosten: 25 € inkl. 2 Getränke und Leckerei
Treffpunkt: Theo-Burauen-Platz
„Mir zeynen do!“ – Der Ghettoaufstand und die Partisan:innen von Białystok.
Dokumentarfilm von Ingrid Strobl. BRD, 1992, 90 Min.
Ein Film über jüdische Widerstandskämpferinnen, die am Aufstand gegen die fortlaufende Liquidierung des Bialystoker Ghettos 1943 durch die Nationalsozialist:innen beteiligt waren, die zu den wenigen Überlebenden zählten und die anschließend mit falscher Identität gemeinsam mit sowjetischen Partisan:innen gegen die Vernichtungspolitik der Nazis kämpften. Ingrid Strobl verbindet eine Schilderung der Ereignisse mit ausführlichen Interviews, in denen Lisa Chapnik, Chaika Grossman (Bild oben) und Anja Rud diesen Kampf und ihre Rolle erinnern und reflektieren.
Vor dem Film wird es nur eine kurze Einführung geben, im Anschluss ist Zeit für ein Filmgespräch.
“Im Gedenken an Ingrid, die uns am 25.01.24 für immer verlassen hat und doch auf vielfältige Weise noch bei uns ist.” – Wir kooperieren mit einem Netzwerk der Freundinnen von Ingrid Strobl.
Nicht binäre Menschen werden in den Medien und auch im Alltag, in unserer Gesellschaft immer sichtbarer. Was beinhaltet das genau? Was bedeutet es, nicht binär zu leben?
Autor*in Birgit Palzkill lebt selbst nicht binär und lässt im Buch 17 nicht binäre Menschen zwischen 20 und 70 Jahren selbst zu Wort kommen. Entlang biografischer Interviews werden an vielen konkreten Beispielen und Situationen die Herausforderungen, aber auch die Freiheiten und Chancen nicht binären Lebens lebendig und begreifbar.
Das Gespräch mit Birgit Palzkill führt Carolina Brauckmann. Passagen werden gelesen von Renate Fuhrmann (Schauspielerin/Sprecherin) und Holger Schulz (Schauspieler/Sprecher)
Dr. Birgit Palzkill arbeitete über 30 Jahre als Lehrkraft für Mathematik und Sport, in der schulischen Fortbildung und Beratung sowie in der (sport)wissen-schaftlichen Forschung. Schon in den 1990er-Jahren machte Birgit Palzkill mit Studien zu lesbischem Leben und zu sexualisierter Gewalt im Sport tabuisierte Themen öffentlich und setzt sich bis heute forschend, lehrend und schreibend gegen sexistische und queerfeindliche Diskriminierung und Gewalt und für eine geschlechterinklusive Kultur ein.
Eine Kooperation mit der Volkshochschule Köln – Anmeldung möglich über den Link
Frauen der Webereiklasse auf der ‘Bauhaustreppe’, darunter Gunta Stözl (Foto: Oskar Schlemmer, gemeinfrei)
Welch wichtigen Beitrag die Bauhausstudentinnen leisteten, ist erst seit ein paar Jahren im Fokus der Wissenschaft. Von Gunta Stölzl über Lilly Reich bis Margarete Heymann-Loebenstein zeigt sich, wie
die weibliche Avantgarde aus unterschiedlichen Gründen vergessen bzw. im NS-Regime verdrängt wurde. In Deutschland dauerte es bis in die 60er Jahre, bis Frauen wieder ins Designer-Rampenlicht traten. Das Beispiel von Amanda Levete, einer britischen Architektin und Designerin, zeigt, wie sich letztendlich Frauen durchsetzten.
Museumsführerin: Anja Reincke
Für Nichtkölner*innen kommt eine Eintrittsgebühr für das Museum hinzu.
Digitaler Kartenkauf: Link folgt auf https://www.qultor.de
Wenn kritisches Denken mit Machtpolitik unterdrückt wird, wenn Studierende Gelerntes nicht mehr hinterfragen dürfen, werden Demokratie und Menschlichkeit Schaden nehmen. Die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre muss verteidigt werden und frei sein von politischer und finanzieller Einflussnahme. Deshalb wollen wir am 27. Januar an die NS-Geschichte der 1919 neu gegründeten Kölner Universität erinnern.
Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten 1933 kam der Universi-tät Köln bei der reichsweiten Gleichschaltung der Universitäten eine Vorreiterrolle zu. Wissenschaftliche Inhalte, die nicht der NS-Ideologie entsprachen, wurden ausgelöscht. Jüdische und politisch unerwünschte Lehrende und Studierende wurden von der Universität verwiesen. Missliebigen Promovierten wie der Jüdin Lotte Schlesinger wurde trotz bereits bestandener Prüfungen ihr Doktortitel aberkannt.
An der medizinischen Fakultät stellten Anthropologen, Psychiater, Ras-senhygieniker und Gynäkolog*innen ihre klinische Arbeit sowie Forschung in den Dienst des NS-Regimes. Nach 1945 gab es sowohl inhaltliche als auch personelle Kontinuitäten. Eine Aufarbeitung des begangenen Unrechts an der Universität fand über Jahrzehnte nicht statt.
Es sprechen: Renate Fuhrmann, Klaus Nierhoff, Laura Suderland
Sie war diplomatisch, intelligent und machtbewusst. Mit 12 Jahren wurde Theophanu, byzantinische Prinzessin, mit Kaiser Otto II. verheiratet. Nach seinem Tod übernahm sie die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn und erwarb sich großes Ansehen. Als einzige deutsche Herrscherin führte sie den Titel Coimperatrix. Warum wollte diese gebildete Frau ausgerechnet zu St. Pantaleon in Köln beerdigt werden? Wir bringen ein wenig Licht in das Geheimnis dieser Frau.
Filmvorführung und Zeitzeuginnengespräch mit Irina Vavitsa zu einem Streik von Arbeitsmigrant:innen 1969
Mit einem Einjahresvertrag und zu einem Stundenlohn von 2,30 DM migrierte Frau Karatan zum Arbeiten aus der Türkei nach Deutschland. Wohn- und Arbeitsverhältnisse stellten sich als unhaltbar heraus, ihren Mann und ihre Kinder konnte sie nicht nachholen und nachdem sie bei der Arbeit einen körperlichen Übergriff erlebte, ging es im folgenden Prozess auch um ihre potentielle Abschiebung.
Szene aus “Billige Hände”
Die Regisseurin Edith Marcello bettete 1969 in ihrem Film Einzelschicksale in das System der bundesrepublikanischen Migrationspolitik ein. Die Reportage zeigt Diskriminierung, aber auch Widerstand und Momente der Solidarität: Gegen mangelnde Beschulungsmöglichkeiten schließen sich italienische Arbeiter:innen zusammen und spanische Arbeiterinnen streiken „wild“ in Hannover.
Irina Vavitsa wiederum wehrte sich gegen Ungleichbehandlung und Unterdrückung, indem sie im Streikjahr 1973 mit ihren Kolleg:innen beim Autozulieferer Hella die Arbeit niederlegte. Bei Hella kämpfte sie unermüdlich für ihre Kolleg:innen – und sich: als Vertrauensfrau, Betriebsrätin und im Griechischen Verein. Heute engagiert sie sich unter anderem in der IG Metall und für Frieden. Mit ihr sprechen wir nach dem Film über Eindrücke der Reportage, ihre Zeitzeuginnenschaft, ihr Engagement und die heutige Situation migrantischer und prekarisierter Arbeit.
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW in Kooperation mit dem Kölner Frauengeschichtsverein.
Mit der Fragen, ob Frauen nackt sein müssen um ins Museum zu kommen, machen die Guerrilla Girls seit 1985 auf die Unterrepräsentation von Künstlerinnen in Museen aufmerksam. 2017 waren nur 11% der Künstler*innen im Museum Ludwig weiblich und Einzelausstellungen von Künstlerinnen beliefen sich seit 1989 auf einen Anteil von lediglich 20%.
Bei dieser Führung soll der Fokus auf den Frauen liegen, die sich in dieser Männerdomäne mit ganz eigenen Blickpunkten durchsetzen konnten: Von Natalja Gontscharowa über Paula Modersohn-Becker am Anfang des 20. Jahrhundert über z.B. Lee Krasner, Eva Hesse und Yayoi Kusama ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, und weiter bis ins 21. Jahrhundert mit dem neusten Zugang von Kresiah Mukwazhi. Sie kommt aus Harare, Zimbabwe und möchte mit ihrem Werk die Kraft der weiblichen Kollektivität und den heiligen Charakter von Frauen zurückfordern, dessen sie durch Kolonialismus und Sexarbeit beraubt wurden.
Musuemsführerin: Anja Reincke
Filmvorführung und Darsteller*in-Talk mit Michaela Dudley!
Die Message ist klar: „Frauen – seid keine Opfer, handelt!“ So wie die 42-jährige Schauspielerin Marga, die dem Patriarchat den Kampf ansagt. Sie stößt aufgrund von fortschreitendem Alter und als Frau an die Grenzen der patriarchalen Gesellschaft.
Eine radikal-humoreske Kritik der Verhältnisse, begleitet von Dialogen mit namhaften Feministinnen, Gender-Theoretikerinnen und Kulturwissenschaftler*innen. Die feministische Blacktivistin und Darstellerin Dr. Michaela Dudley aus Berlin wird angewesend sein!
Anschließend Diskussion.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung bei der VHS wird gebeten.
Kooperation mit der VHS Köln und der Rosa Luxemburg Stiftung NRW