Ein Spaziergang durch Köln lohnt sich unter vielen Gesichtspunkten. In diesem Fall geht es um die Darstellung von Frauen (und Männern) im öffentlichen Raum; sei es als Heilige, Sagengestalt, Nackte, Liedfigur oder kunstgeschichtliches Objekt. Dabei werden Geschichten hinter den Skulpturen ‚enthüllt‘ und das räumliche Setting einbezogen.
Wie wird Colonia wiedergegeben? Halfen die Heinzelmännchen wirklich nur den Männern? Wie verlief der Kampf um eine angemessene Zahl von weiblichen Ratsturmfiguren? Und warum sind Nackte in Einkaufspassagen und Parks völlig unauffällig?
Einstiegsrundgang auch für Nicht-Kölnerinnen in der Altstadt
War die Stadtgründerin Agrippina eine Mörderin? Warum wurde die Postmeisterin Katharina Henoth als „Hexe“ verbrannt?
Am Museum und rund um das Rathaus hören Sie von der Stadtgündung, von lokalen Muttergottheiten sowie den Ursprüngen der Weiberfastnacht.
Wir besuchen den Frauenbrunnen mit seinen zehn Frauengestalten und berichten von manchen Besonderheiten wie den Frauenzünften, die es in dieser Ausprägung nur in Köln gab.
Der neue Beitrag in der Reihe Zeitzeuginnen der Kölner Frauen-/Lesbenbewegung im Gespräch stellt Irene Franken vor, die 1985 eine Initiatorin des Kölner Frauengeschichtsvereins ist und seitdem zu Tage fördert, was die Stadt Köln den Frauen zu verdanken hat, aber auch welche Täterinnen es hier gab. Im Kontext des Vereins, der bald zum „Gedächtnis der Frauen Kölns“ avancierte, entwickelte sie Rundgänge, mischte sich in die Frage der Repräsentation von Frauen im Stadtbild ein und wirkte federführend daran mit, dass 18 statt fünf Frauen auf den Ratsturm zu stehen kamen. Unter den zahlreichen Auszeichnungen sind u.a. der Rheinlandtaler (1997 als Vorstand), der Inge-von-Bönninghausen-Preis (2004) und die Kölner alternative Ehrenbürgerschaft (2017) zu nennen. Nach wie vor ist sie Motor und Impulsgeberin für den Kölner Frauengeschichtsverein und mit ihrem immensen Wissen selbst eine unschätzbare, historische Quelle.
Um die Geschlechtergerechtigkeit auf Kölns Straßen zu fördern, hat der Stadtrat am 15. Juni 2023 entschieden, dass für eine gewisse Zeit Straßen nicht mehr nach Männern, sondern nach Frauen benannt werden sollen. Der Sprecher der Grünen, Manfred Richter, der vor einigen Jahren bei einer Radtour zu Frauenstraßen von I. Franken im Kölner Norden teilnahm, äußerte überzeugt: „Frauen stellen 51 Prozent der Bevölkerung und sind entscheidend in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Diese Rolle muss gewürdigt und eine Sichtbarkeit im Stadtbild hergestellt sein; bei kommenden Neubenennungen sollen Frauennamen solange bevorzugt werden, bis wir bei den Kölner Straßennamen eine gleiche Verteilung von Männer- und Frauennamen haben.“ Die Partei VOLT forderte die Berücksichtigung von nicht-binären Persönlichkeiten, was definitorisch unter historischer Perspektive eine große Herausforderung ist.
Wie lernten sich Lesben um 1920 kennen? Warum verkehrten Damen im Frauenklub und ‚halbseidene‘ Ehefrauen im Damenklub? Wurden Lesben im Nationalsozialismus so systematisch verfolgt wie Schwule? Waren sie nur Opfer oder übten sie auch Macht aus? Wir berichten über erste Definitionsversuche von Lesben um 1900, über Katholikinnen, die ihr Lesbischsein heimlich lebten und über homosexuelle „Paarungen“ bekannter Frauen.
Wie lernten sich Lesben um 1920 kennen? Warum verkehrten Damen im Frauenklub und ‚halbseidene‘ Ehefrauen im Damenklub? Wurden Lesben im Nationalsozialismus so systematisch verfolgt wie Schwule? Waren sie nur Opfer oder übten sie auch Macht aus? Wir berichten über erste Definitionsversuche von Lesben um 1900, über Katholikinnen, die ihr Lesbischsein heimlich lebten und über homosexuelle „Paarungen“ bekannter Frauen.
Sie werden in Kölner Mundartliedern besungen, sind in Stein verewigt oder liefern Vorlagen für beliebte Karnevalskostüme: Kölner Originale weiblichen Geschlechts. Themen dieser Tour durch die Altstadt mit Silke Palm sind das Bärbelchen, die Geschichte von Jan und Griet, die Kölner Entertainerinnen Grete Fluss und Trude Herr.
Seit das Gelände der Uniklinik medizinisch genutzt wurde, arbeiteten hier auch Frauen. Bis in die 1920er Jahre wurden nebenan in einer Lehranstalt mit Gebärhaus Hebammen für die preußische Rheinprovinz ausgebildet. Heute spielen Frauen eine immer wichtigere Rolle in allen Studiengängen der medizinischen Fakultät – ganz neu ist das Studium der Hebammenwissenschaft – aber auch in den unterschiedlichsten Berufen an der Uniklinik. Die größte Gruppe ist die der Pflegerinnen.
Wussten Sie, dass Ehrenfeld um 1850 quasi aus dem Nichts entstand? Die sogenannten Fabrik-Mädchen schufteten in fast allen Ehrenfelder Betrieben. Sie erfahren, wie schmal der Grat zwischen ‚braven‘ und ‚verdorbenen‘ Arbeiterinnen war, wo das erste Krankenhaus stand, warum eine Stenotypistin zwangsweise sterilisiert wurde und was barmherzige Ordensfrauen leisteten. Weiter geht es um eine ‚unbarmherzige‘, aber engagierte Politikerin und eine schicke Wirtin. Gästeführerin: Cornelia Gürtler
Das Schicksal afghanischer Frauen ist schon lange eng mit den politischen Interessen der jeweiligen Machthaber des Landes verknüpft. Sie müssen als ‚Eigentum‘ der Männer, Druckmittel oder Alibi herhalten, um die Politik zu rechtfertigen. Die Afghanistan-Expertin Shikiba Babori verdeutlicht die Frauenrolle in der afghanischen Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der Geschichte und auf der Basis vieler Gespräche präsentiert sie ein hochaktuelles erschütterndes Bild. VHS Köln in Kooperation mit Friedens-BW, Frauengeschichtsverein, Rosa-Luxemburg-Stiftung