Gezähmte Göttin – geile Griet

Darstellung von Frauen im Stadtbild

Die trauernden Eltern von Käthe Kollwitz

Im Kölner Stadtbild gibt es viele weibliche Statuen. Die Führung lenkt die Aufmerksamkeit auf die Darstellung von Frauen (und Männern) im öffentlichen Raum – sei es als Heilige, Sagengestalten, Denkmäler oder Liedfiguren. Dabei werden Geschichten hinter den Skulpturen ‚enthüllt‘ und das räumliche Setting einbezogen. Wie wird Colonia dargestellt? Halfen die Heinzelmännchen wirklich nur den Männern? Wie gewann der Frauengeschichtsverein den Kampf um mehr weibliche Ratsturmfiguren? Und warum sind Nackte in Passagen und Parks ganz unauffällig?

Gästeführerin: Irene Franken

Ticketkauf
Treffpunkt: Domforum, Roncalliplatz

Zwei aktivistische Schwestern: Mathilde und Melanie von Mevissen …

Kolloquium zum 100. Todestag von Mathilde von Mevissen

Nicht nur Gustav von Mevissen hat Bedeutendes zur Bildungslandschaft von Köln beigetragen, sondern auch die Töchter.  Beide Schwestern hinterließen Spuren in der Universitätsbibliothek, aber auch innerhalb der Kölner Frauenbewegung: Vor allem Mathilde von Mevissen regte die Gründung des ersten preußischen Mädchengymnasiums mit an, wirkte für das Frauenwahlrecht oder den Rechtsschutz für Frauen. Beide waren Nationalistinnen, die den ersten Weltkrieg befürworteten.

Ort: Vortragssaal des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv, Eifelwall 5

Veranstalter
Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv (HAST)
Kölner Frauengeschichtsverein (FGV)
Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB)

Programm
09:00 Begrüßung: Dr. Bettina Schmidt-Czaja (HAST), Irene Franken (FGV), Dr. Hubertus Neuhausen (USB)

09: 15 Einführung & Lesung aus den „Erinnerungen der Töchter des
Gustav von Mevissen an ihren Vater“ mit Renate Fuhrmann

09:45 Brav oder aufsässig? Die ledigen Töchter Mathilde und Melanie von Mevissen
Irene Franken, FGV

10:15 Die Netzwerke Mathildes von Mevissen in der Überlieferung des Bestandes Mädchenbildung/Frauenstudium im Historischen Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
Daniela Wagner, HAST

10:45 Kaffeepause

11:15 “Ein Mädchengymnasium? Nein niemals, das ist für mich ausgeschlossen.” Wie trotzdem die Gründung des Kölner Mädchengymnasiums gelang.
Stephanie Breil, FGV

11:45 „Kriegsschmerzen zu lindern, Kriegswunden zu heilen – ist Frauen-Amt“ – Der Kölner Vereinslazarettzug G 2 – Stiftung Mathilde und Melanie von Mevissen.”
Dr. Andreas Freitäger, Historisches Archiv der Universität zu Köln

12:15 Mittagspause

13:15 Strategien im Kampf um das Frauenwahlrecht Bettina Bab, FGV

13:45 „Alles Widerwärtige im Leben ist nichts wie Mangel an Bildung.“ Die Bibliothek der Schwestern.
Dr. Christiane Hoffrath, USB

14:30 Abschlussdiskussion
15:00 Führung durch das Historische Archiv mit Daniela Wagner

 

Vgl. auch https://uniarchiv.uni-koeln.de/oeffentlichkeitsarbeit/mevissen-kolloquium-3010202

 

Einladung zum Graphic Novel Workshop

Do-it-yourself Comic-Workshop – Verschoben auf 2025

Im Rahmen der Ausstellung (Historische) Frauen in Graphic Novels bietet der Kölner Frauengeschichtsverein einen eintägigen Comic-Workshop an: Der Humor der Irmgard Keun.  Er animiert dazu, faszinierende Geschichten über eine Kölnerin zu entdecken und selbst als Gestalterin ihrer Geschichte kreativ zu werden. Als Inspirationsquelle dienen Szenen und Bilder aus dem Leben der bekannten Schriftstellerin Irmgard Keun, die durch ihre ironisch-kritischen Werke über das Leben in der Weimarer Republik, Exil und Nachkriegszeit bekannt wurde.

Zunächst gibt Jacqui Mundri einen Crash-Kurs in die Welt des Comiczeichnens. Unterstützt von Irene Franken schauen sich die Teilnehmenden dann die spannende Welt der Irmgard Keun an und erstellen unter Begleitung von Jacqui und Irene Bildfolgen mit Sprechblasen.

Teilnahme: Der Workshop ist intergenerationell angelegt, Interessierte FLINTA ab dem Alter von 14 Jahren sind herzlich willkommen. Verbindliche Anmeldung ist erforderlich unter info@frauengeschichtsverein.de, Stichwort: Workshop. Die Teilnahmegebühr beträgt 15 €  zzgl. Kopier- und Materialkosten. Das notwendige Material wird gestellt. Lieblingsstifte sollte mitgebracht werden.

Datum: 19.10. 10.30 Uhr

Ort: Köln, Christinastraße, 50733 Köln (Nähe Wilhelmplatz), genauer Treffpunkt wird nach Anmeldung bekannt gegeben

Zum 100. Geburtstag von Esther Bejarano – Erinnerungen und Podiumsdiskussion

Am 15. Dezember wäre die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano (geborene Loewy) 100 Jahre alt geworden. Sie überelbte als Mitglied des Mädchenorchester von Auschwitz und weil ein SS-Funktionär sie auf eine christliche Krankenstation verlegen ließ. In Ravensbrück wurde sie als Zwangsarbeiterin eingesetzt. – Bis zu ihrem Tod 2021 setzte sie sich engagiert für die Erinnerung an die Shoa und die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte ein. 1986 gründete Esther Bejarano das Auschwitz-Komitee für die Bundesrepublik Deutschland, das sich zunächst in ihrer Wohnung traf.  Seit 2008 war sie Ehrenvorsitzende der VVN-BdA. Vor allem durch ihre gemeinsamen Auftritte mit der Rapgruppe Microphone Mafia erreichte sie damit auch jüngere Generationen. Im Gespräch und mit musikalischen Beiträgen erinnern ihr Sohn Noram Bejarano, Claudia Wörmann-Adam und Kutlu Yurtseven (Microphone Mafia) an das Wirken Esther Bejaranos.

Eine Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum und dem Verein EL-DE Haus e.V. 

Frau Präsidentin: Imi Paulus ist die geborene Komödiantin

Imi Paulus ist ein echt kölsches Mädchen. Am 18.Oktober 1960 kommt sie als vorletztes Kind einer neunköpfigen, bunt zusammengewürfelten Familie zur Welt. Karneval liegt ihr nicht nur im Blut, sondern auch in den Genen, denn schon der Vater ist bei Karnevalisten aktiv. Imi Paulus schnuppert erstmals Bühnenluft, – ein Elixier, das sie zukünftig zum Leben braucht. Schon früh verliebt sie sich in Mädchen. Im Schulz, dem damaligen Schwulen- und Lesben-Zentrum organisiert sie die Lesbendisco, wird Mitbegründerin des Lesbenkabaretts Menströs und macht bei der Frauenrockband Hafensixxters mit. Im Hauptberuf Erzieherin und Sozialpädagogin wird sie die erste Sitzungspräsidentin der lesbischen Kölner Schnittchen-Sitzung. Bald arbeitet sie im schwul-lesbischen Jugendzentrum Anyway, dem ersten seiner Art in Europa. Auch ist sie – nach Auskunft ihrer Freundinnen und Freunde – eine begnadete Köchin. Imi Paulus lebt mit ihrer Lebensgefährtin in Köln. Wo auch sonst?

Auftritt mit den wilden Orchideen, Imi links

Frauenärztin – Feministin – Alternative Nobelpreisträgerin: Dr. Monika Hauser im Interview

Monika Hauser, 1959 in der Schweiz als Kind Südtiroler Eltern geboren, kann sich kaum erinnern, dass sie irgendwann keine Feministin gewesen wäre. Bereits während ihrer Ausbildung zur Gynäkologin störte sie, wie herablassend mit Frauen in der männlich dominierten Frauenheilkunde umgegangen wurde. Als im Herbst 1992 die Medien empathielos und drastisch über Massenvergewaltigungen von Frauen im Bosnienkrieg berichteten, wurde Monika Hauser, die seit 1988 in Köln beheimatet ist, als eine von wenigen aktiv. Sie wollte verhindern, dass weiterhin das Leid der betroffenen Frauen respektlos für nationalistische Propaganda missbraucht würde, aber nichts zu deren Erleichterung passiert. Die Ärztin reiste mit Gabi Mischkowski nach Kroatien und gründete ein erstes Frauenprojekt in Zenica: ein Schutzhaus mit Ambulanz, einem Operationssaal, Beratungsräumen und Wohnräumen für zwanzig Frauen. Dies war nur der Beginn für ein beispiellose Menschenrechtsorganisation. Der Verein Medica e.V. , heute medica mondiale, setzte und setzt sich – soweit möglich – für Frauen und Mädchen in Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Afghanistan, heute auch in Burundi, Ruanda, Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und in Liberia ein. Mit Partner:inorganisationen vor Ort leistet medica medizinische und psychologische Hilfe für vergewaltigte und traumatisierte Frauen. Die Macherinnen organisieren aber auch mal eine Fahrschule für Frauen in Afghanistan. Monika Hauser ist Motor, Herz und Hirn der Institution und wurde zu Recht 2008 mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt.

Bus des Frauenrechtsvereins medica mondiale auf dem Gebiet des früheren Jugoslawien

(Historische) Frauen in Graphic Novels

Ausstellung zu Frauenbildern in modernen Comics

Verlängerung bis zum 27. Januar 2025

Aufgrund des grossen Zuspruchs wurde die Ausstellung verlängert!

Graphic Novels können experimentelle Annäherungen an bekannte und unbekanntere Frauenbiografien sein. Diese “graphischen Romane“ bedienen sich vieler künstlerischer Elemente, sie haben oft eine literarische und aufklärerische Intention. Die Ausstellung des Kölner Frauengeschichtsvereins, kuratiert von Irene Franken, stellt 14 Werke mit verschiedenen graphischen Stilen vor.  Zu sehen sind feministische Interventionen (Guerrilla Girls), Arbeitskampf (Radium Girls), künstlerische Innovation (Kusama), Reisen und psychische Krisen (Annemarie Schwarzenbach), Verfolgung (Anne Frank, Marjane Satrapi) oder neuere Zeitgeschichte (Angela Davis).

Dr. Diana Siebert list Gastgeberin im Bezirksrathaus Nippes.

Ort: Bezirksrathaus Nippes, Neusser Str. 450

Kiki Smith – der die DADA

Künstlerinnen im Arp-Museum

Kiki Smith Sky 2012, Foto: Courtesy Magnolia Editions

Kiki Smiths frühe Arbeiten beschäftigen sich intensiv mit dem weiblichen Körper. In den 1990er Jahren setzte sie sich vermehrt mit Umwelt und Natur als schützenswertem Raum auseinander, mit dem Zusammenklang von Mensch und Tier als Teil eines kosmischen Ganzen. Im Zentrum stehen ihre großformatigen, eindrucksvoll gestalteten Jacquard-Tapisserien. Die zweite Ausstellung „der die DADA“ zeigt die bis heute unterschätzte Beteiligung von Frauen an der subversivsten Kunstströmung des 20. Jahrhunderts. Sophie Taeuber-Arp, Gabrielle Buffet-Picabia, Hannah Höch und viele andere Künstlerinnen prägten Dada. Erstmals sind ihre Werke gleichberechtigt neben denen ihrer männlichen Kollegen in einer großen Überblicksschau zu sehen.

 

 

 

 

Anmeldung erforderlich/Ticket

Ort: Foyer des Arp-Museums, Rolandseck
Kosten: 12 € zzgl. Museumseintritt

Gottespoetin und moderne Reformatorin

Dorothee Sölle zum 95. Geburtstag

Dorothee Sölle in der Antoniterkirche, Foto: Hewrmann Landvogt

Trotz Habilitation blieb der unkonventionellen Theologin eine Hochschulkarriere weitgehend versagt. Für Sölle gehörten Glauben, Politik, Beten und Handeln zusammen. „Jeder theologische Satz muss auch ein politischer sein“, formulierte sie in ihrer Autobiografie „Gegenwind“. 1968 war Sölle Mitinitiatorin des Politischen Nachtgebets. Politische Informationen und Diskussionen verbunden mit einer Meditation biblischer Texte und Predigten prägten die Veranstaltung, die bis 1972 in der Kölner Antoniterkirche durchgeführt wurde. Ihr Glaube war „geprägt von dem Bewusstsein, nach Auschwitz zu leben“. Weiterhin bestimmend war für sie eine durch den Feminismus geprägte Mystik, die ohne die Vorstellung eines persönlichen Gottes auskam. Gästeführerin: Hildegard Müller-Brünker

 

 

Ticketkauf
Treffpunkt: An den Dominikanern 6-8

Frauen um Marx

Jenny von Westphalen hatte als Ehefrau, politische Gefährtin und „Geschäftsführerin“  entscheidenden Anteil daran, dass Marx ein bemerkenswertes geistiges Vermächtnis hinterlassen konnte. Helena Demuth sorgte als Haushälterin und Vertraute für das (Über)Leben und Wohl der Familie. Marx‘ Töchter Jenny, Laura und Eleanor traten in die Fußstapfen ihrer Mutter, sie führten ein unruhiges, unsicheres Leben an der Seite politisch aktiver Männer. Nur die Jüngste öffnete sich der „Frauenfrage“.
Vortrag von Ina Hoerner

Kooperationen: VHS Köln, Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW, FGV
Anmeldung bei der VHS: 0221 25990 oder vhs-kundenzentrum@stadt-koeln.de

Ort: VHS Studienhaus, Cäcilienstr. 35, Innenstadt Köln