Else-Falk-Preis für Christiane Lehmann

Christiane Lehmann und Andrea Braun

Hier geht es zum Interview von Christiane Lehmann und Andrea Braun / das Handwerkerinnenhaus Zwei linke Hände. Keine Kraft. Keine Lust, sich schmutzig zu machen – Vorurteile gegenüber Frauen und Mädchen in Handwerksberufen halten sich hartnäckig – aber heute gibt es immerhin entsprechende Förderprogramme. Das Bewusstsein, dass Gleichstellung gerade in sogenannten Männerberufen wichtig ist, das ist nicht zuletzt handwerksbegeisterten Frauen zu verdanken, denn als Einzelkämpferin hatte frau kaum eine Chance, ihren Traum zu verwirklichen. Mit der Frauenbewegung wurde das anders: Ausgebildete Handwerkerinnen schlossen sich zusammen, gründeten eigene Betriebe und Projekte. In Köln schlugen Frauen einen eigenen Weg ein.

Blick in die Werkstatt des Handwerkerinnenhauses – strictly für Mädchen und Frauen

Unterstützt durch die damalige Frauenamtsleiterin Lie Selter gründeten sie 1989 das „Handwerkerinnenhaus“, das bis heute im ‚Worringer Bahnhof‘ im Stadtteil Nippes existiert. Dieser Verein ist europaweit beispielgebend für die Förderung von Frauen und Mädchen im Handwerk. In Zusammenarbeit mit Lehrkräften aus Haupt- , Real- und Gesamtschulen können Mädchen und junge Frauen gefördert werden, die sonst kaum einen Zugang zu diesen Berufen gefunden hätten. In den 35 Jahren des Bestehens hatten mehrere 10 000 Mädchen und junge Frauen die Chance, einen Beruf kennen zu lernen oder zu erlernen und damit finanziell und persönlich unabhängig zu sein.

Sammler:innen gesucht zu Jenny Hippenmeyer

Selbstportrait von 1896

Für ein Buchprojekt bittet die Kunsthistorikerin Monica Seidler-Hux um Hinweise auf Gemälde und Zeichnungen (Porträts, Stillleben, Genremalerei, Landschaften) der in Köln wirkenden Schweizer Künstlerin Jenny Hippenmeyer und ihrer Kollegin Emma Bindschedler (1852-1900) sowie auf weitere Dokumente von und zu diesen beiden Frauen und zu ihrer 1892 eröffneten Damen-Kunstschule am Friesenplatz 15 in Köln. Jenny Hippenmeyer stammte aus Gottlieben im Thurgau (CH) und war verwandt mit den Kölner Geschäftsleuten Peter Joseph Tonger und Carl Düwell.

Hinweise sind erbeten an den Kölner Frauengeschichtsverein oder direkt an Monica Seidler-Hux, Gärtliächerweg 15, 5608 Stetten (AG), Schweiz, mail[at]seidler.ch.

Alle Angaben werden vertraulich behandelt und dienen allein der Erforschung von Leben und Werk der zu Lebzeiten angesehenen, heute aber vergessenen Kölner Künstlerin.

1904 – Kunstschulen für Damen waren notwendig, weil es Zulassungsbeschränkungen gab.

Vorher führten Künstlerinnen die Schule zu zweit… (25.10. 1897, Kölner Frauenzeitung)

Im Damenclub beim Schiebertanz – Lesbengeschichte Teil 2

Wie lernten sich Lesben um 1920 kennen? Warum verkehrten Damen im Frauenklub und ‚halbseidene‘ Ehefrauen im Damenklub? Wurden Lesben im Nationalsozialismus so systematisch verfolgt wie Schwule? 

Waren sie nur Opfer oder übten sie auch Macht aus? Wir berichten über erste Definitionsversuche von Lesben um 1900, über eine Katholikin, die ihr Lesbischsein heimlich lebte, und über eine lebenslange „Paarung“ bekannter Frauen.

Gästeführerin: Irene Franken

Digitaler Kartenkauf: 

Keusch oder romantisch? – Lesbengeschichte Teil 1

Die Kunstsammlerin, sechsfache Mutter und Lebensgefährtin von Frauen: Sibylle Mertens-Schaaffhausen

Seit wann lieb(t)en Frauen gleichgeschlechtlich? Gab es früher nur die romantische Freundschaft oder auch eine sexuelle Praxis? Anhand von Bildmotiven wie der Freundinnenschar der Hl. Ursula umkreisen wir die Frage nach Frauenliebe: Bei Nonnen, bei Frauen, die Männerkleidung trugen und bei verheirateten Frauen, die heiße Liebesbriefe an Frauen verfassten. Wir lesen aus alten Beginenregeln, Gerichtsakten und Liebesbriefen vor.

Gästeführerin: Dr. Muriel Alejandra Gonzalez Athenas

Digitaler Kartenkauf: https://www.qultor.de/veranstaltungen/keusch-oder-romantisch-lesbengeschichtliche-fuehrung-zu-frueheren-jahrhunderten

Lesbische Sichtbarkeit im Alter – Betty Thie & die „Golden Girls Köln“

Betty Thie (rechts) auf einem Kölner CSD

Die Älteren kennen sie noch: „Golden Girls“ war eine Sitcom aus den USA mit vier äußerst agilen ‘Seniorinnen’, die zwischen 1990 bis 1994 in Deutschland ausgestrahlt wurde, – für einige hatte sie Kultstatus. 2002 benannte sich dementsprechend eine Kölner Lesbengruppe nach dieser legendären Serie. Auch den rheinischen „Golden Girls“ geht um Sichtbarkeit im Alter, um Spaß und gegenseitige Unterstützung, aber eben ‘auf lesbisch’. Die „Golden Girls“ sind in Köln bei jedem CSD, bei jedem Dyke March dabei und fahren ab und zu auch zu Paraden in anderen Städten. – Betty Thie ist seit 2006 eine von ihnen, im Zeitzeuginnen-Interview erzählt sie von den Aktivitäten und Zielen der Gruppe; und von sich:

Sie kam Mitte der 1980er Jahre nach Köln, arbeitete 30 Jahre lang in der heilpädagogischen Einrichtung „Michaelshoven“ und leitete dort Wohngruppen. Betty Thie war immer offen lesbisch und hat an ihrer Arbeitsstelle keine Diskriminierung erfahren. Allerdings berichtet sie darüber, wie schwer es früher für viele Lesben war, offen zu leben.

– Die Gruppe trifft sich derzeit (Frühjahr 2024) jeden zweiten und vierten Montag im Monat um 19 Uhr in wechselnden Lokalitäten. Die „Golden Girls“ sind über das Kölner Rubicon (https://rubicon-koeln.de/) erreichbar.

Eine Briefmarke für Maria Mies

Zum 1. Todestag der Kölner Soziologin und Feministin Prof. Dr. Maria Mies (+ 15.5.2023) hat der Kölner Frauengeschichtsverein eine Briefmarke herausgegeben, um an ihr Lebenswerk zu erinnern. Maria Mies hat einerseits über Gewalt an Frauen gelehrt und Handlungsanweisungen vermittelt; daraus ging das erste autonome Frauenhaus hervor. Andererseits trat sie weltweit für Bewusstheit über die Endlichkeit der Ressourcen und eine veränderte Wirtschaftsweise auf und konzipierte – u.a. mit Prof. Veronika Bennholdt-Thomsen – gemeinsam Perspektiven eines Ökofeminismus. Wir ehren damit eine bedeutende Kökner Denkerin. Die Marken wurden u.a. Frauenprojekten in begrenzter Anzahl zur Verfügung gestellt, sind leider nicht bei der Post zu kaufen.

Jede Frau, jeder Mensch kann solche Briefmarken, die gültig sind, konzipieren, drucken lassen und aufkleben, sie kosten jedoch eine erhöhte Gebühr. Zudem kann jede*r bei der Bundespost Sonderbriefmarken beantragen.

Zusammenarbeit mit Ticketagentur ‘Qultor’

Qultor heisst ein neues Portal, das von Aron Schmidt gegründet wurde und vom Kulturamt der Stadt Köln unterstützt wird. Es vermittelt die Vielfalt der Kölner Kulturlandschaft und erleichert den Erwerb von Tickets für die Freie Kunst- und Kulturszene Kölns. Auch wir nutzen bereits dieses digitale ‘Werkzeug’, um unsere Arbeitsabläufe zu verschlanken. Wir bitten unsere Nutzer:innen, sofern angeboten, zunächst dort die Tickets zu erwerben, da es unsere Planung erleichtert. Danke! Sollten die Tickets dort ausverkauft sein sagen Sie uns bitte Bescheid.

Auf der Seite https://www.qultor.de/kalender können Sie nach ‘Frauengeschichtsverein’ suchen, um unsere Tickets zu erwerben, oder auch nach tagesaktuellen Veranstaltungen anderer Anbeiter recherchieren.

Lisa Fittko | Biografie einer Fluchthelferin

Eva Weissweiler, Trägerin des Luise-Büchner-Preises von 2023 und Zeitzeugin unserer Interviewreihe, stellt uns abermals eine spannende Frauenbiografie vor.

Lisa Fittko (1909 – 2005) wurde vor allem bekannt als Fluchthelferin Walter Benjamins, den sie im September 1940 über die Pyrenäen geführt hat. Doch diese Reduktion ist falsch, denn sie war noch viel mehr: Antifaschistin, Widerstandskämpferin und politische Emigrantin und auch Schriftstellerin, die ihr Leben lang für den Traum von Frieden und sozialer Gerechtigkeit eintrat. Eva Weissweiler entwirft in ihrem Buch ein detailreiches Porträt, in dem sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts wie in einem Brennglas bündelt.  

Eva Weissweiler ist freie Schriftstellerin und Rundfunkautorin. Sie ist „eine der wichtigsten Biografinnen von Frauen aus dem deutschsprachigen Raum“ (Darmstädter Echo)

Eine Veranstaltung des Kölner Frauengeschichtsvereins in Kooperation mit dem Friedensbildungswerk. Spende erwünscht.

Kölner Frauengeschichtsverein e.V.

“Die unendliche Lust am Leben”. Lesung

Dr. Barbara Böttger liest aus den Briefen ihrer Mutter Renate Böttger (1925 – 1985), Moderation: Gerda Laufenberg

Die umwälzenden zeitgeschichtlichen Ereignisse und ihre unbändige Lebenslust prägen diesen Briefwechsel. In Renate Böttgers Briefen spiegelt sich zunächst das von Katastrophen geprägte 20. Jahrhundert: zwei Weltkriege und fünf verschiedene politische Systeme, die sich jeweils konträr zu den vorangegangenen definierten. Ihre Kindheit in gutbürgerlichen Verhältnissen war geprägt von Kaiserreich und Erstem Weltkrieg. Die Weimarer Republik eröffnete ihr persönliche Freiheiten sowie die Chance, Chemie zu studieren. Während des Nationalsozialismus brachte sie vier Kinder zur Welt und verlor ihren Ehemann in Stalingrad.

Die sowjetische Besatzungsmacht erzwang die Enteignung der familieneigenen Textilfabrik, brachte den Verlust des Wohnhauses und des Vermögens. In der DDR ernährte sie ihre sechsköpfige Familie als Straßenbahnschaffnerin und Taxifahrerin, sie litt derweil unter der permanenten Überwachung durch die Stasi. Am Ende klang ihr Leben in relativer Behaglichkeit in der Bundesrepublik aus, wo sie 1985 starb.Ihr außergewöhnlicher Schreibstil macht die Lektüre oder das Hören zu einem großartigen Erlebnis.

Die Briefe sind sorgfältig von ihrer Tochter Dr. Barbara Böttger editiert, die als promovierte Soziologin, Journalistin, Autorin und Filmemacherin bekannt ist. Sie war u.a. Mitherausgeberin der Zeitschrift „beiträge zur feministischen theorie und praxis“ und Biografin der bedeutendsten “Mutter des Grundgesetzes”, Dr. Elisabeth Selbert.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit und im Buchsalon statt. Es moderiert Gerda Laufenberg. 11. Juni 19.30 Uhr
Wegen begrenztem Platzkontingent Anmeldung empfohlen unter Tel. 0221520579.

Kölner Frauengeschichtsverein e.V.

Lesbian Visibility Week Köln 2024 – Schätze aus dem Archiv des Frauengeschichtsvereins

Der Arbeitskreis Sichtbarkeit und Vernetzung von Lesben und queeren FLINTA* in Köln hat ein tolles Programm auf die Beine gestellt, von der Wanderung über ein Quiz oder einen Museumsbesuch ist für alle was dabei.

Bild: Hanne Horn, Düsseldorf

Am 23.4. öffnet der Kölner Frauengeschichtsverein seine Schatzkisten und zeigt Zeugnisse lesbischer Geschichte aus dem Vereinsarchiv. Vor ca. 30 Jahren haben wir begonnen, die Geschichte von Lesben zu dokumentieren. Es begann mit Flugblättern und Protokollen aus dem Anfang der Neuen Frauenbewegung in Köln, die von Aktivistinnen abgegeben wurden. Der von Gertraut Müller gegründeten in der BRD ersten Lesbengruppe ist nun ebenso nachzuspüren wie den ‘rivalisierenden’ Gruppen der Uris (Immer-schon-Lesben) und der Movies (durch-die-Frauenbewegung-lesbisch- gewordenen-Feministinnen), der Politlesbengruppe der 1990er Jahre oder der Einschreibung von Lesben in die glf.
2001 entstanden gleich zwei Stadtrundgänge zur Lesbengeschichte, die vom Frauengeschichtsverein regelmäßig angeboten werden (und auch zu buchen sind). Poster und Flyer spiegeln ein lebendiges Ausgehverhalten (fast alles ist eingeschlafen – warum?). Lesbenzeitschriften rufen sich wandelnde Diskurse auf (z.B. Ihrsinn, Lesbenstich, Lespress). Interviews mit lesbischen und queeren Protagonistinnen lassen erkennen, ob ihr Begehren besondere Relevanz für das Leben hatte – oder ob es kaum erwähnt wird. Heute werden die Bestände und Sammlungen von Mitarbeiterinnen wie Nutzerinnen für Artikel, Wikiseiten, einen queeren Audiowalk oder für Lesungen genutzt.    Wir zeigen an diesem Abend Quellen, erzählen Geschichten rund um das Material, beantworten Fragen und bieten voraussichtlich ein kleines Quiz zur Kölner Lesbengeschichte an. Das genaue Programm wird noch erstellt.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Lesbian Visibility Week – lesbisch.queer.köln – statt.